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Predigerkirche und Zähringerplatz

Predigern

Diese Station zeigt, wie kirchliche Räume nacheinander dem Gebet, dem Wein, dem Getreide und den Büchern dienten.

15 Min.
Der Turm von Predigern und der Hof bei der Kirche.
Roland zh · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Fassade der Predigerkirche
  • Gebäude der Zentralbibliothek Zürich
  • Gotischer Chor
  • Zähringerplatz

Die Geschichte des Ortes

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Die Dominikaner bauten ihre Kirche am Zähringerplatz für Predigten in der Stadt. Auf Deutsch nannte man die Brüder Prediger, und dieser Beiname blieb in den Namen rund um den Platz erhalten. Die Fassade der Predigerkirche liegt am Zähringerplatz, und daneben steht die Zentralbibliothek Zürich, die an der Stelle der abgebrannten Klostergebäude errichtet wurde. Im gotischen Chor befinden sich Lesesäle der Musik- und Kartensammlungen, und die Mauer trennt den Chor noch immer vom Kirchensaal.

Der Zähringerplatz ist nach Berthold V. von Zähringen benannt, dem letzten Herzog seines Geschlechts, der bis zu seinem Tod im Jahr eintausendzweihundertachtzehn über die kaiserlichen Rechte in Zürich verfügte. Die erste Einrichtung an diesem Ort wird jedoch mit seinem Vater, Berthold IV. von Zähringen, verbunden. Das genaue Gründungsdatum ist unbekannt, doch eine päpstliche Urkunde aus dem Jahr eintausendzweihundertvier nimmt das von einem Zähringer Herzog erbaute Heiliggeistspital bereits unter ihren Schutz.

Der Herzog hoffte, mit dieser Schenkung zum Heil seiner eigenen Seele beizutragen. Das Spital nahm Menschen auf, die nicht für eine Unterkunft bezahlen konnten: Kranke, Arme und Reisende. Es wurde von einer Laienbruderschaft verwaltet und durch Spenden unterhalten. Für einen Menschen des Mittelalters bedeutete das Wort „Spital“ zugleich Herberge, Armenhaus und Ort der Krankenpflege.

Etwa ein Vierteljahrhundert später ließen sich nebenan Dominikaner nieder. Der vollständige Name des Dominikanerordens lautet Brüderprediger; auf Deutsch nannte man die Brüder „Prediger“. Sie lebten von Almosen und brauchten ein beständiges städtisches Publikum. Im Jahr eintausendzweihunderteinunddreißig begannen die Brüder hier mit dem Bau einer großen Kirche, die für Predigten an die Bewohner des ganzen Zürich bestimmt war. Von diesen Menschen stammen die Namen Predigerkirche, Predigerplatz und Kirchgemeinde Predigern.

Spital und Kloster standen jahrhundertelang nebeneinander, bis der Stadtrat sie gewaltsam zusammenführte. Im Jahr eintausendfünfhundertvierundzwanzig, während der Reformation, hob der Rat die Bettelorden auf. Die letzten Dominikaner wurden in das ehemalige Franziskanerkloster verlegt, ihre Einkünfte und Gebäude dem Spital übergeben, und die Gottesdienste wurden eingestellt.

Für das Spital bedeutete dies neue Räume. Für die Kirche bedeutete es eine Zerlegung in Teile. Zwischen dem Saal für die Gemeindemitglieder und dem Klosterchor errichtete man eine Mauer. Im Chor baute man hölzerne Geschosse ein und lagerte Getreide; unten blieb eine Spitalkapelle. Im ehemaligen Kirchensaal stellte man fünf große Weinpressen auf. Menschen aus dem Niederdorf kamen, um in der engen Kapelle auf der einen Seite der Mauer zu beten, während man auf der anderen Seite Trauben presste.

Im Jahr eintausendsechshundertsieben beschloss der Stadtrat, den Saal den Bewohnern des Niederdorfs zurückzugeben. Die Pressen wurden entfernt, der Raum umgebaut, und im Jahr eintausendsechshundertvierzehn eröffnete hier eine eigenständige reformierte Pfarrkirche. Dominikaner gab es dort nicht mehr, doch ihr städtischer Beiname blieb der Gemeinde erhalten.

Das Spital nutzte die benachbarten Gebäude bis zu seinem Umzug in einen Neubau im Jahr eintausendachthundertzweiundvierzig. Danach diente das ehemalige Kloster als Unterkunft für chronisch Kranke und als Wohnraum für Arme, bis die Gebäude im Jahr eintausendachthundertsiebenundachtzig abbrannten. An ihrer Stelle wurde bis zum Jahr eintausendneunhundertsiebzehn die Zentralbibliothek Zürich errichtet. Auch der gotische Chor war zu diesem Zeitpunkt bereits den Büchern überlassen worden.

Im Jahr eintausendneunhundertneunundachtzig entschieden die Einwohner des Kantons, ob der Chor freigeräumt und wieder mit dem Kirchensaal verbunden werden sollte. Die Befürworter der Bibliotheksnutzung gewannen mit ungefähr drei Stimmen gegen zwei. Deshalb blieb die mittelalterliche Grenze bestehen: Hinter der Mauer ist die Kirchgemeinde Predigern ansässig, und im ehemaligen Klosterchor befinden sich die Lesesäle der Musik- und Kartensammlungen der Zentralbibliothek Zürich.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktGrossmünster
Eintrittfrei zugänglich

Offiziell: Mo 12:00–17:00, Di–So 10:00–17:00; freier Eintritt, kurzfristige Änderungen, Gottesdienste und Veranstaltungen sind möglich.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Gehen Sie zuerst außen um den Chor herum: An den Mauern lässt sich der architektonische Kompromiss besser erkennen. Wenn die Kirche geöffnet ist, bewahren Sie Ruhe; betrachten Sie die Bibliotheksräume nicht als frei zugänglichen Teil der Besichtigung.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie die Bibliothek hinter sich und gehen Sie durch die alten Viertel hinunter zum Grossmünster.

Stopp 2 von 6Weiter: Grossmünster

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Wie sich das alte Zürich wandelte“ — 6 Stopps, etwa 2,5 km, 2 Stunden.

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