Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Straßenschild „Köpmangatan“
- Fassaden entlang der kurzen Straße
- Der Platz Köpmantorget
Die Geschichte des Ortes
In der östlichen Stadtmauer gab es eine Durchfahrt zu einem Anlegeplatz, an dem Boote mit Fisch und anderen Waren ankamen. Von dort zog sich eine kurze Straße mit Läden bis zum großen Marktplatz: Der Verkäufer stand drinnen, während der Käufer draußen wartete und den Einkauf durch einen geöffneten Fensterladen in der Mauer entgegennahm. Die Mauer mit der Durchfahrt wurde abgetragen, das Ufer bebaut, und vom früheren Weg blieben die Fassaden entlang der Straße und der kleine Platz an ihrem Ende.
Köpmangatan bedeutet „Kaufleutestraße“. So nannte man Händler, die große Warenpartien einkauften und sie in einer anderen Stadt oder einem anderen Land weiterverkauften. Unter den Stockholmer Kaufleuten waren Schweden, doch den Fernhandel betrieben lange überwiegend Deutsche aus Lübeck und anderen Städten der Hanse – eines Bundes von Handelszentren an der Ostsee.
Zu Beginn der eintausendzweihundertfünfziger Jahre vereinbarte Birger Jarl, der tatsächliche Herrscher Schwedens, mit Lübeck, den schwedisch-hanseatischen Handel in Stockholm zu bündeln. Den deutschen Kaufleuten wurde erlaubt, hier zu günstigen Bedingungen zu arbeiten, unter anderem ohne Zölle und Steuern, sofern sie sich den schwedischen Gesetzen unterwarfen. Ihr Verdienst hing von zwei Warenströmen ab: In Stockholm verkauften sie mitgebrachtes Salz, Stoffe, Wein, Glas und Gewürze, und für die Rückfahrt kauften sie Eisen, Kupfer, Pelze, Butter und gesalzenen Fisch. Besonders wichtig war Salz aus Lüneburg: Ohne dieses ließ sich Fleisch und Fisch nicht lange aufbewahren.
Die Kaufleute kamen wegen der Lage dieser Straße in diese Straße. Ein Ende führte zum Stortorget, dem wichtigsten städtischen Markt. Das andere führte zu den Köpmansporten in der östlichen Stadtmauer, und dahinter lag der Fiskestrand – das Fischufer, an dem Boote aus den Schären, den nördlichen Regionen und Finnland anlegten. Die auf dem Wasser angekommenen Waren passierten die Tore und gelangten auf die Köpmangatan. Hier unterhielten die Kaufleute Läden. Ein mittelalterlicher Laden ähnelte einem Kiosk: Der Käufer blieb draußen, und der Verkäufer reichte die Ware durch einen in der Wand geöffneten Fensterladen. Erst im siebzehnten Jahrhundert begann man, Kunden in den Laden hineinzubitten.
Indem Birger Jarl den Handel in Stockholm bündelte, ersparte er den Hansekaufleuten Fahrten zu zahlreichen einzelnen Anlegestellen. Die städtischen Bediensteten konnten die Waren an einem Ort prüfen, wiegen und kennzeichnen. Stockholm wurde rasch zur größten Stadt Schwedens. Im Jahr eintausenddreihundertdreiundzwanzig war der Name bereits so geläufig, dass ein Schreiber in einem Rechtsdokument einfach vermerkte: „mitten auf der Straße, die Köpmangatan genannt wird“. Dies ist der früheste schriftlich belegte Name einer Stockholmer Straße, der bis heute erhalten ist.
Am östlichen Ende der Köpmangatan öffnet sich heute der kleine Platz Köpmantorget. Dort gab es nie einen Markt: Der Name ging von der Straße auf ihn über. Bis zum Jahr eintausendsechshundertfünfundachtzig standen an der Stelle des Platzes die Köpmansporten – ein Torbogen mit einem zweigeschossigen Haus darüber. Die Tore wurden abgerissen, das Fischufer verschwand unter späterer Bebauung, und der kurze Weg vom Stortorget zum ehemaligen Ausgang der Stadt blieb die Köpmangatan.
Praktisch vor Ort
Offene Straßenstation ohne zeitliche Einschränkungen.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie langsam und drehen Sie sich gelegentlich um: Die Form der ehemaligen Handelsader lässt sich entlang der Straße besser erkennen als an einer einzelnen Fassade.
