Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Nordtor
- Vergoldete Figur der heiligen Gertrud
- Deutsche Inschrift über dem Tor
- Hoher Kirchturm
Die Geschichte des Ortes
Der hohe Turm über der schmalen Straße kennzeichnet die Kirche der heiligen Gertrud, die aus dem Haus einer Kaufmannsvereinigung hervorging. Deutsche Kaufleute versammelten sich hier bereits in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts; ihre Schutzpatronin war eine Heilige, an die sich Reisende, Kaufleute und Seeleute wandten. Später bauten die Gemeindemitglieder den Kaufmannssaal zum Baukörper der heutigen Kirche um, und darunter sind die Keller des mittelalterlichen Hauses erhalten geblieben. Über dem Nordtor steht noch immer die vergoldete Gertrud, daneben ist die deutsche Inschrift erhalten, und hinter diesem Tor werden bis heute Gottesdienste auf Deutsch gehalten.
Im Jahr eintausendsechshundertsieben überzeugte die deutsche Gemeinde Karl IX. – den König, von dem das Schicksal des Gebäudes abhing –, ihr die gesamte Kirche zu überlassen. Die Finnen, die hier gemeinsam mit den Deutschen beteten, mussten gehen. So entstand das, was auf Schwedisch Tyska kyrkan heißt – die Deutsche Kirche.
Vor der Kirche stand hier das Haus der Kaufmannsvereinigung der heiligen Gertrud. Deutsche Kaufleute versammelten sich darin bereits in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts. Sie wählten Gertrud von Nivelles zu ihrer Schutzpatronin, eine Heilige, an die sich Reisende, Kaufleute und Seeleute wandten. Von ihren Versammlungen ist der offizielle Name der Kirche erhalten geblieben: die Kirche der heiligen Gertrud.
Nach der Reformation löste der König die Kaufmannsvereinigung auf, und im Jahr eintausendfünfhundertvierundvierzig ging ihr Besitz an den Staat über. Johan III., ein König, der Räumlichkeiten für finnischsprachige Gottesdienste suchte, übergab den Finnen das ehemalige Haus der heiligen Gertrud. Die Stockholmer Finnen lebten vom Handel, von Seetransporten und vom städtischen Handwerk; Predigten in ihrer eigenen Sprache hatten sie zuvor in einer engen Kapelle der Storkyrkan gehört. Der Kaufmannssaal wurde erweitert und für ihre Gemeinde eingerichtet.
Die deutsche Gemeinde bestand damals bereits seit etwa zwanzig Jahren. Zu ihr gehörten Kaufleute, Handwerker und Künstler, die ebenfalls einen Priester und Gottesdienste in ihrer Muttersprache brauchten. Im Jahr eintausendfünfhunderteinundsiebzig erlaubte Johan III. ihnen, eine eigene Gemeinde zu gründen und eine Kirche zu bauen, doch die Deutschen mussten den Bau selbst bezahlen. Fünf Jahre später hatten sie noch keine eigene Kirche, und der König machte sie zu Miteigentümern des ehemaligen Hauses der heiligen Gertrud. Seit Ostern eintausendfünfhundertsechsundsiebzig erschien in den Rechnungen der deutschen Gemeinde sogar ein ständiger Ausgabenposten für den Bau der „finnischen Kirche“: Beide Gemeinden unterhielten gemeinsam ein Gebäude.
Dieses Nebeneinander galt nicht als vorübergehend. Finnen und Deutsche hatten ihre eigenen Priester, ihre eigenen Sprachen und denselben Grund, die Kirche als die ihre anzusehen. Nach dem Tod Johan III. erwirkten die deutschen Gemeindemitglieder bei Karl IX. eine neue Entscheidung. Im Jahr eintausendsechshundertsieben befahl der König den Finnen, das gesamte Gebäude zu räumen. Als Ersatz versprach man ihnen die noch nicht fertiggestellte Sankt Jacobs kyrka, doch die Versprechen wurden nicht erfüllt. Die finnische Gemeinde wurde in die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters auf Riddarholmen geschickt – die heutige Riddarholmskyrkan. Die Deutschen wurden zu den alleinigen Eigentümern des Hauses der heiligen Gertrud, und vier Jahre später bestätigte Gustav II. Adolf ihr uneingeschränktes Recht darauf.
Nachdem die Gemeindemitglieder das Gebäude vollständig erhalten hatten, setzten sie alle verfügbaren Mittel für den Umbau ein. Aus dem ehemaligen Kaufmannssaal schufen sie den Baukörper der heutigen Kirche. Darunter sind bis heute die Keller des mittelalterlichen Hauses erhalten. Über dem Nordtor steht eine vergoldete Gertrud, daneben ist auf Deutsch geschrieben: „Fürchtet Gott! Ehrt den König!“ Hinter diesem Tor werden auch heute noch Gottesdienste auf Deutsch gehalten.
Praktisch vor Ort
Eine zuverlässige Außenbesichtigung ist jederzeit möglich; der zugängliche Innenraum hängt vom Gemeindekalender und von Veranstaltungen ab.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Silhouette und der Turm nach dem Brand sind von der Straße aus gut zu sehen. Innenraum und Orgel sind nur zugänglich, wenn die Kirche geöffnet und nicht durch einen Gottesdienst oder eine Veranstaltung belegt ist.
