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Parvis de Saint-Gilles

Parvis de Saint‑Gilles / Église Saint‑Gilles

Zum Abschluss führt die Route zurück zu dem Kirchengelände, aus dem der Stadtteil Saint-Gilles entstand.

15 Min.
Die Saint-Gilles-Kirche mit hohem Turm und eklektischer Fassade.
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Hauptportal der Kirche
  • Relief mit dem Einsiedler und der Hindin
  • Stufen vor dem Eingang
  • Geschwungener Platz

Die Geschichte des Ortes

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Die Stufen führen zum Haupteingang der dritten Kirche an diesem Ort. Sie wurde nach einem Entwurf von Victor Besme errichtet und im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig vollendet; ihr Altar zeigt nach Westen, obwohl er bei den beiden früheren Kirchen nach Osten ausgerichtet war. Der Raum bei den Stufen ist geschwungen, weil er entlang des Anfangs der abgerissenen Rue Jourdan angelegt wurde. Dort, wo der Platz an die Treppe grenzt, bestattete man früher Gemeindemitglieder.

Vor der Saint-Gilles-Kirche wird an mehreren Tagen in der Woche ein Markt aufgebaut; in der übrigen Zeit stehen auf dem Platz die Tische der Cafés. Das Wort „Parvis“ selbst bezeichnet den Platz vor einem Kircheneingang. Doch die Kirche entstand hier vor dem Platz, und der Name des Heiligen ging von ihr auf den gesamten Brüsseler Stadtteil über.

Im Jahr zwölfhundertsechzehn war Obbrussel – so nannte man damals Oberbrüssel – von der Pfarrei Forest abhängig. Auf Bitte von Heinrich I. von Brabant, dem Herzog von Brabant, erhielten die Einwohner eine eigene Pfarrei, eine Kirche, ein Taufbecken und einen Friedhof. Nun konnten Kinder vor Ort getauft und Verstorbene beigesetzt werden. Um das Kirchengelände sammelten sich die ersten Häuser des künftigen Saint-Gilles.

Die Pfarrei wurde dem heiligen Ägidius, einem frühmittelalterlichen Einsiedler, geweiht. Er wurde als Schutzpatron der Menschen mit Behinderungen, der Armen und der Schmiede verehrt, und man bat ihn um Heilung; innerhalb der neuen Pfarrei befand sich ein Leprosorium. Auf dem Portal der heutigen Kirche ist die Legende über Ägidius dargestellt: Während einer königlichen Jagd versteckte sich eine Hindin bei dem Einsiedler, und der für sie bestimmte Pfeil durchbohrte ihm die Hand. Das ist eine Legende und keine belegte Episode seiner Biografie.

Die erste Kirche stand hier mehr als dreieinhalb Jahrhunderte lang. Im Jahr fünfzehnhundertachtundsiebzig belagerten spanische Truppen Brüssel. Die Kirche lag außerhalb der Stadtmauern und hätte den Belagerern als Beobachtungspunkt dienen können. Die Einwohner von Obbrussel rissen ihre eigene Pfarrkirche ab, um dies zu verhindern.

Sie zerstörten das Gebäude, in dem sie Kinder getauft und Angehörige beigesetzt hatten, und sie mussten siebzehn Jahre auf Ersatz warten. Im Jahr fünfzehnhundertfünfundneunzig begann man auf demselben Gelände mit dem Bau der zweiten Kirche. Fünf Jahre später wurde der Chor geweiht, doch das Dach über dem Langhaus wurde erst im Jahr siebzehnhundertsechsundfünfzig fertiggestellt. Auch dieser Bau verschwand: Im neunzehnten Jahrhundert war die Bevölkerung von Saint-Gilles so stark gewachsen, dass die Gemeindemitglieder nicht mehr hineinpassten.

Die heutige Kirche ist die dritte. Victor Besme entwarf sie im Jahr achtzehnhundertzweiundsechzig, und der Bau wurde im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig vollendet. Die beiden früheren Kirchen hatten ihren Altar nach Osten ausgerichtet; der Altar der heutigen Kirche zeigt nach Westen, und ihr Haupteingang zur Chaussée de Waterloo. Von den Kirchen, um derentwillen die Einwohner einst den ersten Bau opferten, sind unter der heutigen keine sichtbaren Teile erhalten.

Im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig nahm der Markt den engen Platz am Kircheneingang ein. Hier verkaufte man Gemüse, Obst und Milchprodukte. Gegen Ende des Jahrhunderts reichte den Händlern der Platz nicht mehr. Im Jahr neunzehnhundert genehmigte der Gemeinderat den Plan des Architekten Edmond Quétin: Die Gemeinde kaufte den Anfang der Rue Jourdan mitsamt den dörflichen Häusern, einem Emaillierbetrieb, einer Eisenwarenfabrik und dem alten Gasthaus „Zum Königshof“ auf und riss ihn ab. Auf dem freigewordenen Gelände entstand ein langer Platz, der sich zur Kirche hin erweitert.

An den Stufen, an denen heute Marktstände und Tische auftauchen, lag früher der Pfarrfriedhof. Der lang gezogene, geschwungene Teil des Parvis de Saint-Gilles nimmt den verschwundenen Abschnitt der Rue Jourdan ein – genau das Stück, das für den Markt freigeräumt wurde.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittfrei zugänglich

Die Kirche wird genutzt; der Zugang zum Inneren hängt von Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen ab. Der Markt auf dem Parvis de Saint-Gilles hat eigene Öffnungszeiten.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist ein genutzter öffentlicher Raum und keine Museumskulisse: Gehen Sie um die Marktstände herum, stören Sie die Gemeindemitglieder nicht und bedenken Sie, dass der Markt nicht ständig stattfindet. Suchen Sie für den Abschluss einen ruhigen Ort mit Blick auf Kirche und Platz.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Beenden Sie den Spaziergang an den Stufen, wo die alte Pfarrei zum heutigen Platz wurde.

Stopp 7 von 7Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Jugendstil in Saint-Gilles und Ixelles“ — 7 Stopps, etwa 3 km, 2–3 Stunden.

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