Stopp 1 von 8

Praça XV und der Chafariz do Mestre Valentim

Praça XV de Novembro / Chafariz do Mestre Valentim

Hier wird die alte Uferlinie die städtische Wasserversorgung, den Hafen und die Arbeit der Wasserträger miteinander verbinden.

15 Min.
Praça XV und der Chafariz do Mestre Valentim
Carlos Luis M C da Cruz · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
12345678

0 von 8 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Der weiße Steinturm
  • Die vierseitige Pyramide
  • Die Armillarsphäre
  • Die Steinstufen des alten Anlegeplatzes

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

An drei Seiten des weißen Steinturms sind Muscheln erhalten, aus denen früher Wasserstrahlen schossen. Das Wasser des Flusses Carioca wurde über das Aquädukt hierher geleitet und anschließend für Häuser und Schiffe in Fässer gefüllt. Der Brunnen war ein Ort schwerer täglicher Arbeit: Wasserträger brachten Wasser durch die Stadt und zahlten ihren Besitzern einen festgesetzten Anteil ihres Verdienstes. Über den Muscheln erheben sich Balustrade, Pyramide und Armillarsphäre, das Zeichen der portugiesischen Krone.

Der weiße Steinturm unter einer vierseitigen Pyramide wurde unmittelbar am Wasser errichtet. Als der Brunnen im Jahr siebzehnhundertneunundachtzig fertiggestellt wurde, reichte das Meer bis an seine Stufen, und daneben legten Schiffe an.

Der portugiesische Vizekönig Luís de Vasconcelos e Sousa, der die Kolonie regierte, wollte die Mitte des Platzes für militärische Aufstellungen freimachen und die Versorgung der Schiffe mit Süßwasser vereinfachen. Der alte Brunnen stand mitten auf dem Platz und war abgenutzt. Der Vizekönig beauftragte Mestre Valentim, einen neuen Brunnen am Anlegeplatz zu errichten.

Mestre ist eine portugiesische Bezeichnung für einen Meister. Mestre Valentim wurde in Minas Gerais als Sohn der versklavten Frau Amatilda geboren, zog nach Rio de Janeiro und unterhielt hier eine eigene Werkstatt. Er verdiente sein Geld mit Kirchenschnitzereien und Aufträgen für städtische Bauwerke. Vasconcelos vertraute dem Schwarzen Bildhauer mehrere große Arbeiten an, darunter diesen Brunnen. Die Wasserstrahlen traten aus steinernen Muscheln an drei Fassaden aus; darüber errichtete Mestre Valentim eine Balustrade und eine Pyramide mit einer Armillarsphäre – einem alten astronomischen Instrument und Zeichen der portugiesischen Krone. Die Aufträge brachten ihm Bekanntheit, doch ein großes Vermögen häufte er nicht an: Nach seinem Tod blieben ein kleines Haus, alte Werkzeuge und eine Werkstatt zurück.

Das Wasser gelangte aus dem Fluss Carioca über das Aquädukt hierher, die heutigen Arcos da Lapa. Am Brunnen begann ein anderer Teil der Wasserversorgung – der menschliche. Versklavte Wasserträger füllten Fässer und brachten sie zu den Häusern; Seeleute nahmen Vorräte auf die Schiffe mit. Einige Wasserträger arbeiteten auf Abgabenbasis: Der Besitzer verlangte eine festgesetzte Summe pro Tag oder Woche, den Rest durften sie behalten, und für Fehlbeträge konnten sie bestraft werden.

Eine Zeichnung aus dem Jahr achtzehnhundertsiebenundzwanzig bewahrt eine Szene genau an diesem Brunnen: Schwarze Wasserträger kämpfen bei den Fässern, ein Soldat treibt sie auseinander. Hier kamen Menschen zusammen, von denen die tägliche Versorgung der Stadt abhing, doch die meisten von ihnen konnten weder über ihren Verdienst noch über ihre eigene Zeit verfügen. Der Brunnen lieferte bis in die achtziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts Wasser.

Damals nannte man den Platz Largo do Paço – den Platz beim Palast. Im Jahr achtzehnhundertneunzig gab ihm die republikanische Regierung seinen heutigen Namen zu Ehren des fünfzehnten November achtzehnhundertneunundachtzig. An diesem Tag führte Marschall Deodoro da Fonseca die Truppen auf dem Campo de Santana, in einem anderen Teil des Zentrums, gegen das kaiserliche Kabinett. Das Datum wurde durch die Namensgebung hierher übertragen, um die Erinnerung an den kaiserlichen Palast zu beseitigen.

Nach der Aufschüttung des Ufers wich das Wasser vom Brunnen zurück, und die alten Stufen des Anlegeplatzes verschwanden unter der Erde. Archäologen legten sie am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wieder frei. Vom benachbarten Terminal fahren weiterhin Schiffe über die Bucht, und die Steinstufen neben dem Turm zeigen, wo sie zu Zeiten Mestre Valentims anlegten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPaço Imperial
Eintrittfrei zugänglich

Der Platz und der Brunnen sind den ganzen Tag über als öffentlicher Raum zugänglich; am besten lässt sich der Ort bei Tageslicht erkunden.

Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Gehen Sie um den Brunnen herum und schauen Sie von ihm aus zur Bucht: Der offene Raum ist wichtiger als ein einzelner Aussichtspunkt.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Fassade des Paço Imperial und bleiben Sie vor dem Haupteingang stehen.

Stopp 1 von 8Weiter: Paço Imperial

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das alte Zentrum von Rio de Janeiro: Kaiserreich, Handel und Republik“ — 8 Stopps, etwa 3,1 km, 3–4 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt