Jugendstil in Saint-Gilles und Ixelles
Vom Horta-Museum über die Stadthäuser von Ixelles bis zum Parvis de Saint-Gilles

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Gesamte Strecke
Routenkarte
Über diese Route
Sie gehen vom Horta-Haus und -Atelier durch die Wohnstraßen von Saint-Gilles und Ixelles, gelangen dann zur Avenue Louise und enden an der Pfarrkirche. Unterwegs begegnen Ihnen Backsteinfassaden, Sgraffiti, metallene Erker, private Stadthäuser und Museumshäuser.
Doch dieser Spaziergang wird kein Katalog von Schnörkeln. Sie erfahren, wie neue Räume auf Arbeit, Familiengewohnheiten, Gäste und das Auto zugeschnitten wurden. An einer Fassade hinterlässt ein Architekt Namen und Beruf. In einem anderen Haus wird die Türklingel Teil eines großen Auftrags. Hinter einem grünen Gitter zeigt sich die Spur einer frühen Garage, und ein Möbelstück im Museum erhält einen merkwürdigen Gaststatus.
Die Geschichte führt über alltägliche Lösungen und Umbauten: was getrennt, erhöht, hinter Vitrinen verschlossen, abgebaut und wieder zusammengesetzt wurde. Am Ende lesen Sie den Brüsseler Jugendstil nicht mehr am Ornament, sondern daran, wie Arbeit, Familie, Geld und neue Technik hinter der Fassade verteilt waren – und was nötig war, damit diese Häuser nicht verschwanden.
Warum diese Reihenfolge
Das Horta-Haus und -Atelier bildet das erste Paar: Wohnen neben der Arbeit. Danach zeigt Maison Hankar dieselbe Aufgabe bei einem Architekten, der seine Praxis gerade erst eröffnet hatte; der Vergleich gehört hierher, solange zwei persönliche Adressen als Portfolios dicht beieinander liegen. Anschließend verschiebt Maison Roosenboom den Blick vom Architekten zum Auftraggeber: Statt des Ateliers wird der Grundriss nun vom Auto bestimmt. Über die Rue Paul-Émile Janson gelangen Sie zum Hôtel Tassel, wo der Umbau eines schmalen Hauses zu einem ganzen System von Räumen wurde. Danach ist das Hôtel Solvay unverzichtbar: Gerade der Erfolg des Hôtel Tassel brachte den nächsten großen Auftrag und erlaubte es, das System bis zur Türklingel durchzuarbeiten. Dann zeigt Maison Hannon, wie der Jugendstil in die Familie eines Solvay-Mitarbeiters einzog und wie ein unvollständiges Interieur wieder zusammengesetzt wurde. Das letzte Stück zum Parvis de Saint-Gilles führt aus den Privathäusern an einen Pfarrort: Dort wird sichtbar, dass Saint-Gilles lange vor diesen Fassaden begann.
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Vor dem Spaziergang
Prüfen Sie vorab getrennt die Besuchsbedingungen des Horta-Museums, der Maison Hannon und des Hôtel Solvay: Die Möglichkeit, das Innere zu sehen, gehört nicht selbstverständlich zu diesem Spaziergang. Maison Hankar, Maison Roosenboom und Hôtel Tassel sollten Sie vor allem von der Straße aus betrachten und private Eingänge, Bewohner und Mitarbeitende respektieren. Planen Sie zwischen Gebäudebesuchen etwas Zeit ein: Jugendstilinterieurs erschließen sich schlecht in Eile. Für den Fassadenteil sind bequeme Schuhe und eine Kamera hilfreich, mit der Sie die oberen Stockwerke heranholen können, ohne auf die Fahrbahn zu treten.
Wann losgehen
Für die Besichtigung aller Fassaden in dieser Reihenfolge sollten Sie 2–3 Stunden einplanen. Museumsbesuche und zugängliche Innenräume brauchen zusätzliche Zeit; besser wählen Sie ein oder zwei zentrale Interieurs, als sie ohne Pausen nacheinander abzulaufen.
Plan B
Falls Sie nicht hineinkommen, sagen Sie den Spaziergang nicht ab: Jedes Gebäude hat seine eigene Geschichte auf der Straße. Vergleichen Sie am Horta-Museum die benachbarten Volumen von Haus und Atelier, lesen Sie bei Maison Hankar die Fassade nach Materialien und Tageszeiten, und suchen Sie bei Maison Roosenboom nach alltäglichen Metalldetails. Betrachten Sie Hôtel Tassel und Hôtel Solvay als zwei unterschiedliche öffentliche Gesichter der Architektur von Victor Horta, und verweilen Sie bei Maison Hannon an der Eckorangerie und der Skulptur. Beenden Sie die Route am Parvis de Saint-Gilles: Cafés, Passanten und der Markt, falls er zum Zeitpunkt Ihres Besuchs stattfindet, holen die Architektur in das gewöhnliche Stadtleben zurück.
Spazierplan
In Karten öffnen ↗- 1
Horta-Museum
Hier wird deutlich, warum der Architekt zwei Eingänge und einen inneren Durchgang brauchte. - 2
Maison Hankar
Dieser Ort zeigt, wie die eigene Adresse zum ersten Portfolio eines Architekten wurde. - 3
Maison Roosenboom
Die Garage erklärt, warum die vertrauten Räume über die Straße angehoben werden mussten. - 4
Hôtel Tassel
Hier zeigt der Grundriss, wie ein schmales Brüsseler Grundstück nicht länger eine dunkle Hausmitte diktierte. - 5
Hôtel Solvay
Dieser Ort verbindet die Freiheit eines wohlhabenden Auftraggebers mit der langen Rettung eines geschlossenen Interieurs. - 6
Maison Hannon
Hier müssen sich die Interessen der Familie aus Stoffen, Glas, Möbeln und Archiven erschließen lassen. - 7
Parvis de Saint-Gilles
Zum Abschluss führt die Route zurück zu dem Kirchengelände, aus dem der Stadtteil Saint-Gilles entstand.
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