Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Containerturm
- Stahlstreben
- Seitenmodule
- Aussichtsplattform
Die Geschichte des Ortes
Die vier unteren Ebenen sind hier den Verkaufsräumen überlassen, und darüber steigt eine Treppe zur Aussichtsplattform empor. Die beinahe fünfundzwanzig Meter hohe Konstruktion wird von einer schweren Fundamentplatte und Stahlstreben gehalten: Ohne sie könnte ein starker Wind sie umwerfen. An der Fassade befinden sich nun neunzehn Module — zwei Seitenmodule kamen später hinzu, und das ursprünglich kurzlebige Bauwerk hat seine vorgesehene Lebensdauer überdauert.
Dieser Turm aus Seefrachtcontainern ist das Geschäft des Unternehmens FREITAG. FREITAG ist der Familienname der Brüder Daniel und Markus Freitag, Zürcher Grafikdesigner. Im Jahr neunzehnhundertdreiundneunzig nähten sie sich eine robuste Fahrradtasche aus einer alten Lkw-Plane, Sicherheitsgurten aus Autos und einem Fahrradschlauch. Mit der Zeit wurde daraus ihr Handwerk und ihr Unternehmen. Bis zum Jahr zweitausendsechs verkauften die Brüder jährlich mehr als einhundertzwanzigtausend Taschen und suchten in Zürich einen Ort für ein eigenes großes Geschäft.
Eines Morgens ging Markus in die Werkstatt und sah hier eine Anzeige: Parkplatz zu vermieten. Das Grundstück passte von der Lage her, war aber für ein gewöhnliches Handelsgebäude zu klein. Am Abend stapelte das Team Bausteine und kam zu der Entscheidung, Räume übereinanderzustellen. Für die Brüder war dies die erste große Investition: Sie bauten den Turm mit einem Kredit, den sie von der Bank auf der anderen Straßenseite erhalten hatten.
Die Architekten Annette Spillmann und Harald Echsle verwandelten diese Idee in ein Geschäft. In Hamburg wählte man siebzehn ausgemusterte Seefrachtcontainer aus und brachte sie mit dem Zug nach Zürich. Sie wurden mit Verbindungen zusammengefügt, die im Seeverkehr verwendet werden: Die Konstruktion sollte sich leicht wieder zerlegen lassen. Das war auf einem gemieteten Grundstück wichtig, wo die Eigentümer damit rechneten, nur fünf bis zehn Jahre zu bleiben.
Doch die fertigen Kästen zu stapeln, reichte nicht aus. Um Verkaufsräume zu schaffen, schnitten die Bauarbeiter die Längswände und Decken heraus und schweißten anschließend Stahlstreben ein. Die Ingenieure fügten eine schwere Fundamentplatte hinzu, sonst hätte ein starker Wind den beinahe fünfundzwanzig Meter hohen Stapel umwerfen können. Die vier unteren Ebenen nahm das Geschäft ein, neun Containeretagen bildeten einen Treppenturm, der zur Aussichtsplattform führt.
Das Geschäft eröffnete im Jahr zweitausendsechs. Später fügte man noch zwei Seitenmodule hinzu, deshalb stehen hier nun neunzehn Container. Im Jahr zweitausendneunzehn wurde das Gebäude renoviert, obwohl die ursprünglich vorgesehene Frist von zehn Jahren längst abgelaufen war.
Unten verkauft man weiterhin Taschen aus ausgedienten Lkw-Planen. Oben zeigt eine Panoramatafel unter den städtischen Orientierungspunkten das Haus auf der anderen Seite der Gleise, in dem die Brüder das erste Muster nähten. Der Turm blieb länger stehen, als seine Schöpfer erwartet hatten, und die Zahl der Container an der Fassade bewahrt die Spur seiner Erweiterung: siebzehn ursprüngliche Container und zwei später angebaute.
Praktisch vor Ort
Mo-Fr 11:00-19:00, Sa 10:00-18:00, So geschlossen; die Terrasse ist während der Öffnungszeiten des Geschäfts geöffnet.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Containerkonstruktion ist von der Straße aus sichtbar; betreten Sie sie und steigen Sie nur hinauf, wenn das Geschäft geöffnet und der Zugang nicht eingeschränkt ist.
