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Nogari Alley

노가리 골목

Hier beginnt die Geschichte einer Gasse, die um einen einzigen günstigen Imbiss herum gewachsen ist.

30 Min.
Abendliche Nogari Alley in Euljiro: Schilder, Tische und nächtliche Bieratmosphäre in Seoul.
Stephen Kelly Photography / Stephen Kelly · CC BY 4.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Tische der Bierstuben
  • Schilder der Lokale
  • Grillöfen für Fisch

Die Geschichte des Ortes

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Am Abend wird diese Arbeitsgasse zu einer langen Reihe von Bierstuben: Tische stehen entlang der Fassaden, darüber leuchten Schilder, an den Eingängen rauchen Grillöfen mit Fisch. Einst gab es hier einen kleinen Raum von etwa zwanzig Quadratmetern, in dem eine Familie eine Bierstube betrieb und hinter derselben Tür lebte. Hierher kamen Drucker, Werkzeughändler und Metallhandwerker aus den benachbarten Werkstätten, und an den Tischen fanden sie sowohl Auftraggeber als auch Arbeit. Dieser Raum existiert nach dem Mietstreit nicht mehr, doch die Gasse wird weiterhin von Dutzenden anderer Lokale eingenommen.

Jeden Morgen faltete Kang Hyo-geun einen getrockneten kleinen Fisch in der Mitte, klopfte ihn mit einem Hammer flach, schlitzte den Bauch auf und entfernte die Gräten. Dann legte er ihn auf die Kohlen und servierte ihn mit selbst zubereiteter Pfefferpaste. Seine Frau arbeitete neben ihm, doch selbst ihr verriet er das genaue Rezept der Sauce nicht.

Kang war der Besitzer der ersten Bierstube in dieser Gasse und versuchte, die Drucker, Werkzeughändler und Metallhandwerker aus der Umgebung an Fassbier zu gewöhnen. Im Dezember neunzehnhundertachtzig eröffnete er Eulji OB Bear – den zweiten Seouler Standort einer Bierkette. Das Lokal hatte etwa zwanzig Quadratmeter Fläche. Fassbier erschien den örtlichen Kunden damals als teure, ungewohnte Sache: Meist wählten sie Soju oder Reiswein. Zwei Jahre und fünf Monate lebte Kang direkt bei dem Lokal. Um halb sieben morgens ging er mit einem Besen hinaus und fegte die Gasse, damit die Nachbarn ihn nicht mehr als Fremden ansahen. Allmählich begann man in der Bierstube, Aufträge auszutauschen und Handwerker mit Menschen zusammenzubringen, die einen Handwerker brauchten.

Anfangs lieferte die Brauerei den Imbiss selbst: In eine Tüte für hundert Won kamen Erdnüsse, getrocknete Sardellen und Seetang. Doch im Jahr neunzehnhunderteinundachtzig entschied die Korea Fair Trade Commission, dass ein Bierhersteller seine Lokale nicht zugleich mit Essen versorgen dürfe. Kang musste sich einen eigenen günstigen Imbiss ausdenken. Er erinnerte sich daran, dass man in seiner Heimatprovinz Hwanghae-do Seelachs als Zutat für Kimchi verwendete. Getrockneter junger Seelachs war preiswert, wurde überall verkauft und eignete sich für die kleine Küche. Auf Koreanisch heißt dieser Fisch Nogari.

Die Kombination aus Fassbier, Nogari und Pfeffersauce füllte den zwanzig Quadratmeter großen Raum rasch. Kang verdiente am Bier, den Fisch aber betrachtete er fast als Dienstleistung für Stammkunden: Später hielt man seinen Preis volle zwanzig Jahre lang bei tausend Won, selbst als er die Kosten schon nicht mehr deckte. Die Nachbarn sahen die Schlange und begannen, eigene Bierstuben mit demselben Imbiss zu eröffnen. Gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wurde Nogari bereits entlang der ganzen Gasse serviert. So ging der Name eines günstigen Gerichts auf die Straße über.

Im Jahr neunzehnhundertdreizehn übergab der betagte Kang das Lokal seiner Tochter Kang Ho-sin und ihrem Mann Choi Su-yeong. Zwei Jahre später erkannte die Stadt Nogari Alley als Erbe der Zukunft an und bezeichnete Eulji OB Bear offiziell als ihren Ursprung. Weitere drei Jahre später wurde die Bierstube in das staatliche Programm „Hundertjähriger Laden“ aufgenommen. Im selben Jahr weigerte sich der neue Eigentümer des Gebäudes, den Mietvertrag zu verlängern. Die Familie bot an, die Miete zu verdoppeln, verlor den Prozess und verlor im April zweitausendzweiundzwanzig die Räume. Früh am Morgen trugen Vollstrecker Geschirr hinaus, die Tür und das Fenster wurden eingeschlagen, das Schild wurde abgenommen.

Kangs Tochter und ihr Mann eröffneten zunächst in einem anderen Viertel, doch im Frühjahr zweitausendvierundzwanzig brachten sie Eulji OB Bear nach Euljiro zurück – etwa fünfzig Meter vom neunten und zehnten Ausgang der Station Euljiro-samga entfernt. Den ursprünglichen zwanzig Quadratmeter großen Raum der Familienbier­stube gibt es nicht mehr. Hier blieben Dutzende Tische anderer Lokale und ein Name, der aus dem Imbiss besteht, den Kang Hyo-geun für hundert Won auswählte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort30 Min.
Nächster PunktDruckergassen von Euljiro
Eintrittvor Ort

Die Öffnungszeiten hängen vom jeweiligen Lokal ab; planen Sie einen Besuch am Abend und prüfen Sie die gewählte Bar separat.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Tagsüber ist der Charakter des Ortes weniger deutlich zu erkennen, abends wird der Durchgang eng und laut. Die Tische gehören zu bestimmten Lokalen: Wählen Sie einen Platz, bestellen Sie bei dessen Personal und versperren Sie den Durchgang nicht nur für ein Foto.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie die Biertische hinter sich und gehen Sie tiefer in das Druckereiviertel südlich von Euljiro hinein.

Stopp 4 von 8Weiter: Druckergassen von Euljiro

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Cheonggyecheon, Euljiro und Dongdaemun: das umgestaltete Zentrum von Seoul“ — 8 Stopps, etwa 5 km, 3,5–4 Stunden.

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