Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Große Fenster
- Wände mit Gemälden
- Wohnliches Esszimmer
- Ausziehbare Museumskassetten
Die Geschichte des Ortes
Das alte neoklassizistische Herrenhaus auf diesem Grundstück ist längst verschwunden; an seine Stelle trat ein Haus, in dem Wohnräume neben Räumen für Kunst liegen. Die geschlossenen Wände im Inneren sind für Gemälde vorgesehen, die breiten Fenster öffnen den Blick auf das Stadtzentrum und die Guanabara-Bucht. Später wurde die Residenz als Museum eröffnet: Das Esszimmer und die Bibliothek blieben wohnlich, die früheren Privaträume wurden zu Sälen. Auf drei Stockwerken zeigt man Gemälde, alte Ansichten Brasiliens und Zeichnungen, die abwechselnd aus den ausziehbaren Kassetten des ehemaligen Schranks genommen werden.
Raymundo Ottoni de Castro Maya stellte dem Architekten Wladimir Alves de Souza zwei Bedingungen: Im neuen Haus sollten möglichst viele Wände für Bilder bleiben, und es sollte sich ein Rundumblick auf Rio de Janeiro eröffnen. Castro Maya war Industrieller und Sammler. Das Geld für seine Ankäufe stammte aus Betrieben für Pflanzenöle und aus dem Textilgroßhandel. In der früheren Wohnung in Flamengo zwangen ihn die kurzen Wände bereits dazu, auf neue Werke zu verzichten.
Das Grundstück erbte er im Jahr neunzehnhundertsechsunddreißig. Die Familie Castro Maya lebte hier schon in seiner Kindheit, und die Bezeichnung Chácara do Céu wurde seit dem Jahr achtzehnhundertsechsundsiebzig verwendet. „Chácara“ bedeutet auf Portugiesisch ein Landgut mit Garten; der ganze Name lässt sich ungefähr als „Himmelsgut“ übersetzen. Wer ihn genau erdachte, verraten die Dokumente nicht.
In den fünfziger Jahren ließ Castro Maya das alte neoklassizistische Herrenhaus abreißen, in dem er aufgewachsen war. Davon ist in der Museumssammlung ein einziges Bild erhalten. An seiner Stelle errichtete Alves de Souza das heutige Haus: Geschlossene Flächen für Gemälde wechseln sich mit großen Fenstern ab, und aus den Räumen sind das Stadtzentrum und die Guanabara-Bucht zu sehen. Castro Maya zog mit Gemälden, Möbeln und Büchern hierher und lebte hier die letzten zehn Jahre seines Lebens.
Einen Teil der Sammlung erhielt er von seinem Vater, den Rest kaufte er über Jahrzehnte selbst: Werke brasilianischer Künstler, europäischer Modernisten, alte Ansichten des Landes und Aquarelle von Jean-Baptiste Debret. Damit sich nach seinem Tod all dies nicht unter Erben und auf Auktionen verstreute, gründete Castro Maya in den frühen sechziger Jahren eine eigene Stiftung und vermachte ihr das Haus mit seinem gesamten Inhalt. Er starb hier im Jahr neunzehnhundertachtundsechzig, ohne die endgültige Umwandlung seiner Residenz zu erleben. Vier Jahre später eröffneten Mitarbeiter der Stiftung darin ein Museum.
Heute nehmen die Ausstellungen drei Stockwerke ein. Das Esszimmer und die Bibliothek bewahrte man in ihrem wohnlichen Zustand, die privaten Räume des Besitzers richtete man für Ausstellungen her. Im Einbauschrank seiner früheren Garderobe richteten Museumsmitarbeiter ausziehbare Kassetten ein: Darin zeigen sie abwechselnd die lichtempfindlichen Zeichnungen von Debret und Portinari.
Praktisch vor Ort
Der Besuch der Innenräume ist ein eigener Museumsbesuch; prüfen Sie daher vorher Zugang und Eintrittsbedingungen. Auch ohne ihn lassen sich von außen die Lage des Hauses, der Garten und die Verbindung der Architektur mit der Aussicht einschätzen.
