Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Skulpturengruppe „Der heilige Georg und der Drache“
- Elchgeweih an den Stacheln des Drachen
- Sehnen aus Seilen am Körper des Pferdes
Die Geschichte des Ortes
Solange Stockholm innerhalb der Festungsmauern Platz hatte, kamen die Menschen aus der ganzen Stadt hierher zu den Gottesdiensten: Die Kirche war dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Kaufleute und Seefahrer, geweiht. Als die Hauptstadt weitere große Gemeinden bekam, setzte sich für sie der Name Storkyrkan, also Große Kirche, durch; zur Kathedrale wurde sie erst im Jahr neunzehnhundertzweiundvierzig. Links vom Chor steht eine riesige Holzgruppe: Ein Ritter auf einem sich aufbäumenden Pferd schwingt sein Schwert über einem Drachen, und abseits wartet eine Königstochter. Während der Reformation brachte man fast alle mittelalterlichen Heiligenbilder aus der Kirche hinaus, doch diese Arbeit ließ der König bewahren; die Stacheln des Drachen bestehen aus Elchgeweih, die Sehnen am Körper des Pferdes aus Seilen.
Am Vorabend der Schlacht versammelte Sten Sture der Ältere seine Krieger in dieser Kirche. Er war Regent von Schweden – ein vom Adel anstelle eines Königs gewählter Herrscher – und setzte sich dafür ein, dass das Land nicht vom dänischen König Christian I. regiert wurde. Hinter Christian stand die Kalmarer Union, die Dänemark, Norwegen und Schweden unter einem Monarchen vereinte. Stens Stellung beruhte auf der Unterstützung schwedischer Adliger, des Bauernaufgebots und der Einwohner Stockholms. Eine Niederlage hätte ihn seines Amtes, der Einkünfte aus den ihm verliehenen Ländereien und der Möglichkeit beraubt, an der Spitze des Landes zu bleiben.
Gerade hier versammelte man das Heer, weil dies im Jahr vierzehnhunderteinundsiebzig die gemeinsame Stadtkirche innerhalb der Festungsmauern war. Sie war dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Kaufleute und Seefahrer, geweiht. Der Name Storkyrkan – „Große Kirche“ – setzte sich erst im siebzehnten Jahrhundert durch, als das wachsende Stockholm weitere große Gemeinden bekam. Zur Kathedrale wurde sie noch später, im Jahr neunzehnhundertzweiundvierzig.
Nach der kirchlichen Überlieferung betete Sten Sture hier zum heiligen Georg und versprach, ihm einen Altar zu errichten, falls das Heer siegte. Der heilige Georg war der christlichen Legende zufolge ein Krieger, der einen Drachen tötete und eine ihm als Opfer bestimmte Königstochter rettete. Für Menschen, die gegen Christians Armee ziehen sollten, war die Wahl dieses Schutzpatrons sehr konkret.
Am nächsten Tag griffen Stens Abteilungen die Stellungen des Gegners bei Brunkeberg an, hinter den damaligen Stadtmauern. Christians Heer erlitt eine Niederlage, und der König selbst verließ Schweden. Sten behielt das Amt des Regenten und regierte das Land nach diesem Sieg noch ein Vierteljahrhundert lang.
Achtzehn Jahre später erfüllte er sein Versprechen. Sten und seine Frau Ingeborg Tott übergaben der Kirche die riesige Skulpturengruppe „Der heilige Georg und der Drache“. Darin holt der Ritter mit dem Schwert aus, das Pferd steigt über dem Ungeheuer auf, und abseits wartet die Königstochter. Die Stacheln des Drachen fertigten die Meister aus Elchgeweih, die Sehnen am Körper des Pferdes aus Seilen. Der heilige Georg trägt die Farben Sten Stures: Der Sieger verankerte seine eigene Rolle in einer vertrauten Legende, in der die Königstochter das gerettete Land und der Drache den besiegten Gegner bezeichneten.
Während der Reformation brachten die Menschen die meisten mittelalterlichen Heiligenbilder aus der Kirche hinaus. König Gustav Vasa ordnete an, diese Gruppe zu bewahren: Nun konnte man den Ritter für Gustav selbst und den Drachen für seine dänischen Gegner halten. Die originale Holzskulptur aus dem Jahr vierzehnhundertneunundachtzig steht noch immer in der Storkyrkan, links vom Chor.
Praktisch vor Ort
Zum Zeitpunkt der Überprüfung war der Dom von 09:00–18:00 geöffnet; der Sommerpreis für Erwachsene war mit 100 SEK angegeben, der ermäßigte mit 90 SEK, für Personen unter 18 Jahren war der Eintritt frei. Der Gottesdienst- und Veranstaltungsplan kann den Zugang verändern.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von außen ist nur der architektonische Kontext zugänglich; die Skulptur und das Gemälde befinden sich im Inneren. Prüfen Sie vor dem Besuch, ob der Dom für Besucher geöffnet ist.
