Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Granitblöcke des äußeren Mauerwerks
- Hohe Fundamentmauern
- Leere obere Plattform
Die Geschichte des Ortes
Die leere obere Plattform über den hohen Granitmauern ist ein Fundament, das für den Hauptturm der Burg Edo vorbereitet wurde. Darüber sollte sich ein hölzerner Tenshu mit fünf Ebenen und sechs Stockwerken erheben, fast sechzig Meter hoch. Im Inneren waren keine Palastgemächer vorgesehen: Der Turm war für den Blick in die Ferne bestimmt und zeigte die Stellung des Hauses Tokugawa. Den etwa zwölf Meter hohen steinernen Sockel errichteten die Fürsten des Hauses Maeda aus Kaga.
Die Steine des Tenshudai wurden erst nach dem Verlust des Turms verlegt. Das frühere Fundament war beim Großbrand von Meireki im Jahr eintausendsechshundertsiebenundfünfzig stark ausgebrannt. Die beschädigten Blöcke wurden entfernt: Einen Teil verbarg man im Inneren des neuen Mauerwerks, einen Teil verwendete man in anderen Befestigungen, und außen setzte man frischen Granit ein.
Über dem früheren Fundament erhob sich der Hauptturm der Burg Edo – der Tenshu. Fünf Ebenen, sechs Stockwerke, fast sechzig Meter über dem Boden. Der Shogun wohnte nicht darin: Er diente als Beobachtungspunkt und als sichtbares Zeichen für die Stellung des Hauses Tokugawa. Nach dem Brand begann die Regierung des vierten Shoguns Tokugawa Ietsuna sofort mit den Vorbereitungen für den nächsten Turm. Den Fürsten des Hauses Maeda aus Kaga wurden die Steinarbeiten übertragen, und schon nach einem Jahr hatten sie das etwa zwölf Meter hohe Fundament fertiggestellt.
Es blieb, die hölzernen Stockwerke zu errichten. Dagegen trat jedoch Hoshina Masayuki auf – der Herrscher von Aizu, Onkel und wichtigste Berater des jungen Ietsuna. Der vorherige Shogun hatte ihm vor seinem Tod aufgetragen, seinem Neffen bei der Regierung des Landes zu helfen, und nun bestimmte Hoshina, wofür nach dem Brand Geld und Arbeitskräfte eingesetzt wurden.
Der Preis wurde nicht allein an der Staatskasse gemessen. Für die Wiederherstellung der Burgmauern mussten die Daimyo aus je zehntausend Maßen an Reisertrag ihrer Herrschaftsgebiete hundert Arbeiter entsenden. Gleichzeitig verteilte die Regierung Reis und Geld an die Brandopfer, hielt den Anstieg der Holzpreise zurück und siedelte ganze Viertel um, damit zwischen ihnen Feuerschneisen entstanden.
Genaue Protokolle des Streits um den Turm sind nicht erhalten. Die Erzählung über Hoshinas Worte wurde viel später, im Jahr eintausendachthundertachtundzwanzig, in einer Sammlung seiner Aussprüche festgehalten. Nach diesem Bericht erinnerte der Berater daran, dass ein Tenshu nicht bei der Verteidigung der Burg helfe und vor allem für den Blick in die Ferne tauge. Nach einer solchen Katastrophe Geld und Arbeitskraft dafür einzusetzen, hielt er für sinnlos.
Hoshinas Meinung wurde angenommen. Der Palast innerhalb der Burg wurde wiederaufgebaut, Ietsuna regierte weiterhin von hier aus, und die Fürsten des Hauses Maeda sahen auf dem von ihnen vollendeten Fundament nie einen Turm. „Tenshudai“ bedeutet „Fundament des Hauptturms“. Auf diesen Granitmauern stand nie ein Turm: Es ist das fertige Fundament des vierten Tenshu, dessen Bau vor dem ersten hölzernen Stockwerk eingestellt wurde.
Praktisch vor Ort
Dieselben Öffnungszeiten wie im Ostgarten des Kaiserpalasts: 9:00–17:00 im frühen Frühling und im September, 9:00–18:00 vom 15. April bis August, 9:00–16:30 im Oktober, 9:00–16:00 im Winter. Montags und freitags geschlossen.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie beim Aufstieg langsam und achten Sie auf den Boden; bei heißem oder nassem Wetter erfordern die freiliegenden Steine besondere Vorsicht.
