Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Lange Backsteinfassade
- Gusseiserne Stützen
- Glaseinsätze
- Metallkonstruktionen
Die Geschichte des Ortes
Hinter der langen Backsteinfassade ist ein riesiger Fabrikbau erhalten geblieben: Gusseiserne Stützen und Metallkonstruktionen tragen weiterhin einen etwa einhundertzwanzig Meter langen Raum. Als die Produktion fortging, eignete sich das unter Denkmalschutz stehende Gebäude besser dazu, die verstreuten Dienste des Schauspielhaus Zürich hier zusammenzuführen, als es in kleine Räume aufzuteilen. In die alte Werkstatt setzte man eigenständige Blöcke aus Glas und Beton ein und ließ Backstein und Metall als Teil der Säle bestehen. Heute arbeiten unter diesem Dach drei Bühnen, Proben- und Kulissenwerkstätten, Kostümwerkstätten und technische Dienste; daneben befinden sich ein Restaurant und ein Jazzclub.
Der Name „Schiffbau“ bedeutet „Schiffbau“ und beschreibt die frühere Arbeit dieses Gebäudes wörtlich. Anfang der achtzehnhundertneunziger Jahre verlegte die Firma Escher Wyss die Produktion aus dem engen Zentrum von Zürich hierher. In der langen Backsteinkessel- und Schmiedewerkstatt montierten Arbeiter Dampfmaschinen, Kessel und Schiffsrümpfe. Hunderte Schiffe gingen durch diese Werkstatt. Zwei hiesige Raddampfer – die Stadt Zürich und die Stadt Rapperswil – fahren noch immer auf den Zürichsee.
Als der Schiffbau endete, blieb von der Produktion eine leer stehende, unter Denkmalschutz stehende Hülle zurück: Backsteinmauern, gusseiserne Stützen und ein etwa einhundertzwanzig Meter langer Raum. Anfang der neunzehnhundertneunziger Jahre erwarb die Leitung des Schauspielhaus Zürich einen Teil der ehemaligen Fabrik. Die Theaterlager, Probenräume und Werkstätten waren damals über die Stadt verstreut; der Transport von Kulissen und die Arbeit der technischen Dienste wurden zu einem eigenen Vorgang. Hier konnten sie unter einem Dach zusammengeführt werden.
Die Architekten fügten in den alten Baukörper eigenständige Räume aus Glas und Beton ein, ohne die Werkstatt selbst wesentlich zu verändern. Dadurch ließ sich der große Saal für eine bestimmte Aufführung umgestalten, während die Backsteinmauern und Metallkonstruktionen innerhalb des Bühnenraums blieben.
Als Erster erprobte Christoph Marthaler diese Möglichkeit – der neue künstlerische Leiter des Theaters, der einen Vertrag über fünf Jahre erhalten hatte und hier experimentelle Inszenierungen spielen lassen wollte. Im September zweitausend eröffnete er den Schiffbau mit seinem eigenen Stück „Hotel Angst“. Der Regisseur bezog die Wände der ehemaligen Werft in das Bühnenbild ein: Das Publikum sah nicht das Abbild eines alten Industrieraums, sondern den Raum selbst.
Auf die Premiere folgten zwei unvereinbare Ergebnisse. Theaterkritiker nannten das Schauspielhaus Zürich zweimal hintereinander Theater des Jahres. Marthaler wurde zu Festivals eingeladen, und die neuen Säle erlangten weit über die Schweiz hinaus Bekanntheit. Zugleich hielten seine Inszenierungen das frühere Publikum nicht: Fast die Hälfte der Abonnementinhaber lehnte es ab, ihre Abonnements zu verlängern. Der Umbau des Schiffbau kostete elf Millionen Franken mehr als veranschlagt, und der Verwaltungsrat brachte die finanziellen Probleme mit dem Rückgang der Besucherzahlen in Verbindung.
Im Jahr zweitausendzwei wurde Marthaler mitgeteilt, dass sein Fünfjahresvertrag vorzeitig gekündigt werde. Proteste aus der Theatergemeinschaft zwangen den Verwaltungsrat, die Entlassung zurückzunehmen; der Regisseur hielt die weitere Belastung jedoch für unerträglich und ging im Jahr zweitausendvier. Vor seinem Weggang inszenierte er „Hotel Angst“ erneut im Schiffbau. Die Aufführung, mit der der Streit über leere Plätze begonnen hatte, beendete seine Arbeit vor ausverkauftem Haus.
Heute befinden sich hinter derselben Backsteinfassade drei Bühnen, Probenräume, Kulissen- und Kostümwerkstätten, technische Dienste, ein Restaurant und ein Jazzclub. Die Wände, die Marthaler erstmals als fertiges Bühnenbild genutzt hatte, wurden nie mit einer Theaterverkleidung bedeckt.
Praktisch vor Ort
Der Zugang zu den Bühnen und einem Teil der Innenräume hängt vom Programm des Schauspielhaus/Moods/LaSalle ab.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Geschichte ist auch ohne Eintritt verständlich; eine Aufführung oder Veranstaltung erfordert eine eigene Planung, und die Arbeitsbereiche des Theaters sind für eine Besichtigung beim Spaziergang geschlossen.
