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Pavillon Le Corbusier

Pavillon Le Corbusier

Diese Station zeigt, welchen Preis die private Auftraggeberin zahlte, damit das letzte Projekt des Architekten doch noch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

15 Min.
Der farbenfrohe Pavillon Le Corbusier am Seeufer.
Tiia Monto · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Stahldach auf neun Stützen
  • Farbige emaillierte Paneele
  • Gläserner Baukörper
  • Rampe

Die Geschichte des Ortes

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Neun Stützen tragen das Stahldach, und darunter ist aus verschraubten Bauteilen ein gläserner Pavillon mit farbigen emaillierten Paneelen zusammengesetzt. Am Rand der Blatterwiese stellte die Stadt dafür ein Grundstück für ein öffentlich zugängliches Museum bereit. Der Entwurf bot Platz für Ausstellungsräume, eine Bibliothek, ein Atelier, eine Küche, eine Terrasse und eine Rampe. Heute wechseln die Wechselausstellungen jedes Jahr, während das Dach, die Paneele und die Rampe weiterhin zur Ausstellung gehören.

Den Auftrag für diesen Pavillon dachte sich Heidi Weber aus und bezahlte ihn auch. Sie war eine Zürcher Innenarchitektin, Inhaberin der Galerie Mezzanin und eine Mutter, die ihren Sohn allein großzog. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie mit der Gestaltung von Innenräumen, dem Verkauf von Kunst und mit Möbeln. Eben diese Einkünfte setzte Weber aufs Spiel, als sie beschloss, ein Museum für den Mann zu bauen, dessen Name heute am Gebäude steht.

Le Corbusier ist der Berufsname des schweizerisch-französischen Architekten und Künstlers Charles-Édouard Jeanneret-Gris. Weber lernte ihn im Jahr neunzehnhundertachtundfünfzig kennen. Sie bemühte sich um das Recht, seine bereits Ende der zwanziger Jahre entworfenen Stahlrohrsessel herzustellen, und stellte danach in ihrer Galerie seine Gemälde, Zeichnungen, Wandteppiche und Möbel aus. Die Besucher sahen diese Dinge einzeln in einem gewöhnlichen Ausstellungsraum. Weber wollte alle Tätigkeitsfelder Le Corbusiers in einem Haus vereinen, das er selbst entwerfen sollte.

Sie zeigte dem Architekten ein Grundstück am Zürichsee, am Rand der Blatterwiese. Das Grundstück gehörte der Stadt. Die Stadtverwaltung überließ es Weber für fünfzig Jahre unter der Bedingung, dass das dort errichtete Gebäude als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben würde. Dieser Vertrag erklärt, warum das private Vorhaben der Galeristin ausgerechnet in einem städtischen Park verwirklicht wurde.

Den ersten Entwurf plante Le Corbusier in Beton. Weber bestand auf Metall, und der Architekt überarbeitete den Entwurf. Über dem Grundstück errichtete man ein separates Stahldach auf neun Stützen; darunter wurde aus verschraubten Sektionen ein Baukörper mit Glas und farbigen emaillierten Paneelen zusammengesetzt. Im Inneren entstanden Ausstellungsräume, eine Küche, ein Atelier, eine Bibliothek, eine Rampe und eine Terrasse. Weber hatte ein Museum für Malerei, Möbel und Architektur in Auftrag gegeben; schließlich wurde das Gebäude selbst zu einem Teil der Ausstellung. Es ist der einzige realisierte Bau Le Corbusiers aus Stahl und Glas.

Im August neunzehnhundertfünfundsechzig starb der Architekt. Er hatte die letzten Pläne noch unterschrieben, doch der Bau kam zum Stillstand. Danach stieg der für die Umsetzung verantwortliche Zürcher Architekt aus dem Projekt aus. Weber hatte bereits eigene Mittel investiert und von der Stadt das Grundstück mit der Verpflichtung erhalten, dort ein Museum zu betreiben. Sie stellte ein neues Team aus Mitarbeitern des Ateliers von Le Corbusier zusammen und brachte die Arbeiten zu Ende.

Im Sommer neunzehnhundertsiebenundsechzig wurde das Gebäude unter dem Namen Centre Le Corbusier – Heidi Weber Museum eröffnet. Der Architekt selbst sah es nicht mehr vollendet. Weber wurde Direktorin und Kuratorin: In den ersten fünf Jahren organisierte sie hier neunzehn Ausstellungen und begleitend dazu Vorträge und Treffen über Architektur, moderne Kunst, die Stadt und die Umwelt. Nach ihrer Vorstellung sollten die Besucher in einem Bauwerk über die Gegenwart diskutieren, in dem Le Corbusier seine eigenen Vorstellungen vom Haus, von der Ausstellung und von der Bewegung des Menschen vereint hatte.

Nach fünfzig Jahren griff die Bestimmung des ursprünglichen Vertrags. Im Jahr neunzehnhundertvierzehn lief das Nutzungsrecht am Grundstück aus, und der Pavillon ging an die Stadt über. Nach der Restaurierung wurde er dem Museum für Gestaltung Zürich anvertraut und erhielt seinen heutigen Namen: Pavillon Le Corbusier. Heute wird hier jedes Jahr eine neue Wechselausstellung zu unterschiedlichen Seiten seines Schaffens gezeigt. Die Ausstellungen wechseln, doch das Stahldach, die farbigen Paneele und die Rampe bleiben Teil der Präsentation: Le Corbusier hat sie entworfen, und Heidi Weber sorgte dafür, dass sein letzter Entwurf nach dem Tod des Architekten fertiggestellt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktChinagarten und Seefeldquai
Eintrittaußen / Museum mit Eintrittskarte

Saison 2026: 17. April-29. November; Di-So 12:00-18:00, Do 12:00-20:00, Montag geschlossen.

Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Pavillon wird als Museum betrieben, und die Besichtigung der Innenräume muss gesondert eingeplant werden. Auch bei geschlossenem Eingang sind das Dach, das modulare Tragwerk und die farbigen Fassaden von außen gut zu erkennen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Überqueren Sie die Wiese in Richtung der roten Mauer und des Haupttors des Gartens.

Stopp 5 von 7Weiter: Chinagarten und Seefeldquai

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Zürich am See: Plätze, Parks und Kunst“ — 7 Stopps, ca. 2,5 km, 2–2,5 Std..

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