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Pier sieben

Pier 7

Ein gewöhnlicher Platz am Wasser wird zu einem Ort, an dem eine berufliche Laufbahn noch eine Chance bekommt.

10 Min.
Pier 7
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Drei Betonblöcke
  • Gefüllte Löcher in den Kanten
  • Holzbelag
  • Reihen von Lampen

Die Geschichte des Ortes

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Über der San-Francisco-Bucht verläuft ein hölzerner Steg, der den Ort des alten Piers fortsetzt. Einst verband er die Uferpromenade mit Passagierschiffen und diente später als Lager für angelieferte Güter; das Bauwerk überstand den Brand nicht und wurde abgerissen. Den heutigen Zugang zum Wasser richtete man für Angler und Spaziergänge ein, deshalb ließ man am Ufer eine breite Fläche, Bänke und Tische für den Fang. Reihen von Lampen führen über den Belag, und an den Betonkanten am Anfang sind noch gefüllte Löcher von entfernten Stoppern zu sehen.

Am Eingang des Pier sieben stehen drei niedrige rechteckige Betonblöcke. Sie wurden als Bänke und Plattformen gebaut, doch Skateboarder fanden eine andere Verwendung: Über die obere Fläche kann man auf zwei Rädern fahren, und an der dicken Kante kann man mit dem Board oder den Metallachsen grinden. Gerade diese Blöcke, nicht die lange Reihe von Lampen über dem Wasser, machten den Pier unter Skateboardern bekannt.

Der heutige Holzbelag wurde am fünften Oktober neunzehnhundertneunzig eröffnet. Seinen Namen erbte er vom früheren Pier sieben, der etwas weiter nördlich stand. Dort nahm man Passagierschiffe an, später lagerte man Güter; nach dem Brand von neunzehnhundertdreiundsiebzig blieben von der Anlage beschädigte Teile und ein Parkplatz übrig. Der alte Pier wurde endgültig entfernt, und städtische sowie kalifornische Einrichtungen finanzierten gemeinsam den neuen – eigens zum Angeln und für den freien Zugang zum Wasser. Deshalb gibt es hier Bänke, Tische zum Ausnehmen von Fischen und eine glatte offene Fläche am Ufer.

Mitte der neunziger Jahre nahmen Skateboarder diese Fläche in Besitz. Der ebene Belag ermöglichte es, lange Trickkombinationen zu filmen, und die schweren Blöcke mit abgerundeten Kanten verlangten Genauigkeit: Um auf der Kante zu bleiben, musste man fast das gesamte Gewicht darauf verlagern. Die hier gefilmten Sequenzen verbreiteten sich auf Kassetten, und Pier sieben wurde zu einem Ort, an den man kam, um das Gesehene nachzumachen.

Für Henry Sanchez, einen professionellen Street-Skateboarder, der versuchte, seine Karriere zurückzugewinnen, wurden diese Blöcke zu einem Arbeitsplatz. Anfang der neunziger Jahre galt er als einer der einfallsreichsten Skater San Franciscos, verschwand dann jedoch fast ganz aus professionellen Videos. In diesem Sport diente eine solche Aufnahme als Portfolio: Anhand ihr entschieden Zuschauer, Teams und Sponsoren, ob jemand noch etwas ersinnen und ausführen konnte, was andere nicht taten.

Sanchez trainierte und filmte am Pier sieben für einen Film, der im Jahr zweitausendeins erschien. Später sagte er, er sei genau deshalb hierhergekommen, um seinen Namen zurückzugewinnen. Bei der Premiere begrüßte das Publikum seinen Videoteil mit Rufen. Für Sanchez war das der Beweis, dass Jahre des Zweifels mit einer wirklichen Rückkehr geendet hatten. Sie dauerte nicht lange: Nach einer kurzen Zeit in einem neuen Team stieg er aus dem professionellen Skateboarding aus und wurde Fachmann für die Reparatur von Autokarosserien in Sacramento. Die Aufnahme vom Pier blieb die wichtigste Sequenz seiner späten Karriere.

Bis zum Ende der zweitausender Jahre waren an den Betonkanten Metallstopper befestigt worden, und die Blöcke selbst waren mit Holzleisten verkleidet. Auf ihnen zu grinden war unmöglich geworden. Im Sommer zweitausendeinundzwanzig entfernten einige örtliche Skateboarder die verwitterte Verkleidung und den größten Teil der Stopper, füllten die Löcher mit Polyester-Spachtelmasse und glätteten die Kanten. Fünf Jahre später wurde ihre Arbeit nicht rückgängig gemacht.

An den drei Betonblöcken am Eingang sind noch immer die gefüllten Löcher von den Metallstiften zu sehen. Hinter ihnen beginnt der hölzerne Angelpier, der allen offensteht; vor ihnen liegt die Fläche, auf der Henry Sanchez seinen Namen zurückgewann.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktLevi’s Plaza und der untere Zugang zu den Filbert Steps
Eintrittvor Ort

Der Pier ist dem Wind ausgesetzt und bietet keinen Schutz vor schlechtem Wetter; achten Sie beim Gehen auf Ihre Umgebung und stören Sie keine Menschen, die einen Platz am Geländer eingenommen haben.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie weiter entlang der Bucht und biegen Sie an der Filbert Street links zum Fuß des Hügels ab.

Stopp 2 von 7Weiter: Levi’s Plaza und der untere Zugang zu den Filbert Steps

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„San Francisco: Ufer, Telegraph Hill und Chinatown“ — 7 Stopps, 4.6 km, 3 Std. 30 Min..

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