
Belgrad · Stadtviertel
Zemun: Altstadt und Donauufer
Vom Masarikov trg über Gardoš bis zum ehemaligen Hotel Jugoslavija
Gardoš: Treppen und der Rand der Festung
Im Juli eintausendfünfhunderteinundzwanzig hielt Kapitän Marko Skoblić hier die Festung Zemun. Der osmanische Sultan Süleyman I. zog nach Belgrad, der wichtigsten ungarischen Festung am Zusammenfluss von Save und Donau. Skoblić sollte ihm den Weg durch Zemun versperren und die Flussverbindung zur Belgrader Garnison bewahren. Unter Skoblićs Kommando standen Šajkaši. So nannte man die Krieger der Grenzflussflottille: Sie dienten…
Den ganzen Stopp lesen
Im Juli eintausendfünfhunderteinundzwanzig hielt Kapitän Marko Skoblić hier die Festung Zemun. Der osmanische Sultan Süleyman I. zog nach Belgrad, der wichtigsten ungarischen Festung am Zusammenfluss von Save und Donau. Skoblić sollte ihm den Weg durch Zemun versperren und die Flussverbindung zur Belgrader Garnison bewahren.
Unter Skoblićs Kommando standen Šajkaši. So nannte man die Krieger der Grenzflussflottille: Sie dienten auf kleinen bewaffneten Booten, transportierten Abteilungen und kämpften auf Save und Donau. Schifffahrt und Militärdienst waren ihr Handwerk. Bei einer früheren Belagerung hatte Hilfe, die über den Fluss aus dem Norden gekommen war, Belgrad bereits gerettet. Süleyman berücksichtigte diese Erfahrung und befahl, Zemun einzunehmen, um die Belagerung vollständig zu schließen.
Die Festung nahm den Rand des Lössplateaus über der Donau ein. Von hier aus beobachtete die Garnison den Fluss, die Straße am Ufer und die Zugänge nach Belgrad. Die osmanischen Truppen waren den Verteidigern um ein Vielfaches überlegen. Nach einem hartnäckigen Kampf drangen sie in Zemun ein; die gesamte Garnison kam ums Leben. Forscher vermuten vorsichtig, dass die Šajkaši ihren letzten Widerstand gerade auf dem Gardoš leisteten, innerhalb der mittelalterlichen Festung Zemun.
Marko Skoblić geriet schwer verwundet in Gefangenschaft. Ein christlicher Chronist des sechzehnten Jahrhunderts überlieferte, dass die zusammen mit dem Kapitän gefangenen Krieger in das osmanische Lager geführt und vor der Front getötet wurden. Skoblić selbst brachte man zu Süleyman. Der Kapitän erklärte, er bedaure nur, lebend gefangen genommen worden zu sein, und weigerte sich, seinen Eid auf den ungarischen König zu brechen. Nach dem Bericht des Chronisten befahl der Sultan, den Gefangenen unter die Füße eines Elefanten zu werfen.
Dieses letzte Detail darf nicht als Gerichtsprotokoll gelten: Es wurde von einem Autor aufgezeichnet, der den Osmanen offen feindlich gegenüberstand. Die Vernichtung der Zemuner Garnison, Skoblićs Tod und der Fall der Festung werden durch andere Zeugnisse bestätigt; die Hinrichtung durch einen Elefanten bleibt die Version des Chronisten.
Nach der Einnahme von Zemun setzte die osmanische Armee die Belagerung von beiden Ufern aus fort. Ende August ergab sich Belgrad. Die Festung Zemun stand noch lange unversehrt: Auf einer Darstellung aus dem frühen siebzehnten Jahrhundert waren ihre Dächer noch erhalten. Später unterhielt man die Befestigungen nicht mehr, und im achtzehnten Jahrhundert zeigten Künstler sie bereits als Ruinen.
Die Treppen des Gardoš führen zu einem quadratischen Umriss von ungefähr fünfundvierzig Metern Seitenlänge. Das niedrige Mauerwerk und die Fundamente von vier runden Ecktürmen gehören zu jener Festung Zemun. Der hohe Turm in der Mitte entstand viel später; von Skoblićs Festung blieb der steinerne Rand des Plateaus, innerhalb dessen höchstwahrscheinlich die letzten Verteidiger von Zemun ums Leben kamen.
Worauf achten
- Niedriges Festungsmauerwerk
- Quadratischer Umriss der Zitadelle
- Fundamente von vier runden Türmen
- Rand des Lössplateaus
Praktische Hinweise
Gehen Sie ohne Eile und achten Sie auf rutschige Stufen. Die Lagume sind keine frei zugängliche Route: Suchen Sie keine Eingänge und betreten Sie keine verschlossenen Keller.











