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Horta-Museum

Musée Horta

Hier wird deutlich, warum der Architekt zwei Eingänge und einen inneren Durchgang brauchte.

25 Min.
Fassade des Horta-Museums mit geschwungenem Balkon und Schmiedeeisen.
Jopparn · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Zwei benachbarte Fassaden
  • Zwei Eingangstüren
  • Große Fenster des Ateliers
  • Gläsernes Oberlicht über der Treppe

Die Geschichte des Ortes

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Das heutige Museum verbindet zwei benachbarte Gebäude, die als Wohnhaus und Architekturbüro geplant waren. Im Arbeitsteil bereiteten Bildhauer Muster für Verzierungen vor, darüber befanden sich Arbeitszimmer, Wartezimmer und helle Zeichensäle. Im Wohnteil erhellt ein gläsernes Oberlicht die Treppe, die die dunkle Mitte eines schmalen Stadthauses ersetzte. Später wurden die Gebäude getrennt, doch das Museum stellte den inneren Durchgang zwischen ihnen wieder her.

Die beiden benachbarten Fassaden gehörten einem einzigen Menschen, standen jedoch für unterschiedliche Teile seines Lebens. Im Haus lebte Victor Horta mit seiner Familie – ein Architekt, der die Brüsseler Stadthäuser von der Nachahmung alter Stile befreien wollte. Hinter der anderen Tür lag sein Atelier: Dort bereiteten Angestellte Entwürfe vor, Bildhauer fertigten Modelle künftiger Details an, und Horta empfing Auftraggeber. Das Museum trägt seinen Namen, weil es sowohl seine Wohnung als auch den Ort einnimmt, an dem er sein Geld verdiente.

Bis zum Jahr achtzehnhundertachtundneunzig hatten private Aufträge Horta genug Geld eingebracht, um zwei benachbarte Grundstücke zu kaufen. In Häusern anderer Leute hatte der Eigentümer das letzte Wort. Hier war er selbst Eigentümer, Architekt und Geldgeber: Ein misslungenes Ergebnis hätte er täglich sehen und Auftraggebern zeigen müssen.

Horta trennte Wohnung und Büro durch zwei Eingänge, verband sie jedoch im Inneren. Familie, Dienstboten, Besucher und Angestellte erhielten unterschiedliche Wege durch das Gebäude, während der Architekt selbst vom Haus zur Arbeit hinübergehen konnte. Im unteren Teil des Ateliers formten drei Bildhauer aus Gips und schnitzten aus Holz Muster für komplexe Verzierungen, bevor man sie Handwerkern übergab. Darüber lagen ein Wartezimmer, Hortas Arbeitszimmer und Zeichensäle mit großen Fenstern. Im Wohnteil ersetzte eine Treppe unter einem gläsernen Oberlicht die dunkle Mitte eines gewöhnlichen schmalen Brüsseler Hauses. Horta entwarf alles bis hin zu Möbeln, Türgriffen und Scharnieren: Ein Auftraggeber konnte seine Bauweise sehen, noch bevor er ihm sein eigenes Haus anvertraute.

Die Arbeiten wurden im Jahr neunzehnhunderteins abgeschlossen. Doch nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Horta aus den Vereinigten Staaten mit der Überzeugung zurück, dass die Zeit teurer, fast vollständig nach Maß gefertigter Häuser zu Ende gehe. Er sah die Zukunft in der Standardisierung; der Jugendstil war inzwischen aus der Mode gekommen. Im Jahr neunzehnhundertneunzehn verkaufte der Architekt den Komplex und zog an die Avenue Louise. Einige Jahre später trennten die neuen Eigentümer beide Teile, und das Atelier wurde in gewöhnlichen Wohnraum verwandelt. Die Verbindung zwischen dem Ort, an dem Horta lebte, und dem Ort, an dem er Entwürfe schuf, verschwand.

Für ihre Wiederherstellung setzte sich Jean Delhaye ein, ein ehemaliger Schüler Hortas und Schützer seiner Bauten. Anfang der sechziger Jahre wurde der Brüsseler Jugendstil noch bereitwillig zugunsten neuer Bebauung zerstört. Delhaye überzeugte die Gemeinde Saint-Gilles, den Wohnteil zu kaufen. Er leitete dessen Umgestaltung, und im Jahr neunzehnhundertneunundsechzig wurde das Museum eröffnet. Zunächst fehlte darin das Atelier des Architekten selbst. Später erwarb die Gemeinde auch dieses; seit neunzehnhundertdreiundsiebzig gehen Besucher wieder durch beide Teile.

Auf der Straße blieben zwei eigenständige Fassaden und zwei Türen erhalten. Hinter der einen begann Hortas häusliches Leben, hinter der anderen die Arbeit der Menschen, dank derer er sich dieses Leben verdiente. Im Inneren stellte das Museum den Durchgang zwischen ihnen wieder her.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktMaison Hankar
Eintrittmit Ticket

Di-Fr 14:00-17:30, Sa-So 11:00-17:30, Mo geschlossen; die Online-Reservierung eines Zeitfensters ist verpflichtend, letzter Einlass 16:45.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Wichtigste befindet sich hier im Inneren, prüfen Sie daher im Voraus die Möglichkeit eines eigenständigen Museumsbesuchs. Beeilen Sie sich in den engen Durchgängen nicht und halten Sie andere Besucher nicht auf.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Rue Defacqz hinauf und halten Sie an der Fassade mit der Signatur des Architekten an.

Stopp 1 von 7Weiter: Maison Hankar

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Jugendstil in Saint-Gilles und Ixelles“ — 7 Stopps, etwa 3 km, 2–3 Stunden.

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