Viertel

Jugendstil in Saint-Gilles und Ixelles

Vom Horta-Museum über die Stadthäuser von Ixelles bis zum Parvis de Saint-Gilles

2–3 Stundenetwa 3 km7 Stopps
0 / 7 erledigt
Stilisierte Stadtansicht von Brüssel mit Jugendstilmotiven: geschwungene Balkone, dekorative Fassaden und Buntglasfenster vor einem sanften Morgenhimmel.

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Gesamte Strecke

Routenkarte

7 Stopps
Karte des Spaziergangs „Jugendstil in Saint-Gilles und Ixelles“
© OpenStreetMap contributors
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Über diese Route

Sie gehen vom Horta-Haus und -Atelier durch die Wohnstraßen von Saint-Gilles und Ixelles, gelangen dann zur Avenue Louise und enden an der Pfarrkirche. Unterwegs begegnen Ihnen Backsteinfassaden, Sgraffiti, metallene Erker, private Stadthäuser und Museumshäuser.

Doch dieser Spaziergang wird kein Katalog von Schnörkeln. Sie erfahren, wie neue Räume auf Arbeit, Familiengewohnheiten, Gäste und das Auto zugeschnitten wurden. An einer Fassade hinterlässt ein Architekt Namen und Beruf. In einem anderen Haus wird die Türklingel Teil eines großen Auftrags. Hinter einem grünen Gitter zeigt sich die Spur einer frühen Garage, und ein Möbelstück im Museum erhält einen merkwürdigen Gaststatus.

Die Geschichte führt über alltägliche Lösungen und Umbauten: was getrennt, erhöht, hinter Vitrinen verschlossen, abgebaut und wieder zusammengesetzt wurde. Am Ende lesen Sie den Brüsseler Jugendstil nicht mehr am Ornament, sondern daran, wie Arbeit, Familie, Geld und neue Technik hinter der Fassade verteilt waren – und was nötig war, damit diese Häuser nicht verschwanden.

Warum diese Reihenfolge

Das Horta-Haus und -Atelier bildet das erste Paar: Wohnen neben der Arbeit. Danach zeigt Maison Hankar dieselbe Aufgabe bei einem Architekten, der seine Praxis gerade erst eröffnet hatte; der Vergleich gehört hierher, solange zwei persönliche Adressen als Portfolios dicht beieinander liegen. Anschließend verschiebt Maison Roosenboom den Blick vom Architekten zum Auftraggeber: Statt des Ateliers wird der Grundriss nun vom Auto bestimmt. Über die Rue Paul-Émile Janson gelangen Sie zum Hôtel Tassel, wo der Umbau eines schmalen Hauses zu einem ganzen System von Räumen wurde. Danach ist das Hôtel Solvay unverzichtbar: Gerade der Erfolg des Hôtel Tassel brachte den nächsten großen Auftrag und erlaubte es, das System bis zur Türklingel durchzuarbeiten. Dann zeigt Maison Hannon, wie der Jugendstil in die Familie eines Solvay-Mitarbeiters einzog und wie ein unvollständiges Interieur wieder zusammengesetzt wurde. Das letzte Stück zum Parvis de Saint-Gilles führt aus den Privathäusern an einen Pfarrort: Dort wird sichtbar, dass Saint-Gilles lange vor diesen Fassaden begann.

Geeignet für

Für alle, die Lösungen des Jugendstils und nicht nur Dekor unterscheiden möchten Für Liebhaber von Geschichten über Privathäuser und Restaurierungen Für alle, die sich für das Alltagsleben hinter bekannten Fassaden interessieren

Bitte beachten

Für alle, die die wichtigsten Plätze der historischen Innenstadt suchen Für alle, denen das Vergleichen von Fassaden und Grundrissen schnell zu viel wird Für alle, die einen Überblick über sämtliche Architekturstile von Brüssel erwarten

Vor dem Spaziergang

Prüfen Sie vorab getrennt die Besuchsbedingungen des Horta-Museums, der Maison Hannon und des Hôtel Solvay: Die Möglichkeit, das Innere zu sehen, gehört nicht selbstverständlich zu diesem Spaziergang. Maison Hankar, Maison Roosenboom und Hôtel Tassel sollten Sie vor allem von der Straße aus betrachten und private Eingänge, Bewohner und Mitarbeitende respektieren. Planen Sie zwischen Gebäudebesuchen etwas Zeit ein: Jugendstilinterieurs erschließen sich schlecht in Eile. Für den Fassadenteil sind bequeme Schuhe und eine Kamera hilfreich, mit der Sie die oberen Stockwerke heranholen können, ohne auf die Fahrbahn zu treten.

Wann losgehen

Für die Besichtigung aller Fassaden in dieser Reihenfolge sollten Sie 2–3 Stunden einplanen. Museumsbesuche und zugängliche Innenräume brauchen zusätzliche Zeit; besser wählen Sie ein oder zwei zentrale Interieurs, als sie ohne Pausen nacheinander abzulaufen.

Plan B

Falls Sie nicht hineinkommen, sagen Sie den Spaziergang nicht ab: Jedes Gebäude hat seine eigene Geschichte auf der Straße. Vergleichen Sie am Horta-Museum die benachbarten Volumen von Haus und Atelier, lesen Sie bei Maison Hankar die Fassade nach Materialien und Tageszeiten, und suchen Sie bei Maison Roosenboom nach alltäglichen Metalldetails. Betrachten Sie Hôtel Tassel und Hôtel Solvay als zwei unterschiedliche öffentliche Gesichter der Architektur von Victor Horta, und verweilen Sie bei Maison Hannon an der Eckorangerie und der Skulptur. Beenden Sie die Route am Parvis de Saint-Gilles: Cafés, Passanten und der Markt, falls er zum Zeitpunkt Ihres Besuchs stattfindet, holen die Architektur in das gewöhnliche Stadtleben zurück.

  1. 1

    Horta-Museum

    Hier wird deutlich, warum der Architekt zwei Eingänge und einen inneren Durchgang brauchte.
  2. 2

    Maison Hankar

    Dieser Ort zeigt, wie die eigene Adresse zum ersten Portfolio eines Architekten wurde.
  3. 3

    Maison Roosenboom

    Die Garage erklärt, warum die vertrauten Räume über die Straße angehoben werden mussten.
  4. 4

    Hôtel Tassel

    Hier zeigt der Grundriss, wie ein schmales Brüsseler Grundstück nicht länger eine dunkle Hausmitte diktierte.
  5. 5

    Hôtel Solvay

    Dieser Ort verbindet die Freiheit eines wohlhabenden Auftraggebers mit der langen Rettung eines geschlossenen Interieurs.
  6. 6

    Maison Hannon

    Hier müssen sich die Interessen der Familie aus Stoffen, Glas, Möbeln und Archiven erschließen lassen.
  7. 7

    Parvis de Saint-Gilles

    Zum Abschluss führt die Route zurück zu dem Kirchengelände, aus dem der Stadtteil Saint-Gilles entstand.

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