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Escadaria Selarón

Escadaria Selarón

Dieser Halt zeigt, wie eine persönliche Arbeit zu einer Stadtstraße und einem geschützten Werk wurde.

20 Min.
Die Escadaria Selarón in Rio de Janeiro
Balou46 · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Keramikstufen
  • Fliesen mit einer Frauenfigur
  • Wappen und Städtenamen
  • Mosaikwände

Die Geschichte des Ortes

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Keramik wurde aus zahlreichen Städten und Ländern hierhergebracht, und frühere Mosaikstücke entfernte man sogar nach ihrer Verlegung. Die lange Treppe zwischen den Fassaden besteht aus Stufen und Mosaikwänden, daher hatte sie niemals eine einzige endgültige Anordnung. Wappen und Städtenamen stehen neben der wiederkehrenden Frauenfigur; sie stammt aus der Malerei des Autors und kennzeichnet nicht das Land, aus dem die Fliese geschickt wurde.

Diese zweihundertfünfzehn Stufen mit einer Länge von einhundertfünfundzwanzig Metern bleiben eine Stadtstraße: Auf ihnen steigt man von Lapa nach Santa Teresa hinauf, während Touristen bei den Mosaiken verweilen. Offiziell gehört der Durchgang zur Rua Manuel Carneiro. Früher nannte man ihn die Treppe des Klosters Santa Teresa, doch der Name Selarón setzte sich dank des Mannes durch, der in einem der Häuser an den Stufen lebte und arbeitete.

Im Jahr neunzehnhundertneunzig ließ sich hier der chilenische Künstler Jorge Selarón nieder. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf kleiner Bilder: Er trug sie durch die Restaurants von Lapa und bot sie den Gästen direkt an ihren Tischen an. Die verfallene Treppe führte an seiner Tür vorbei. Selarón nahm einen Eimer Zement und eine Kelle und begann, die Stufen mit Fliesen zu verkleiden. Er hatte keinen Auftraggeber, keine Helfer und auch keine dauerhafte Finanzierung. Wenn er Material brauchte, verkaufte der Künstler ein weiteres Bild; die Treppe nahm ihm zugleich seinen Verdienst und brachte Käufer in sein Atelier.

Zunächst verwendete Selarón grüne, gelbe und blaue Fliesen – die Farben der brasilianischen Flagge. Dann begannen Besucher, ihm Keramik aus ihren Städten und Ländern zu schicken. Er fügte die Geschenke ein, entfernte frühere Fragmente und veränderte bereits fertiggestellte Abschnitte. Der Gedanke bestand gerade in diesem ständigen Umbau: Selarón wollte keine einzige endgültige Fassung festschreiben.

Nach zehn Jahren störte den Künstler jedoch, dass die Menschen die Treppe erkannten, darin aber nicht seine eigene Malerei sahen. In einem Interview erinnerte er sich: Das Werk war bereits berühmt, doch Selaróns Name und sein persönliches Zeichen fehlten noch darauf. Daraufhin übertrug er eine Figur auf Keramik, die er seit neunzehnhundertsiebenundsiebzig malte – eine schwangere dunkelhäutige Frau. Als der Künstler die erste solche Fliese nach dem Brand sah, brach er in Tränen aus. Er weigerte sich, die Herkunft des Bildes zu erklären, und nannte es lediglich eine persönliche Geschichte aus der Vergangenheit. Diese Frauen erschienen auf Hunderten von Fliesen und verbanden das Straßenmosaik mit den Bildern, deren Verkauf Selaróns Arbeit finanzierte.

Im Jahr zweitausendfünf stellten die kommunalen Behörden sowohl die Stufen als auch das Mosaik unter Schutz. Im Dokument hielten sie eigens fest: Die Fliesen durfte Selarón selbst oder eine Person mit seiner schriftlichen Erlaubnis und mit Zustimmung des städtischen Rats für Denkmalschutz verändern. Im selben Jahr erhielt der Künstler den Titel eines Ehrenbürgers von Rio de Janeiro. So erhielt seine Gewohnheit, die eigene Arbeit immer wieder neu zu verlegen, rechtlichen Schutz, und der Nachname des Autors verdrängte im alltäglichen Sprachgebrauch die alte Klosterbezeichnung.

Selarón ersetzte und ergänzte Fragmente weiter bis zum zehnten Januar zweitausenddreizehn, als man ihn auf dieser Treppe tot auffand. Die Ursache seines Todes blieb Gegenstand widersprüchlicher Versionen. Einige Monate später maßen Fachleute des kommunalen Dienstes die Stufen, Fassaden und Fugen aus, fotografierten jede Fliese und übertrugen sogar die Umrisse einzelner Scherben in Zeichnungen, um die letzte Anordnung des Autors zu bewahren.

Zwischen Wappen, Städtenamen und geschenkter Keramik wiederholt sich weiterhin die schwangere dunkelhäutige Frau. Sie ist kein Zeichen des Landes, aus dem die Fliese geschickt wurde. So schrieb Jorge Selarón seinen Namen in die Treppe ein, noch bevor die Menschen sie Selarón-Treppe nannten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktParque Glória Maria
Eintrittvon außen

Die Treppe bleibt ein Durchgang, versperren Sie daher nicht die Stufen und lassen Sie Bewohner durch. Achten Sie auf Ihren Tritt, besonders nach Regen, und behalten Sie Ihre persönlichen Gegenstände in dichtem Gedränge bei sich.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Setzen Sie den Aufstieg von den letzten Mosaikstufen zu den Ziegelmauern auf der Höhe fort.

Stopp 2 von 6Weiter: Parque Glória Maria

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Lapa und Santa Teresa: der Weg den Hügel hinauf“ — 6 Stopps, etwa 2,0 km, 2-3 Stunden.

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