Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwölfeckiger Pavillon
- Ring der Verkaufsfenster
- Marktstände
- Innerer Bereich des Okrąglak
Die Geschichte des Ortes
Der Neue Platz entstand aus der westlichen Erweiterung des jüdischen Kazimierz: Die Grundstücke wurden hier für kleine Häuser von Handwerkern, Synagogendienern und weniger wohlhabenden Familien aufgeteilt. Die offene Marktfläche entstand später, als die dichte Bebauung geräumt und ihre heutigen Grenzen festgelegt wurden. In der Mitte des Platzes steht ein niedriger zwölfeckiger Pavillon mit Verkaufsfenstern entlang seines Umfangs, und hinter diesem Ring verbirgt sich ein Innenhof. Nach dem Krieg nahm der Markt seinen Betrieb wieder auf, doch das frühere jüdische Handelsmilieu kehrte nicht zurück.
In der Mitte des Platzes steht ein niedriger zwölfeckiger Pavillon. Die Krakauer nennen ihn Okrąglak – „der Runde“. Heute werden aus seinen Fenstern Zapiekanki verkauft: Baguettehälften mit Käse, Pilzen und weiteren Zutaten. Auf dem offenen Teil des Platzes werden an verschiedenen Tagen Gemüse, Altwaren, Kleidung und Geflügel verkauft. Die heutige Gestaltung des Pavillons wurde jedoch durch den Geldmangel der jüdischen Gemeinde von Kazimierz bestimmt.
Bis in die neunzehnhundertzwanziger Jahre konnte die kleine rituelle Schlachterei im Ostteil des Okrąglak die Menge an Geflügel nicht mehr bewältigen. Für Familien, die Kaschrut einhielten, war es wichtig, wer das Geflügel schlachtete und wie: Dafür waren ausgebildete Schächter nach den vorgeschriebenen religiösen Regeln zuständig. Von ihrer Arbeit hingen der Verdienst der Händler und die Möglichkeit der Käufer ab, erlaubtes Fleisch auf den Tisch zu bringen.
Die Leiter der Gemeinde wollten die Schlachterei erweitern, doch ein separates Gebäude konnten sie sich nicht leisten. Im Jahr neunzehnhundertsiebenundzwanzig vermietete die Stadt der Gemeinde einen Teil des Okrąglak. Der Architekt Józef Weinberger richtete die neuen Räume im leeren Hof der bestehenden Marktgalerie ein. Die Schlachterei wurde am zweiten Januar neunzehnhundertachtundzwanzig eröffnet. Den äußeren Ring mit siebenunddreißig Läden erhielt man, den Hof dagegen bebaute man.
Ringsum war einer der meistbesuchten Märkte Krakaus in Betrieb. Einwohner aus der Zeit vor dem Krieg erinnerten sich, dass die Gemüse- und Obststände hauptsächlich jüdischen Händlerinnen gehörten. Hausfrauen aus entlegenen Stadtvierteln kamen hierher: Man hielt die Lebensmittel auf dem Neuen Platz für günstiger. Manche Frauen lebten von den Einnahmen ihres Standes, andere versuchten, bei den täglichen Einkäufen Geld zu sparen. Schlachterei, Läden und Straßenstände dienten demselben Handel.
Der Name des Platzes entstand lange vor dem Okrąglak. In den Jahren eintausendsechshundertsieben und eintausendsechshundertacht erweiterte man die jüdische Stadt nach Westen um fast vierzig Prozent. Zwei wohlhabende Gemeindemitglieder, Mosze Jakubowicz und der Arzt Mosze Calahora, kauften hier Land von Ratsherren aus Kazimierz und verkauften einzelne Parzellen weiter. Nach Einschätzung von Historikern war die Erweiterung vor allem für die ärmsten Bewohner bestimmt. In Holzhäusern ließen sich Buchbinder, Glaser, Kürschner, Schächter und Synagogendiener nieder. In der Steuerliste des Jahres eintausendsechshundertdreiundfünfzig wurde das gesamte Gelände erstmals Neuer Platz genannt. Eine offene Fläche in der heutigen Form gab es damals noch nicht: Erst bis zum Jahr eintausendachthundertdreiundsiebzig wurde sie freigeräumt und in ihren heutigen Grenzen umrissen.
Während der deutschen Besatzung schloss man die Schlachterei ab und verriegelte den Pavillon. Die Juden Krakaus wurden zwangsweise in das Ghetto am anderen Ufer der Weichsel umgesiedelt; die meisten früheren Bewohner von Kazimierz wurden getötet. Nach dem Krieg kehrten Händler auf den Platz zurück, doch die frühere jüdische Gemeinde war nicht mehr unter ihnen.
Die Ausstattung der Schlachterei ist nicht mehr hier. Ihr Standort befindet sich weiterhin im Inneren des Okrąglak – hinter dem Ring der Verkaufsfenster, in ebenjenem Hof, den die Gemeinde bebaute, weil sie sich ein separates Gebäude nicht leisten konnte.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist ständig geöffnet; Marktstände, Essen und Flohmarkt hängen vom Wochentag, vom Wetter und von den Mietern ab. Für einen Spaziergang eignet sich ein Besuch tagsüber am zuverlässigsten; morgens gibt es mehr Handel, abends mehr Lärm aus den Bars.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Pavillon von allen Seiten: Er hat keine einzige Hauptfassade. Stören Sie während der Handelszeiten weder die Warteschlangen noch die Arbeit der Verkäufer; für die Erzählung über das Pogrom genügt es, auf dem Platz zuzuhören, ohne nach einem wirkungsvollen Fotostandpunkt zu suchen.
