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Parque Glória Maria

Parque Glória Maria / Parque das Ruínas

Hier wird ein privater Salon die Musik vom Beginn des vergangenen Jahrhunderts mit einem modernen Kulturraum verbinden.

25 Min.
Parque Glória Maria, Rio de Janeiro
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Worauf achten

  • Offene Backsteinmauern
  • Stahltreppen und Übergänge
  • Glaseinsätze
  • Porträt von Glória Maria

Die Geschichte des Ortes

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Stahltreppen und Übergänge durchschneiden das alte Backsteinmauerwerk, und leere Fensteröffnungen sind stellenweise mit Glas gefüllt. Die Architekten stellten die verlorenen Räume nicht wieder her: Sie verstärkten das Mauerwerk und richteten zwischen den Mauern einen Ausstellungssaal, eine Bühne und Flächen für Konzerte ein. So eröffnete hier am Ende des vergangenen Jahrhunderts der Parque Glória Maria. Später erhielt der Park den Namen der Journalistin Glória Maria, und auf dem Platz stellte man ihr vier Meter hohes Porträt auf.

Von den Backsteinmauern der ehemaligen Villa ist nur die Hülle geblieben. Einst standen im Inneren Möbel, Gemälde und ein Flügel, und die Hausherrin entschied, wer diese Räume betreten und wen man hier kennenlernen würde.

Im Jahr neunzehnhundertelf erbte Laurinda Santos Lobo das Haus und das gewaltige Vermögen ihres Onkels Joaquim Murtinho. Das Geld stammte aus Familienunternehmen, vor allem aus dem Handel mit Mate. Laurinda konnte von ihrem Erbe leben, nutzte es aber auch als Mäzenin: In der Villa veranstaltete sie regelmäßige Empfänge mit Musik, Gedichten und Tanz. Solche Zusammenkünfte nannte man damals Salon. Für einen angehenden Künstler bedeutete eine Einladung, Zeitungskritiker, Diplomaten und Menschen zu treffen, die bereit waren, ein Konzert oder eine Reise zu finanzieren.

Einer der Gäste war Heitor Villa-Lobos, ein Komponist, der sich um Aufführungen seiner neuen Musik bemühte. Im Jahr neunzehnhundertzwanzig verdiente er noch immer als Cellist in Theatern, Kinos, Cafés und Kabaretts. Laurinda veranstaltete Konzerte mit seinen Werken und gehörte zu einem Kreis wohlhabender Förderer, die Geld für seine Arbeit und Reisen sammelten.

Im Jahr neunzehnhunderteinundzwanzig widmete Villa-Lobos ihr das „Quartett – Eindrücke des gesellschaftlichen Lebens“ für Frauenstimmen, Flöte, Saxofon, Celesta und Harfe. Die Uraufführung fand im Saal der Zeitung Jornal do Commercio statt, nicht in diesem Haus. Doch gerade im hiesigen Salon erhielt der Komponist Unterstützung und Zuhörer, ohne die es möglicherweise nicht zu einem öffentlichen Konzert gekommen wäre. Bereits im Februar neunzehnhundertzweiundzwanzig erklang dasselbe „Quartett“ auf der Woche der modernen Kunst in São Paulo, und im Mai neunzehnhundertvierundzwanzig in Paris unter der Leitung des Autors. Die Widmung an Laurinda blieb in der Partitur erhalten.

Nach Laurindas Tod im Jahr neunzehnhundertsechsundvierzig endeten die Empfänge. Sie hatte keine Kinder; Haus und Sammlung vermachte sie einer homöopathischen Gesellschaft, die das Eigentum nicht unterhalten konnte. Die Villa stand leer, wurde geplündert und von Fremden besetzt. Bis in die neunziger Jahre waren von den Salons nur Mauern mit leeren Öffnungen geblieben.

Die Architekten Ernani Freire und Sonia Lopes erfanden die verlorenen Innenräume nicht neu. Sie verstärkten das alte Mauerwerk mit Stahl, führten Treppen und Übergänge hindurch und verschlossen einen Teil der Öffnungen mit Glas. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundneunzig eröffnete man hier den Parque Glória Maria mit Ausstellungssaal, Bühne und Flächen für Konzerte. Das Wort „Ruinen“ war die wörtliche Bezeichnung für das Baumaterial, das die Architekten bewahrten.

Offiziell trägt der Park heute den Namen Glória Maria. Sie lebte nicht in der Villa, obwohl sie hier einmal arbeitete: Im Jahr zweitausendelf drehte sie für die Fernsehsendung „Retrospektive“. Glória Maria war eine schwarze brasilianische Journalistin, die im Jahr neunzehnhundertsiebenundsiebzig die erste Live-Fernsehreportage in Farbe des Landes machte – von der Avenida Brasil aus, wo sie einen Verkehrsstau zeigte. Ihr Erscheinen im Bild eröffnete den Beruf den Zuschauerinnen, die zuvor kaum schwarze Frauen in der Rolle einer Fernsehreporterin gesehen hatten.

Einige Monate nach dem Tod der Journalistin gab die Stadt diesem beliebten Kulturpark im Jahr zweitausenddreiundzwanzig ihren Namen und nannte ausdrücklich ihren Beitrag zum Journalismus sowie ihre Bedeutung für mehrere Generationen schwarzer Frauen als Grund. Später stellte man auf dem Platz ein vier Meter hohes Porträt von Glória Maria mit einem Globus in den Händen auf. Dahinter ragen die offenen Mauern von Laurinda Santos Lobos Salon auf.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktMuseum Chácara do Céu
Eintrittnach Zeitplan

Der Zugang ins Innere hängt vom aktuellen Betrieb des Parks ab, den Sie besser im Voraus prüfen. Halten Sie sich auf den offenen Flächen an die markierten Wege und bedenken Sie, dass Treppen und Stege bei Höhenangst unbequem sein können.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von den offenen Mauern des Parks zum erhaltenen Wohnhaus nebenan.

Stopp 3 von 6Weiter: Museum Chácara do Céu

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Lapa und Santa Teresa: der Weg den Hügel hinauf“ — 6 Stopps, etwa 2,0 km, 2-3 Stunden.

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