Stopp 4 von 7

Seebad Utoquai

Seebad Utoquai

Hier wird aus einem Streit um den Anstand eine praktische Frage: Wer darf den See der Stadt nutzen?

15 Min.
Der hölzerne Badepavillon des Seebads Utoquai und die Uferpromenade mit Sonnenschutzterrassen.
Roland zh · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
1234567

0 von 7 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Holzkörper auf Pfählen
  • Zwei zum See hin offene Becken
  • Sonnenterrassen
  • Getrennte Ruhebereiche

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Der Holzkörper auf Pfählen ragt direkt in den See hinein und dient als Badeanstalt; die beiden verbliebenen Becken sind zum Wasser hin offen, darüber befinden sich Sonnenterrassen. Er wurde als Ersatz für die Riesbachbadi errichtet, die nach dem Bau der Uferanlagen abgerissen worden war: Die damals eigenständige Gemeinde musste den Bewohnern den gewohnten Zugang zum See erhalten. Im Inneren gab es einst vier Abteilungen mit jeweils eigenem Becken und Zugang ins Wasser, die durch Wände den Blicken vom Ufer entzogen waren. Später kamen die Menschen nicht mehr nur hierher, um sich zu waschen und schwimmen zu lernen, und die beiden mittleren Becken wurden mit Plattformen zum Ausruhen abgedeckt.

Drei Jahre vor der Eröffnung des hier stehenden Seebads versicherte ein anonymer Autor der „Neuen Zürcher Zeitung“, ein Gegner des Projekts, den Lesern: Frauen und Mädchen würden sich nicht an das freie Leben am Wasser gewöhnen und es nicht wagen, den offenen See zu betreten.

Bei dem Streit ging es nicht um müßige Unterhaltung. Badezimmer waren noch selten, deshalb dienten die städtischen Badeanstalten der Hygiene und dem Schwimmunterricht. Nach dem Bau der Uferanlagen wurde die frühere Riesbachbadi abgerissen. Die damals eigenständige Gemeinde musste entweder Ersatz schaffen oder den Bewohnern den gewohnten Zugang zum Wasser nehmen.

Riesbach gab beim Architekten William Henri Martin ein neues Seebad in Auftrag. Er sollte Männer und Frauen unter einem Dach aufnehmen, ohne gegen die damaligen Vorstellungen von Anstand zu verstoßen. Martin errichtete einen Holzkörper auf Pfählen und teilte ihn durch Wände in vier abgeschlossene Abteilungen: für Frauen, Mädchen, Männer und Jungen. Jede Abteilung besaß ein eigenes Becken mit Zugang zum See; vom Ufer aus konnte man die Badenden nicht sehen.

So durften hier im Jahr achtzehnhundertneunzig erstmals in Zürich Männer und Frauen dieselbe Badeanstalt benutzen – unter der Bedingung, dass sie getrennt schwammen. Den Gegnern des Projekts in der Zeitung gelang es nicht, das Vorhaben zu stoppen, und Frauen und Mädchen bekamen eigene Becken, statt dass man ihnen riet, sich vom „wilden See“ fernzuhalten.

Im Jahr neunzehnhundertacht brauchten die Besucher bereits mehr als einen abgeschlossenen Ort zum Waschen und Schwimmen. Auf den Dächern wurden Sonnenterrassen eingerichtet: Die Menschen kamen hierher, um sich zu sonnen und mehrere Stunden am Wasser zu verbringen. Das Seebad verlor nach und nach seine Türme und einen Teil der inneren Trennwände. Die beiden mittleren Becken wurden im Jahr neunzehnhundertdreiundsiebzig mit Plattformen zum Ausruhen überdeckt.

Heute ist dies das älteste erhaltene Seebad Zürichs. Von den ursprünglich vier Becken sind zwei geblieben, und die getrennten Sonnenterrassen für Frauen und Männer spiegeln bis heute die Trennung wider, die Martin auf Wunsch der Gesellschaft, die gemeinsames Baden fürchtete, in den Plan aufgenommen hatte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPavillon Le Corbusier
Eintrittvon außen / in der Saison mit Ticket

Saison 2026: 11. April-25. Oktober; die Öffnungszeiten variieren je nach Zeitraum, in den Hauptwochen bis 21:00 Uhr, Eintritt kostenpflichtig.

Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Das Erscheinungsbild des Seebads lässt sich von der Uferpromenade aus erkennen. Eintritt, Schwimmen, Terrassen und andere Angebote gehören zu einem gesonderten Besuch; betreten Sie die geschlossenen Badebereiche nicht ohne Eintrittskarte.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Folgen Sie der Uferpromenade bis zum farbigen Pavillon auf der Blatterwiese.

Stopp 4 von 7Weiter: Pavillon Le Corbusier

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zürich am See: Plätze, Parks und Kunst“ — 7 Stopps, ca. 2,5 km, 2–2,5 Std..

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt