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Mission San Francisco de Asís

Misión San Francisco de Asís / Mission Dolores

Hier beginnt das Gespräch über den Preis, den die indigenen Bewohner für die Missionsordnung zahlten.

25 Min.
Die niedrige weiße Kapelle der Mission Dolores neben der hohen Basilika.
MARELBU · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Niedrige weiße Kapelle
  • Lehmwände
  • Friedhof hinter der Kapelle
  • Beschriftete Grabsteine

Die Geschichte des Ortes

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Die niedrige weiße Kapelle aus Lehmziegeln ist von der Mission San Francisco de Asís erhalten geblieben. Die Franziskaner betrieben hier einen Wirtschaftshof mit Feldern, Herden, Werkstätten und einer Gerberei, während indigene Bewohner aus den umliegenden Siedlungen die Gebäude errichteten, Getreide aussäten und mit dem Vieh arbeiteten. Den Namen Dolores erhielten die Mission und der Stadtteil von einem Bach, der einst in der Nähe verlief, auch wenn sein Bett bei der Kapelle nicht mehr zu sehen ist. Hinter der Kapelle liegt ein Friedhof: Die Inschriften auf den Steinen kamen später hinzu, während Angaben zu den früher Bestatteten in den Büchern der Mission erhalten blieben.

Im Sommer eintausendsiebenhundertfünfundneunzig flohen von hier zweihundertachtzig getaufte indigene Bewohner. Für die Franziskaner bedeutete die Taufe, dass ein Mensch fortan bei der Mission lebte, nach ihrem Tagesablauf arbeitete und sie nicht ohne Erlaubnis verließ. Deshalb suchte man die Geflohenen und brachte sie gewaltsam zurück.

Die Mission war ein großer Betrieb mit Feldern, Herden, Werkstätten und einer Gerberei. Menschen aus den umliegenden Siedlungen errichteten ihre Gebäude, hüteten das Vieh, bauten Getreide an und erhielten Nahrung aus gemeinsamen Vorräten. Auch die niedrige weiße Kapelle neben der Basilika wurde von indigenen Bewohnern errichtet: Sie fertigten Lehmziegel, zogen die dicken Wände hoch und deckten das Dach. Der Bau wurde im Jahr eintausendsiebenhunderteinundneunzig abgeschlossen.

Vier Jahre später brachte eine Missernte weitere rund zweihundert hungernde Menschen aus den Dörfern rund um die Bucht hierher. Die Bevölkerung der Mission verdoppelte sich beinahe, dann begann eine Epidemie. Menschen starben, es gab zu wenig Nahrung, doch die Missionare verlangten weiterhin Arbeit und bestraften diejenigen, die gegen den Tagesablauf verstießen.

Einer der Geflohenen ist in einem spanischen Protokoll unter dem Namen Milán verzeichnet. Er arbeitete hier in der Gerberei und versuchte, seine Frau und sein Kind zu ernähren. Bei einem Verhör berichtete Milán, er habe einmal den ganzen Tag gearbeitet, doch seine Familie habe kein Essen erhalten. Nach der Arbeit ging er ans Ufer, um Muscheln zu sammeln. Der Franziskaner Antonio Dantí, der die Mission leitete und auf die Einhaltung ihrer Ordnung drängte, befahl, ihn auszupeitschen. Am nächsten Tag floh Milán an das Ostufer der Bucht. Dort starben seine Frau und sein Kind.

Ein anderer Geflohener, Tiburcio, verlor hier seine Frau und seine Tochter. Seiner Aussage zufolge befahl Dantí fünfmal, ihn zu schlagen, weil er um sie weinte. Liborato nannte seinen Grund: Seine Mutter, zwei Brüder und drei Neffen waren verhungert, und er ging fort, um nicht ebenfalls zu sterben. Das ist keine spätere Legende. Ihre Aussagen wurden von spanischen Militärangehörigen während einer offiziellen Untersuchung festgehalten.

Zunächst schickten die Missionare den Geflohenen eine Gruppe getaufter indigener Bewohner hinterher. Sieben der Ausgesandten starben bei einem Zusammenstoß am anderen Ufer. Als Berichte über Hunger, Schläge und die Massenflucht den Gouverneur Diego de Borica erreichten, ordnete er an, das Arbeitspensum zu verringern, die Strafen zu mildern und die Nahrung zubereitet auszugeben, statt als trockene Körner und Bohnen, für deren Zubereitung den Arbeitern oft die Zeit fehlte.

Dieser Befehl gab den Geflohenen keine Freiheit. Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundneunzig genehmigte Borica eine Militärexpedition gegen sie. Soldaten töteten acht Verteidiger der Siedlungen und nahmen dreiundachtzig Männer, Frauen und Kinder gefangen. Die meisten wurden in die Mission zurückgebracht. Vierzehn Menschen, denen Widerstand vorgeworfen wurde, erhielten Peitschenhiebe, den Block oder Monate Arbeit in Ketten. Milán war unter den Verhörten; was nach seiner Aussage mit ihm geschah, sagen die Dokumente nicht.

Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts befanden sich fast alle Ramaytush in der Mission – die indigenen Bewohner der San Francisco Peninsula, die heute den Ohlone zugerechnet werden. Rund achtzig Prozent der früheren Bevölkerung waren bereits gestorben. Die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Taufe betrug hier etwa vier Jahre.

Der offizielle Name des Ortes lautet Mission San Francisco de Asís. Die Franziskaner weihten sie Franz von Assisi, dem Gründer ihres Mönchsordens. Der Name „Dolores“ stammt von dem nahe vorbeifließenden Arroyo de Nuestra Señora de los Dolores – dem Bach Unserer Lieben Frau der Schmerzen. Die Expedition von Juan Bautista de Anza gab ihm diesen Namen im Jahr eintausendsiebenhundertsechsundsiebzig; später ging er auf die Mission und den gesamten Stadtteil über.

Der Bach ist bei der Kapelle heute nicht mehr zu sehen. Hinter ihrer Mauer ist jedoch ein Friedhof erhalten, auf dem rund fünftausend Ohlone, Miwok und andere indigene Kalifornier begraben sind, die die Mission errichteten und bei ihr lebten. Die heutigen beschrifteten Grabsteine stammen nur aus der Zeit nach eintausendachthundertdreißig. Frühere Namen stehen auf keinen Steinen; sie blieben in den Tauf- und Bestattungsbüchern erhalten, die hier gemeinsam mit der Mission geführt wurden.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktMission Dolores Park
Eintrittselbstständig; ohne Reservierung

Alte Mission, Museum, Garten, Friedhof und Basilika: Montag bis Freitag von 10:00 bis 16:00, Samstag und Sonntag von 10:00 bis 17:00. Selbstständige Besichtigung ohne Reservierung; Führungen sind vorübergehend nicht verfügbar.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Kirchen ist von außen zu erkennen. Besichtigen Sie die Kapelle, den Garten und den Friedhof nur bei geöffnetem Zugang; ein separater Besuch kann die Dauer der Route verlängern.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie die Dolores Street hinunter bis zur Nordgrenze des Parks.

Stopp 1 von 8Weiter: Mission Dolores Park

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mission District: von Mission San Francisco de Asís zu den Mural-Gassen“ — 8 Stopps, 3,8 km, etwa 3 Stunden.

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