Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei steinerne aztekische Scheiben
- Stahlpaneele entlang der Gleise
- Wandmalereien an den Treppenwänden
Die Geschichte des Ortes
Der Name der Station ist lediglich ihre Adresse: 18th Street. Die Züge der Pink Line halten hier auf der Hochbahn, und Treppen und Bahnsteige dienen zugleich als Eingang nach Pilsen und als dessen erste Ausstellung.
Im Jahr neunzehnhundertachtundneunzig brachte der Künstler und Schullehrer Francisco Mendoza Jugendliche aus dem städtischen Programm Gallery 37 hierher. Das Programm stellte junge Leute aus Chicago als bezahlte Auszubildende ein: Mehrere Wochen lang arbeiteten sie neben einem professionellen Künstler und hinterließen das Ergebnis im öffentlichen Raum. Für viele war es die erste Arbeit, bei der sie gerade für ihr Zeichentalent bezahlt wurden.
Mendoza unterrichtete Kinder aus Pilsen und setzte sich dafür ein, dass sie die mexikanische Geschichte nicht nur im Lehrbuch sahen. Mit Unterstützung des heutigen National Museum of Mexican Art erhielten seine Schüler Wandflächen an den Treppen und Stahlpaneele entlang der Gleise. Jeder war für seinen eigenen Abschnitt verantwortlich. So füllten sie einen gewöhnlichen Weg zum Zug mit Gesichtern, Ornamenten und Bildern aus der mexikanischen Geschichte. Mendoza selbst malte zusammen mit den Schülern auf dem Bahnsteig in Richtung Innenstadt zwei große steinerne aztekische Scheiben. Ehemalige Projektteilnehmer erkannten Jahre später ihre eigenen Paneele wieder und zeigten, welchen Teil der Station sie als Jugendliche bemalt hatten.
Die Arbeiten entstanden im Rahmen des Programms Adopt-A-Station. Die Verkehrsbetriebe hofften, dass die Gestaltung die Haltestelle in ein Tor zum Viertel verwandeln und zeigen würde, wer in ihrer Umgebung lebt. Als dauerhaftes Werk galten die Wandmalereien damals nicht. Regen, Frost und Graffiti beschädigten die Farbe allmählich, und im Jahr eintausendneunzehn wurden einige beschädigte Bereiche weiß überstrichen. Mit den Beschriftungen verschwanden auch Teile der Schülerzeichnungen. Mendoza konnte sie nicht mehr zurückbringen: Er war sieben Jahre zuvor gestorben.
Die Restaurierung des Hauptmurals am Bahnsteig wurde Roberto Valadez anvertraut, einem Künstler aus Pilsen und langjährigen Freund Mendozas. Die Familie des verstorbenen Autors billigte seine Kandidatur. Valadez hätte über die alte Komposition seine eigene malen können, bewahrte jedoch Mendozas Zeichnung und stellte lediglich die verlorenen Stellen und Farben wieder her. Die Arbeit wurde im Jahr zweitausendeinundzwanzig abgeschlossen.
Auf dem Bahnsteig in Richtung Innenstadt ist die restaurierte Komposition mit den aztekischen Scheiben heute weiterhin zu sehen. Daneben finden sich Paneele unterschiedlichen Alters: Einige stammen noch von Mendozas Schülern, andere ersetzen, was nicht gerettet werden konnte. Die Autorenschaft ist hier also buchstäblich über die Wände verteilt: Der Lehrer legte die Gestaltung der Station fest, die Jugendlichen bemalten sie in Teilen, und sein Freund brachte das Hauptmural nach dem Tod des Autors zurück.
Praktisch vor Ort
CTA-Station in Betrieb; prüfen Sie die Warnhinweise der Pink Line.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Station ist in Betrieb: Betrachten Sie die Werke, ohne Durchgänge, Treppen und das Einsteigen der Fahrgäste zu behindern.
