Stopp 8 von 8

Josefwiese

Josefwiese

Das Finale verlagert das Gespräch von großen Projekten zu Nachbarn, die sich für einen einzigen Raum im Quartier einsetzten.

15 Min.
Grüner Park Josefwiese mit Rasen und Blick auf städtische Gebäude
Andreas Buschmann · CC BY 2.5; cropped/resized for app
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Rechteckige Wiese
  • Baumreihen
  • Milchhüsli
  • Provisorischer Kiosk

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Die Josefwiese hat die Form eines Volksparks bewahrt: Eine rechteckige Wiese zum Spielen und zur Erholung ist von Baumreihen eingefasst. Sie wurde auf dem letzten großen freien Grundstück des Industriequartiers angelegt, daneben errichtete man einen Pavillon mit Umkleideräumen, Toiletten und einem Verkaufstresen für alkoholfreie Getränke. Wegen des Milchverkaufs nannte man den Pavillon Milchhüsli. Heute bleibt die Wiese geöffnet, und neben dem geschlossenen Pavillon ist ein provisorischer Kiosk in Betrieb.

Mitte der neunziger Jahre baten Eltern aus den umliegenden Häusern die Stadt, ihnen den leer stehenden Pavillon auf der Josefwiese zu überlassen. Sie wollten hier einen „Mittagstisch“ einrichten: einen Ort, an dem Kinder essen und einen Teil des Tages in der Nähe ihres Zuhauses verbringen konnten. Nachdem sie abgewiesen worden waren, beschafften die Eltern einen Bauwagen, stellten ihn direkt auf die Wiese und begannen, dort Kinder zu versorgen.

Die Wiese wurde nicht wegen einer günstigen Adresse ausgewählt. Im Industriequartier war sie das letzte große unbebaute Grundstück. Der Stadtgarteninspektor Rotpletz entwarf hier einen Volkspark: eine große rechteckige Fläche zum Spielen, für Sport und Erholung, umgeben von Baumreihen. Der Park wurde im Jahr neunzehnhundertvierundzwanzig eröffnet, und zwei Jahre später kam ein Pavillon mit Umkleideräumen, Toiletten und einem Verkaufstresen für alkoholfreie Getränke hinzu. Wegen des Milchverkaufs nannte man ihn Milchhüsli.

Der Name Josefwiese bedeutet „Josefs Wiese“, doch damit ist kein Heiliger gemeint. Der Park übernahm den Namen der benachbarten Josefstrasse. In den Jahren achtzehnhundertsiebenundsiebzig und achtzehnhundertachtundsiebzig überließ der Gipsermeister Josef Blickle der Gemeinde kostenlos Land für diese Straße und baute anschließend einige der ersten Häuser an ihr. Er verdiente am Bauen und investierte in das rasche Wachstum des Vororts, ging jedoch im Jahr achtzehnhundertvierundachtzig bankrott. Die Straße erhielt ihren Namen noch zu seinen Lebzeiten – und zwar nur den Vornamen, nicht den Nachnamen; von der Straße ging er auf die Wiese über.

Für die Eltern der neunziger Jahre war das Milchhüsli der einzige bereits nutzbare Raum mitten auf dem Spielplatz. Familien versuchten damals, aus dem Quartier wegzuziehen, und die Stadt gab Kindern Tramfahrkarten, damit sie ihre Freizeit in anderen Quartieren verbrachten. Nach der Schließung des Platzspitz – eines Parks, in dem Drogen offen verkauft und konsumiert wurden – fürchteten städtische Stellen, dass sich dieses Umfeld hierher verlagern würde. Der unbeaufsichtigte Bauwagen schien ein zusätzliches Risiko zu sein.

Die Eltern entfernten den Mittagstisch nicht. Schließlich erklärte sich die Stadt bereit, ihrem Verein das Milchhüsli zu überlassen, unter der Bedingung, dass sie es dauerhaft nutzten und hier Treffen veranstalteten. Seit dem Jahr neunzehnhundertsechsundneunzig betrieb der Verein Josefwiese im Pavillon ein Bistro ohne Konsumzwang und veranstaltete Kurse, Feste und Tauschbörsen für die Bewohner des Quartiers.

Im Juni zweitausendfünfundzwanzig wurde das Milchhüsli durch einen Brand schwer beschädigt. Der Park selbst blieb geöffnet, und der Verein zog erneut in einen provisorischen Raum um und setzte den Verkauf bei Im Viadukt fort. Den Bauwagen der Eltern gibt es längst nicht mehr; der geschlossene alte Pavillon und der provisorische Kiosk wiederholen jene Entscheidung, mit der das heutige Leben der Josefwiese begann.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvor Ort prüfen

Öffentlicher Park; einzelne Anlagen, Kiosk, Wasserspiele und Grillzonen richten sich nach Saison und städtischen Vorschriften.

Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist eine lebendige Quartierwiese, kein stilles Denkmal: Teilen Sie den Raum mit spielenden Kindern, Sportlern und Gruppen von Anwohnern.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Der Spaziergang endet beim Milchhüsli – nicht an einem Hochhaus und nicht an einem Theater, sondern an einem Pavillon im Quartier.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zürich-West nach den Fabriken“ — 8 Stopps, etwa 3,6 km, 2 Std..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt