Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Inschrift über dem Tor
- Grabstein von Mosche Isserles
- Mosaik aus Grabsteinfragmenten
- Reihen wiederaufgestellter Platten
Die Geschichte des Ortes
Über dem Tor steht: „Neue Synagoge des seligen Gedenkens an Mosche Isserles“. Remuh ist ein Name, der aus den Anfangsbuchstaben der Worte „Rabbi Mosche Isserles“ gebildet wurde. Zunächst nannte man dieses Bethaus die Neue Synagoge, um sie von der nahegelegenen Alten Synagoge zu unterscheiden. Der Name des Rabbiners setzte sich später durch – zusammen mit seinem Grab hinter der Mauer.
Der Friedhof entstand vor der Synagoge. Die Gemeinde kaufte das Grundstück bereits im Jahr eintausendfünfhundertdreiunddreißig, eröffnete es aber während einer Epidemie für Bestattungen, als auf dem früheren Friedhof kein Platz für zweihundertzwanzig Verstorbene mehr war. In denselben Jahren verlor der junge Krakauer Rabbiner Mosche Isserles seine Frau und seine Mutter.
Im Jahr eintausendfünfhundertdreiundfünfzig erwirkte sein Vater, der wohlhabende Kaufmann und königliche Bankier Israel Isserles, bei Sigismund II. August die Erlaubnis, hier eine Synagoge einzurichten. Einer verbreiteten Überlieferung zufolge war sie ein Geschenk an den gelehrten Sohn. Die erhaltene Inschrift präzisiert den familiären Preis dieses Baus: Der Vater bezahlte ihn aus dem Erbe seiner verstorbenen Frau, Mosches Mutter. So kamen hier ein wegen einer Epidemie eröffneter Friedhof und ein mit dem Geld eines ihrer Opfer errichtetes Bethaus zusammen.
Mosche leitete die Krakauer Jeschiwa – eine Schule, in der Talmud und religiöses Recht studiert wurden. Schüler aus Böhmen, Schlesien, den deutschen Ländern und Ungarn kamen hierher; einige unterhielt Isserles auf eigene Kosten. Das Familienvermögen aus dem Bankwesen sicherte die Schule, doch die Stellung des Rabbiners selbst beruhte auf etwas anderem: Er entschied tatsächliche Streitfälle, beantwortete Fragen aus verschiedenen Ländern und musste erklären, nach welchen Regeln die jüdischen Gemeinden Mittel- und Osteuropas lebten.
Im Jahr eintausendfünfhundertfünfundsechzig veröffentlichte Rabbi Josef Karo, der in der Stadt Safed lebte und eine handliche Zusammenstellung des religiösen Rechts schaffen wollte, den „Schulchan Aruch“ – den „Gedeckten Tisch“. Das Buch bot fertige Entscheidungen für den Alltag, die Ehe, den Handel, Feiertage und die Trauer. Karo stützte sich jedoch vor allem auf die Tradition der sephardischen Juden, die aus Spanien und Portugal stammten. Die Bräuche der aschkenasischen Gemeinden, mit denen Isserles täglich zu tun hatte, blieben in vielen Fällen außerhalb dieser Sammlung.
Isserles hätte ein konkurrierendes Buch herausgeben und verlangen können, zwischen zwei Systemen zu wählen. Er handelte anders: Er bewahrte Karos Text und fügte daneben kurze Ergänzungen ein – wo polnische und deutsche Juden einer anderen Entscheidung folgten, ergänzte er ihren Brauch. Seine Arbeit nannte der Rabbiner „Mappa“, also „Tischdecke“: Karo deckte den Tisch, und Isserles breitete darauf die Tischdecke aus.
Aus dieser Entscheidung entstand mehr als ein neuer Kommentar. Die aschkenasischen Gemeinden konnten Karos Sammlung annehmen, ohne ihre eigenen Regeln aufzugeben. Der Text des einen Rabbiners und die Anmerkungen des anderen wurden gemeinsam gedruckt; für viele orthodoxe Juden bilden sie bis heute einen einheitlichen praktischen Kodex. Isserles verdrängte Karo nicht – er machte dessen Buch für jene Menschen brauchbar, deren Leben er als Krakauer Richter und Lehrer beurteilte.
Nach seinem Tod im Jahr eintausendfünfhundertzweiundsiebzig wurde Mosche Isserles neben der Synagoge begraben. Sein Grabstein wurde zum Ziel von Pilgerfahrten, und sein Beiname ging sowohl auf den Friedhof als auch auf das Bethaus über. Zum Todestag des Rabbiners kommen Gläubige hierher und legen Kwitlach – Zettel mit Bitten – an seinem Grab nieder.
Während der deutschen Besatzung wurden die meisten Grabsteine zertrümmert oder umgestürzt, doch das Denkmal für Isserles blieb erhalten. Eine Überlieferung erzählt, der Mensch, der seine Hand dagegen erhob, habe das Bewusstsein verloren; bestätigen lässt sich nur die Tatsache, dass der Stein erhalten blieb. Im Jahr eintausendneunhundertneunundfünfzig fanden Forscher unter Erde und Trümmern mehr als siebenhundert Grabsteine. Unversehrte Platten wurden wieder aufgestellt, und die Bruchstücke ordnete man zu einem langen Mosaik an der Innenseite der Mauer. Die meisten der heute umherstehenden Steine befinden sich nicht mehr über ihren eigenen Gräbern. Der Grabstein von Mosche Isserles blieb an seinem Bestattungsort – wenige Schritte von der Synagoge entfernt, die für sein Gebet und seine Schule errichtet wurde.
Praktisch vor Ort
Die Jüdische Gemeinde gibt saisonale Öffnungszeiten an: im Sommer 10:00–18:00, im Winter 10:00–16:00; an Samstagen und jüdischen Feiertagen geschlossen. Eintritt gegen Spende, gewöhnlich 10–15 Złoty. Morgengebete finden täglich statt, verhalten Sie sich im Inneren daher wie in einer aktiven Synagoge.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Prüfen Sie den Zugang und mögliche Einschränkungen an religiösen Tagen. Kleiden Sie sich zurückhaltend, beachten Sie die Regeln zur Kopfbedeckung, versetzen Sie keine Steine und öffnen Sie keine fremden Zettel.
