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Thalia Hall

Erklärt, warum das Einwanderertheater nach dem Verlust durch den Besitzer und einer langen Schließung seine ursprüngliche Raumaufteilung bewahrte.

15 Min.
Historische Fassade der Thalia Hall an der 18th Street.
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Worauf achten

  • Der Name „Thalia Hall“ an der Fassade
  • Der Balkon des Zuschauerraums
  • Sechs Logen
  • Die Metallverkleidung der Logen

Die Geschichte des Ortes

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Der Zuschauerraum mit Balkon und sechs Logen liegt über den Stockwerken, die für tägliche Einnahmen gedacht waren. Unten befanden sich Geschäftsräume und ein Schankbetrieb, daneben Wohnraum, und oben versammelte man sich zu Aufführungen, Versammlungen und Feiern. Die Metallverkleidung der Logen erinnert noch immer an diese komplexe innere Aufteilung: Heute nehmen Restaurant und Bar die unteren Ebenen ein, und Musik erklingt weiterhin ein Stockwerk höher.

In die Fassade ist der Name „Thalia Hall“ eingemeißelt. Thalia ist die griechische Muse der Komödie und der idyllischen Dichtung. Den Namen wählte der tschechische Einwanderer John Dusek, ein Saloonbesitzer, der Künstler aus Böhmen nach Pilsen holen und den Nachbarn eine eigene Bühne geben wollte.

Dusek lebte hier mit seiner Frau Agnes und den Kindern und ernährte die Familie mit den Einnahmen aus dem Schankbetrieb. Im Jahr achtzehnhundertzweiundneunzig investierte er in ein weit riskanteres Unternehmen. Im Erdgeschoss befanden sich ein Saloon und Geschäftsräume, daneben richtete man Wohnraum ein, und darüber lag ein großes Theater mit Balkon und sechs Logen. Die einträglichen Teile des Hauses sollten neben einem Saal für Aufführungen, Versammlungen und Feiern bestehen.

Die Rechnung mit dem Publikum ging auf. Im Jahr achtzehnhundertfünfundneunzig kamen zweitausend Menschen hierher, um Vorträge über Arbeit und den gesellschaftlichen Aufstieg von Frauen zu hören. Im selben Jahr spielten Schauspieler aus Prag hier Romeo und Julia auf Tschechisch. Für Einwanderer erfüllte die Bühne zugleich zwei Aufgaben: Hier konnte man vertrautes Theater sehen und die Angelegenheiten der Gemeinschaft besprechen, ohne das eigene Viertel zu verlassen.

Volle Säle bewahrten Dusek nicht vor finanziellem Misserfolg. Im Jahr neunzehnhundertzwei wurde das Gebäude nach einer Zwangsvollstreckung aufgrund eines Pfandrechts verkauft, und zwar deutlich unter seinem ursprünglichen Wert. Dusek verlor das von ihm geschaffene Haus. Der neue Eigentümer Thomas Lyon schloss die Bühne nicht: Tschechische Ensembles spielten weiterhin hier, und Duseks Konzept trug auch ohne ihn weiter Früchte.

In den sechziger Jahren ließ man das Publikum nicht mehr in den Zuschauerraum. Fast ein halbes Jahrhundert stand er geschlossen. Im Jahr zweitausenddreizehn kauften die Besitzer von Musikspielstätten in Chicago, Bruce Finkelman und Craig Golden, das Gebäude von einer Bank, um hier wieder Konzerte zu veranstalten. Finkelman weigerte sich, alle Spuren des Verfalls zu überstreichen: Die ursprüngliche Metallverkleidung der Logen blieb erhalten, verlorene Stuckdetails rund um die Bühne wurden neu angefertigt. Im Mai zweitausendvierzehn empfing der Saal wieder Publikum.

Heute nimmt ein Restaurant das Erdgeschoss ein, eine Bar den Keller, und darüber finden Konzerte statt. Es ist dieselbe Raumaufteilung, auf die John Dusek den Unterhalt seiner Familie setzte: Handel und Getränke unten, Thalias Bühne oben.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktWandbilder entlang der 16th Street
Eintrittvon außen

Fassade von der Straße aus; Innenraum nur bei Veranstaltungen und zu Geschäftszeiten.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Geschichte der Fassade können Sie von außen hören; den Besuch eines Konzerts, des Restaurants oder der Innenräume planen Sie gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur 16. Straße hinaus und westwärts entlang der Wandbilder bis zur gebogenen Wand.

Stopp 6 von 7Weiter: Wandbilder entlang der 16th Street

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Pilsen: Murals und Geschichte des Viertels“ — 7 Stopps, etwa 3,4 km, 2 Stunden.

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