Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der Backsteinbau der Basilika
- Darstellungen der Prozession in der Sakristei
- Die Monstranz auf alten Darstellungen
Die Geschichte des Ortes
Die Pfarrei von Kazimierz brauchte eine eigene Kirche am Markt: Die bisherigen standen zu weit entfernt. Den Backsteinbau der Basilika errichtete man in der Stadt, die König Kasimir der Große im Jahr dreizehnhundertfünfunddreißig gegründet hatte; nach seinem Tod war der Stadtrat für den Bau verantwortlich, und die Stadtbewohner brachten die Mittel auf. Im Jahr vierzehnhundertfünf übergab König Władysław Jagiełło die Kirche den Regularkanonikern. Sie lebten als Gemeinschaft nach einer klösterlichen Regel, betreuten die Pfarrei und sind bis heute bei der Basilika.
Die Krakauer Überlieferung lässt die Geschichte dieser Basilika mit einem Irrtum von Räubern beginnen. Der Chronist Jan Długosz, der die Überlieferung mehr als ein Jahrhundert später aufschrieb, datierte das Geschehen auf das Jahr dreizehnhundertsiebenundvierzig. In der Woche nach dem Fronleichnamsfest drangen Menschen, die nach Gold suchten, in die Allerheiligenkirche in Krakau ein. Sie brachen den Tabernakel auf und nahmen eine vergoldete Monstranz mit – ein Gefäß, in dem die geweihte Hostie, das Brot für die Kommunion, gezeigt wird. Katholiken verehren sie als den Leib Christi.
Erst nach dem Diebstahl stellte sich heraus, dass die Monstranz aus Kupfer war. Sie zum Goldpreis zu verkaufen war unmöglich, und für den Frevel drohte den Räubern eine harte Strafe. Nach Długosz' Bericht gelangten sie hierher, in die sumpfige Gegend des Dorfes Bawół, und warfen die Beute in den Sumpf Mate. Was danach aus ihnen wurde, berichtet der Chronist nicht.
Die Überlieferung setzt die Geschichte mit himmlischen Lichtern fort, die angeblich über dem Sumpf erschienen. Der Krakauer Bischof Bodzenta und König Kasimir der Große veranstalteten hierher eine Prozession, um das Heiligtum zu suchen. Im Gestrüpp fand man die Monstranz und brachte sie in die Allerheiligenkirche zurück. Kasimir entschied, das Wunder sei ihm zuteilgeworden, und schwor, am Ort des Fundes eine große Backsteinkirche zu errichten. Der Name „Fronleichnam“ bezog sich auf die Hostie, die dieser Geschichte zufolge aus dem Sumpf genommen wurde.
Doch dies ist eben eine Überlieferung. Długosz stützte sich auf mündliche Erzählungen, und das von ihm genannte Datum passt schlecht zu den Dokumenten: Der Bau der Kirche begann noch vor dreizehnhunderteinundvierzig. Archäologen untersuchten den Boden unter dem Altarbereich und fanden dort keine für einen Sumpf charakteristische Schicht. Den feuchten Lehmboden, auf dem sich ein Sumpf hätte bilden können, fand man auf der anderen Seite der Św.-Wawrzyńca-Straße. Den genauen Ort des legendären Fundes kann man heute nicht bestimmen.
Der dokumentierte Grund für den Bau war praktischer. Im Jahr dreizehnhundertfünfunddreißig gründete Kasimir der Große Kazimierz, und die bisherigen Kirchen lagen zu weit von seinem Markt entfernt. Die neue Stadt brauchte eine eigene Hauptpfarrkirche. Nach dem Tod des Königs übernahm der Stadtrat die Kosten; das Geld gaben die Einwohner von Kazimierz. Im Jahr vierzehnhundertfünf übergab König Władysław Jagiełło die Kirche den Regularkanonikern – einer Gemeinschaft von Priestern, die zusammen nach einer klösterlichen Regel lebten und die Pfarrei betreuten. Dieselbe Gemeinschaft ist bis heute bei der Basilika.
Die Nähe des ehemaligen Marktes erklärt die Lage der Kirche. Die Überlieferung hat ihren Namen bewahrt: Auf alten Darstellungen in der Sakristei sind die Prozession und die aus dem Sumpf gehobene Monstranz zu sehen. Einen bestätigten Sumpf unter der Kirche gibt es nicht, doch auf diesen Bildern trägt man den gefundenen Leib Christi weiterhin durch Kazimierz.
Praktisch vor Ort
Die Kirche ist gewöhnlich tagsüber geöffnet und während Gottesdiensten für touristische Besichtigungen geschlossen. Touristische und kirchliche Quellen nennen unterschiedliche Zeiträume; prüfen Sie daher vor dem Eintritt die aktuellen Hinweise an der Kirche und verhalten Sie sich wie in einer aktiven Kirche.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betreten Sie die Kirche nur außerhalb der Gottesdienste und bewahren Sie Stille. Rechnen Sie nicht damit, die alte Treppe zu besteigen oder alle Gedenkorte frei besichtigen zu können: Ein Teil der Räume kann für gewöhnliche Besuche geschlossen sein.
