Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kirchenfassade
- Dreiecksgiebel
- Glockenturm
- Bild der Gottesmutter im Konsistorium
Die Geschichte des Ortes
Dreiecksgiebel und Glockenturm kennzeichnen die Igreja da Lapa dos Mercadores an der Straße, die zu den Lagern und Anlegestellen des alten Hafens führte. Die Kirche wurde von der Bruderschaft der Besitzer umliegender Läden mit eigener Satzung, eigenem Besitz und gemeinsamen Mitteln verwaltet; die Ausgaben wurden durch persönliche Beiträge, Spenden und Almosen gedeckt. Die heutige Silhouette der Fassade entstand bei einem Umbau in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, und im Konsistorium dahinter wird ein Bild der Gottesmutter aufbewahrt. An der benachbarten Gasse stand früher ein offener Straßenschrein; heute gibt es ihn nicht mehr.
An dieser Ecke gab es einst zwei Altäre derselben Gottesmutter und zwei Gruppen von Händlern, die ihr Fest nicht friedlich miteinander teilen konnten.
Der erste Altar entstand bei der heutigen Travessa do Comércio, als dieser Abschnitt der Rua do Ouvidor Rua da Cruz hieß – Straße des Kreuzes. Es war ein offener Straßenschrein, den mascates aufstellten – kleine Hausierer, die nahe den Anlegestellen handelten. Ihr Verdienst passte in einen Korb oder ein Bündel; für eine eigene Kirche hatten sie kein Geld. Sie wählten Unsere Liebe Frau von Lapa zu ihrer Schutzpatronin. „Lapa“ bedeutet auf Portugiesisch Felsenhöhle: Der Name verweist auf eine portugiesische Überlieferung über ein Bild der Gottesmutter, das in einer Höhle gefunden wurde.
Am zwanzigsten Juni siebzehnhundertundsiebenundvierzig beschlossen die wohlhabenderen Besitzer der umliegenden Läden, eine eigene Bruderschaft zu gründen. Sie strebten eine dauerhafte Kirche an, über die sie selbst verfügen würden. Die Händler steuerten eigene Mittel bei, sammelten Spenden und Almosen, kauften drei Häuser gegenüber dem alten Straßenschrein und rissen sie ab. Drei Jahre später wurden im bereits errichteten Teil der Kirche Gottesdienste abgehalten. So entstand die Weihe an Nossa Senhora da Lapa dos Mercadores – Unsere Liebe Frau von Lapa der Händler. Das Wort „Mercadores“ bezeichnet ausdrücklich die Mitglieder der Bruderschaft, die die Kirche bezahlt hatten.
Der alte Straßenschrein der Hausierer blieb dabei an seinem Ort. Nun bestanden einander über die Straße gegenüber zwei Heiligtümer derselben Heiligen: der bescheidene gemeinschaftliche Altar der mascates und die Kirche der Kaufleute mit eigener Satzung und eigenem Besitz. Die Gemeindemitglieder wechselten allmählich in die neue Kirche. Die Bruderschaft selbst bewahrte Berichte über Streitigkeiten und Provokationen, besonders während des Festes der Schutzpatronin, wenn städtische Beamte gerufen werden mussten, um die Streitenden zu beruhigen. Für die Hausierer ging es um den einzigen Ort, der mit ihrem gemeinsamen Geld geschaffen worden war, und um das Bild, um das sich ihre Gemeinschaft hielt.
Die Entscheidung fiel am zwölften August achtzehnhundertzwölf. Die Anhänger des alten Straßenschreins stellten ihre getrennten Gottesdienste ein und brachten ihre Bilder von Unsere Liebe Frau von Lapa, vom Christuskind und von der heiligen Anna zusammen mit den Gerätschaften und Festdekorationen in die Kirche. Die wohlhabende Bruderschaft erhielt eine einzige Kirche, und der Kult der mascates hörte auf, eigenständig zu bestehen.
Der Name Rua do Ouvidor setzte sich etwas früher, um siebzehnhundertachtzig, durch. Hier ließ sich Francisco Berço da Silveira nieder, der Ouvidor des Bezirks – ein königlicher Richter, der die Beschwerden der Einwohner behandelte. Sein Amt gab der ganzen Straße ihren Namen. Die Kirche bewahrte jedoch die Erinnerung an den Beruf der Menschen, für die gerade diese Ecke wichtig wurde: Von hier führte der Weg zu den Lagern und Anlegestellen des alten Hafens.
Den Dreiecksgiebel und den Glockenturm fügte die Bruderschaft bei einem Umbau in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts hinzu. Den ursprünglichen Straßenschrein der Hausierer bei der Travessa do Comércio gibt es nicht mehr. Sein Bild der Gottesmutter wird im Konsistorium hinter der Fassade der Kirche aufbewahrt, die die Ladenbesitzer einst gegenüber errichteten.
Praktisch vor Ort
Die Straße ist jederzeit zugänglich; der Zugang zur Kirche und zu bestimmten Innenräumen hängt vom Zeitplan der Pfarrei und vom Wochentag ab.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Straße lässt sich gut von außen erfassen; die beschädigte Statue und den erhaltenen Kern kann man nur bei Zugang zur Kirche sehen.
