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Stortorget

Stortorget

Der Platz hilft dabei nachzuvollziehen, wie die versprochene Versöhnung zum Zusammenbruch eines ganzen politischen Bündnisses führte.

18 Min.
Der Stortorget in Stockholm
Zairon · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Brunnen
  • Börsenhaus
  • Offene Fläche des Platzes

Die Geschichte des Ortes

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Auf dem Stortorget befindet sich der Brunnen in der Mitte der offenen Fläche, und auf einer Seite ist die blasse Fassade des Börsenhauses zu sehen. Es nahm das Grundstück des alten Rathauses ein; heute befindet sich darin das Nobelpreismuseum. Das Rathaus wurde bereits im achtzehnten Jahrhundert abgetragen, doch der Platz davor blieb unbebaut.

Stortorget bedeutet auf Schwedisch Großer Platz. Im mittelalterlichen Stockholm war der Name treffend: Hier wurde mit Lebensmitteln gehandelt, und an der Stelle des heutigen hellen Börsenhauses stand das Rathaus. Dort tagten die Bürgermeister und der Stadtrat, verhandelten Streitfälle und hielten Gefangene fest. Deshalb richtete man die öffentliche Hinrichtung gerade hier aus, vor dem Gebäude der Stadtverwaltung und auf dem Platz, den die Stadtbewohner für ihre gewöhnlichen Angelegenheiten aufsuchten.

Im Herbst des Jahres eintausendfünfhundertzwanzig belagerte Christian II., der dänische König, Stockholm. Er strebte nach der schwedischen Krone und nach der Wiederherstellung der Kalmarer Union – eines Zusammenschlusses von Dänemark, Norwegen und Schweden unter einem Monarchen. Die Verteidigung leitete Kristina Gyllenstierna, die Witwe des getöteten Herrschers Schwedens, Sten Sture des Jüngeren. Sie war etwa fünfundzwanzig Jahre alt, erst vor Kurzem verwitwet, erwartete ein Kind und trug die Verantwortung für mehrere minderjährige Kinder. Nach sieben Monaten Widerstand erklärte sich Kristina bereit, die Tore zu öffnen: Christian versprach ihr, den Verteidigern der Stadt und deren Anhängern schriftlich Amnestie und völliges Vergessen der früheren Feindschaft.

Am vierten November wurde Christian in der Storkyrkan gekrönt, danach dauerte das Fest im Schloss Tre Kronor, das an der Stelle des heutigen Königlichen Schlosses stand, drei Tage. Dann verschloss man die Türen des Festsaals. Gustav Trolle, der Erzbischof, den die Anhänger Sten Stures des Jüngeren seines Amtes enthoben und dessen Festung sie zerstört hatten, verlangte Entschädigung und die Bestrafung der Schuldigen. Zu ihnen gehörten Kristina, schwedische Adlige und die Führer Stockholms.

Christians Versprechen schützte sie vor Vergeltung für ihren Widerstand gegen den König. Trolle bezeichnete die Zerstörung seiner Festung als Verbrechen gegen die Kirche und beschuldigte seine Gegner der Ketzerei. Ein Kirchengericht erklärte, dass die königliche Amnestie für eine solche Anklage nicht gelte. Wer genau die Massenhinrichtung plante – Christian, Trolle oder die königlichen Ratgeber –, lässt sich anhand der Quellen nicht feststellen. Bekannt ist etwas anderes: Die Verurteilten wurden aus dem Schloss auf den Stortorget geführt, und am achten und neunten November richtete man hier etwa achtzig Menschen hin.

Zuerst enthauptete man zwei Bischöfe, dann Adlige. Danach kamen drei Stockholmer Bürgermeister und vierzehn Mitglieder des Stadtrats an die Reihe – Menschen, die zuvor im Rathaus an eben diesem Platz getagt und Trolles Absetzung unterstützt hatten. Auch Diener, Handwerker und Stadtbewohner wurden getötet. Unter den Hingerichteten waren Kristinas Bruder Eskil Nilsson und der Schlossverwalter Olof Björnsson. Die sterblichen Überreste ihres Mannes grub man aus dem Grab aus und verbrannte sie zusammen mit den Leichen der Getöteten. Kristina selbst wurde nicht hingerichtet: Zuerst hielt man sie in Stockholm gefangen, dann brachte man sie nach Dänemark. Erst im Jahr eintausendfünfhundertvierundzwanzig kam sie frei.

Christian rechnete damit, seine Gegner auszuschalten und die schwedische Krone zu behalten. Unter denen, die der Einladung zum Fest entgingen, war der Adlige Gustav Vasa, der den dänischen König vertreiben wollte. Auf dem Stortorget wurde sein Vater, Erik Johansson, hingerichtet. Gustav nutzte die Massenhinrichtung, um Anhänger zu sammeln, führte einen Aufstand an und wurde im Jahr eintausendfünfhundertdreiundzwanzig zum König gewählt. Christian verlor Schweden, und die Kalmarer Union zerfiel.

Das Schafott ist längst nicht mehr auf dem Platz. Der Brunnen in der Mitte steht ungefähr dort, wo die Hinrichtungen stattfanden, und das mittelalterliche Rathaus wurde im achtzehnten Jahrhundert abgerissen. An seiner Stelle befindet sich das Börsenhaus mit dem Nobelpreismuseum. Von dem Gebäude, aus dem die Stockholmer Bürgermeister und Räte geführt wurden, ist nichts erhalten geblieben; der offene Platz davor besteht jedoch weiter.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktKöpmangatan
Eintrittfrei zugänglich

Offener Stadtplatz, jederzeit zugänglich; der Besucherandrang verändert sich je nach Tageszeit und Jahreszeit stark.

Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist ein offener städtischer Raum, doch zu belebten Zeiten ist es bequemer, dem Bericht am Rand des Platzes zuzuhören, ohne Durchgänge und Eingänge zu versperren.

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„Gamla stan und Riddarholmen: Wem gehörte die Stadt?“ — 8 Stopps, 2,6 km, 2,5–3,5 Stunden.

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