Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Untere Öffnung der ehemaligen Garage
- Grünes Gitter
- Steinerner Briefkasten
- Schuhabstreifer
Die Geschichte des Ortes
Hinter dem grünen Gitter und der Steinmetzarbeit steht ein schmales Stadthaus, das nun wieder einer Familie dient. Die untere Ebene ist an der breiten Öffnung, dem Briefkasten und dem Schuhabstreifer zu erkennen; die Steinmetzarbeit verbindet sie mit den Linien des Gitters, die sich weiter oben um die Fenster fortsetzen. Früher richtete man hier acht Wohnungen ein und ließ das Gebäude leer stehen; nach der Restaurierung brachte man die Öffnungen nach alten Zeichnungen zurück. Unten werden nun Fahrräder aufbewahrt.
Im Jahr neunzehnhundert war hinter der unteren Öffnung dieser Fassade Platz für ein privates Automobil vorgesehen. Der Industrielle Bernard Louis François Beckman gab ein Familienhaus in Auftrag und wollte das Auto im Inneren unterbringen, mit direkter Einfahrt von der Straße. In den Bauzeichnungen wurde der Raum als Automobil-Abstellraum bezeichnet – seinem Sinn nach eine frühe städtische Garage.
Den Auftrag erhielt der Architekt Albert Roosenboom. Auf touristischen Karten hat sich sein Name durchgesetzt – Maison Roosenboom –, in Denkmalschutzdokumenten erscheint dagegen Maison Beckman, nach dem Nachnamen des Eigentümers. Roosenboom hinterließ seine Signatur an der Fassade; Restauratoren entdeckten sie später unter Ablagerungen. Der Architekt wohnte nicht hier: Er löste Beckmans Aufgabe, ein Automobil in einem schmalen Brüsseler Haus unterzubringen, ohne das Erdgeschoss in einen bloßen Wirtschaftstrakt zu verwandeln.
Roosenboom legte den Fußboden auf Straßenniveau, wies die untere Ebene dem Auto zu und hob die Empfangsräume eine Etage höher. So entstand eines der frühen Brüsseler Belétage-Häuser – Häuser, deren wichtigste Wohnetage über der Garage liegt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dieses Schema üblich. Hier wandte man es an, als ein privates Automobil seinem Besitzer noch viel Geld und einen gesonderten Umbau des vertrauten Wohnhauses abverlangte.
Sogar die Einfahrt bezog Roosenboom in die Gestaltung der Fassade ein. Zwischen den Öffnungen verbindet Steinmetzarbeit den Briefkasten mit dem Schuhabstreifer, und die Linien des grünen Gitters setzen sich weiter oben um die Fenster fort. Beckman erhielt ein Haus, in dem das neue Auto die Anordnung der alten häuslichen Tätigkeiten bestimmte: Das Automobil blieb unten, die Gäste stiegen zu den Salons hinauf.
Schon im Jahr neunzehnhundertacht vertauschte der nächste Eigentümer die Einfahrtstür und das benachbarte Fenster. Das kleine Arbeitszimmer hinter dem Fenster wurde in einen Eingangsraum verwandelt, und seine Wände wurden mit Kopien von Schablonenmustern aus anderen Räumen bedeckt. Der ursprüngliche Entwurf war von der Straße aus nicht mehr zu erkennen.
Später teilte man das Haus in acht Wohnungen und ließ es dann leer stehen. Feuchtigkeit und Hausschwamm beschädigten die Geschossdecken, Menschen, die in das Haus eingedrungen waren, zerstörten einen Teil der Tapeten und Wandmalereien. Im Jahr zweitausendachtzehn erklärte die Gemeinde das Gebäude wegen Brand- und Einsturzgefahr für unbewohnbar.
Die neuen Eigentümer kauften es, um hier mit ihrer Familie zu wohnen. Während der Restaurierung brachten sie die Tür- und Fensteröffnungen an die Stellen zurück, die in der Zeichnung aus dem Jahr neunzehnhundert angegeben waren, und zogen im Herbst zweitausendvierundzwanzig in das Haus ein. Beckmans Automobil steht nicht mehr in der ehemaligen Garage: Die Familie bewahrt dort nun Fahrräder auf, und die Empfangsräume beginnen weiterhin eine Etage höher.
Praktisch vor Ort
Privathaus; die Fassade kann ohne feste Zeiten von außen besichtigt werden.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist wieder ein Wohnhaus, bleiben Sie daher draußen und gehen Sie nicht in den Hof oder an die Fenster. Betrachten Sie die kleinen Details am Eingang, ohne die Bewohner zu stören.
