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Maison Hannon

Maison Hannon

Hier müssen sich die Interessen der Familie aus Stoffen, Glas, Möbeln und Archiven erschließen lassen.

20 Min.
Maison Hannon mit einem abgerundeten Turm und dekorativem Fassadenschmuck.
Tram Bruxelles · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Verglaste Eckorangerie
  • Buntglasfenster
  • Möbel mit Doldenpflanzen und Disteln
  • Lothringisches Kreuz auf einer Vase

Die Geschichte des Ortes

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Die verglaste Eckorangerie bringt einen der wichtigsten Teile eines privaten Stadthauses zur Straße hin. In ihrem steinernen Kasten wärmte man Pflanzen, und weiter die Treppe hinauf verbinden sich Malerei, Mosaik, Metall und Glas; inmitten dieser Ausstattung waren Elektrizität und Heizung bereits in Betrieb. Für Kutschen gab es hier keine Durchfahrt, Gäste empfing keine repräsentative Eingangshalle, und die Dienerschaft erhielt keine eigene Treppe: Die Räume waren für das häusliche Leben und den Empfang von Bekannten vorgesehen. Heute befindet sich in diesen Räumen ein Museum.

Die französische Inschrift „Maison Hannon“ bedeutet „Haus der Hannons“. Das Haus wurde nach dem Familiennamen der auftraggebenden Eheleute benannt: des Ingenieurs Édouard Hannon und Marie Debard. Édouard verdiente seinen Lebensunterhalt bei Solvay, wo er die Produktion leitete und viel zu den Fabriken reiste. Marie wuchs in Lothringen auf und begeisterte sich für Botanik. Im Jahr neunzehnhundert lernten sie auf der Weltausstellung in Paris die Möbel und Glasarbeiten von Émile Gallé kennen, und zwei Jahre später beschlossen sie, ein Brüsseler Haus in Auftrag zu geben, in dem ihre Interessen und ihr Geschmack in jedem Raum erkennbar sein sollten.

Die Eheleute vertrauten das Projekt Jules Brunfaut an, einem Architekten und alten Gefährten Édouards von der Ingenieurschule. Zuvor hatte er nicht im Stil des Art Nouveau gebaut. Die Hannons zeigten ihm die Häuser Brüsseler Neuerer und setzten das Familienheim, Édouards Geld und einen Raum, in dem Gäste empfangen werden sollten, aufs Spiel. Brunfaut führte den Auftrag aus, schuf aber kein weiteres Gebäude in diesem Stil.

In der verglasten Eckorangerie richtete er einen beheizten steinernen Pflanzkasten ein – einen Teil des Hauses, der für Maries Leidenschaft bestimmt war. Für sie bestellten die Eheleute bei Gallé Möbel mit Doldenpflanzen und Disteln; auf einer Vase erschien ein lothringisches Kreuz. Édouard brachte antike Dichtung, Fotografie und Technik in den Entwurf ein. An den Wänden des Treppenhauses malte Paul Albert Baudouin ein Hirtenpaar und Figuren mit Leiern, und zwischen Mosaiken, Metall und Glas verlegte Brunfaut Elektrizität und eine moderne Heizung. So entstand ein Familienporträt ohne Porträtähnlichkeit.

Nach Édouards Tod ging das Haus im Jahr neunzehnhunderteinunddreißig an ihre Tochter Denise Hannon über. Sie bewahrte die Räume bis zu ihrem Tod im Jahr neunzehnhundertfünfundsechzig. Danach verkauften die Erben das Gebäude. Die Käufer wechselten, ein dauerhafter Eigentümer fehlte, die Innenausstattung wurde abgetragen, die Buntglasfenster zerschlagen. Anstelle des Hauses wollte man ein Mehrfamilienhaus errichten.

Zu Beginn der siebziger Jahre warnte Marie Van Mulders-Brunfaut, die Tochter des Architekten, die Denkmalschutzkommission, dass das einzige Werk ihres Vaters im Stil des Art Nouveau abgerissen werden könnte. Im Jahr neunzehnhundertsechsundsiebzig stellte man Fassaden und Dach unter Schutz, doch die Räume waren noch nicht geschützt, und die Diebstähle gingen weiter. Drei Jahre später kaufte die Gemeinde Saint-Gilles das Haus; erst im Jahr neunzehnhundertdreiundachtzig erhielt das Interieur einen eigenen Schutzstatus.

Bis dahin war ein Teil der Möbel von Gallé bereits in französische Museen gelangt. Deshalb setzt sich die heutige Einrichtung aus erhaltenen Fragmenten, Archivfotografien, Rechnungen und Museumsleihgaben zusammen. Den gelben Stoff an den Wänden des kleinen Salons webte man nach einer alten Rechnung neu, und die dort ausgestellten originalen Gegenstände von Gallé kehrten vorübergehend aus dem Musée des Arts décoratifs in Paris zurück.

Eine Zeit lang nannte man das gerettete Gebäude „Maison Hannon“: Im Französischen bezeichnet man damit ein reiches Stadthaus. Später verzichtete das Museum auf diesen Namen. Hier gibt es weder eine Durchfahrt für Kutschen noch eine repräsentative Eingangshalle noch eine eigene Treppe für die Dienerschaft. Im Jahr neunzehnhundertdreiundzwanzig eröffnete das Gebäude als Hausmuseum unter der genauen Bezeichnung „Maison Hannon“. In seinen Buntglasfenstern verbinden sich Glasscheiben aus dem Jahr neunzehnhundertvier und Einsätze der ersten Restauratoren, und die für Marie und Édouard entworfenen Möbel stehen wieder hier, als Gäste.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktParvis de Saint-Gilles
Eintrittmit Ticket

Individuelle Besuche: Do 13:00-18:00, Fr 11:00-18:00, Sa-So 10:00-18:00; Mo-Mi geschlossen. Für den MuseumPass ist ein verbindliches Zeitfenster erforderlich.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wenn Sie die Fresken, das Mosaik und die Innentreppe sehen möchten, planen Sie den Museumsbesuch gesondert ein. Von außen gehen Sie am besten zunächst auf die gegenüberliegende Seite der Ecke und betrachten dann die Orangerie aus der Nähe.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Kirchenfassade, die den Parvis de Saint-Gilles abschließt.

Stopp 6 von 7Weiter: Parvis de Saint-Gilles

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Jugendstil in Saint-Gilles und Ixelles“ — 7 Stopps, etwa 3 km, 2–3 Stunden.

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