Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Geschnitzte Möbel
- Belgische Spiegel
- Buntglaslaterne
- Oberer Teesaal
Die Geschichte des Ortes
Die Konditorei wurde von Einwanderern aus Portugal eröffnet. Zunächst wurden hier unter einem Dach Waren verkauft, ein Lager betrieben, Süßigkeiten hergestellt und Zucker gereinigt. Als die Produktion verlegt wurde, überließ man den frei gewordenen Raum den Besuchern. Die geschnitzten Möbel, die riesigen belgischen Spiegel und der Teesaal unter einer Buntglaslaterne entstanden bei späteren Umbauten; Süßigkeiten und Mittagessen werden hier bis heute serviert.
Olavo Bilac, Dichter und Zeitungsautor, kam nach einem Streit in einer anderen Konditorei hierher. Er versammelte um sich Journalisten und Literaten, die einen festen Tisch für Gespräche, Auseinandersetzungen und Arbeit brauchten. Zuvor traf sich Bilacs Runde in der Confeitaria Paschoal an der benachbarten Rua do Ouvidor. Den Grund für den Zerwürfnis erzählte man unterschiedlich; eine spätere Version bringt ihn mit einer unbezahlten Rechnung in Verbindung. Der Ausgang ist bekannt: Bilac erklärte, er werde die Confeitaria Paschoal nicht mehr betreten, und führte seine Freunde in die Confeitaria Colombo.
Die Konditorei wurde im Jahr achtzehnhundertvierundneunzig von zwei portugiesischen Einwanderern eröffnet. Der Name war Christoph Kolumbus gewidmet: „Colombo“ ist die portugiesische Form seines Familiennamens. Anfangs befanden sich hier ein Verkaufsraum, ein Lager, die Süßwarenproduktion und eine Raffineriewerkstatt. Die wichtigsten Besucher der Stadt bevorzugten noch immer die Rua do Ouvidor, deshalb suchte der Miteigentümer Manuel José Lebrão nach einer Möglichkeit, sie in die Rua Gonçalves Dias zu locken.
Bilacs Runde bot eine solche Chance, obwohl diese Menschen kaum als lukrative Kunden zu bezeichnen waren. Lebrão erlaubte ihnen, Bestellungen auf Kredit aufzuschreiben, und nahm manchmal Gedichtanzeigen statt Geld an. Der Dichter und Journalist Emílio de Menezes verfasste einmal am Tisch ein Sonett mit der Bitte, ihm dreißigtausend Reis zu leihen. Darin reimte er Pastetchen auf Geld. In einem anderen Gedicht nannte Menezes die Confeitaria Colombo eine Filiale der Academia Brasileira de Letras.
Lebrão riskierte unbezahlte Rechnungen, doch dem Literatenkreis folgte das Publikum. Die Menschen wollten diejenigen sehen, deren Gedichte, Artikel und Karikaturen in den Zeitungen erschienen. Die Runde erhielt Tische und einen geduldigen Gastgeber, der Gastgeber aber Bekanntheit, die ihm allein die Pastetchen nicht verschafften. Die Confeitaria Colombo drängte ihre frühere Rivalin zurück und wurde zu einem festen Treffpunkt für Schriftsteller, Journalisten, Künstler und Politiker.
Lebrão verlegte die Produktion und die Raffineriewerkstatt in einen anderen Raum und schuf so mehr Platz für Besucher. Spätere Umbauten setzten die von ihm begonnene Umwandlung fort: Zwischen neunzehnhundertvierzehn und neunzehnhundertachtzehn wurden hier die heutigen geschnitzten Möbel und die riesigen belgischen Spiegel eingebaut, und im Jahr neunzehnhundertzweiundzwanzig eröffnete man den oberen Teesaal unter einer Buntglaslaterne.
Die Konditorei verkauft noch immer Süßigkeiten und serviert Mittagessen. Eines ihrer Restaurants trägt den Namen Bilacs, des Mannes, der eine Runde mit Schulden auf den Rechnungen hierhergebracht hatte. Das Restaurant im zweiten Stock heißt „Cristóvão“: Das ist der portugiesische Vorname von Christoph Kolumbus, dessen Familienname auf dem Schild am Eingang stehen blieb.
Praktisch vor Ort
Die zentrale Colombo ist gewöhnlich werktags von 11:00 bis 18:00 geöffnet; auf der offiziellen Website werden die Samstagszeiten in verschiedenen Abschnitten unterschiedlich angegeben, nämlich als 17:00 oder 18:00; sonntags geschlossen.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Ob Sie sich setzen, nach oben gehen oder die Säle in Ruhe besichtigen können, hängt vom aktuellen Betriebsablauf ab; prüfen Sie die Besuchsbedingungen gesondert.
