Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzereiter
- Granitsockel
- Naht an der rechten Vorderpfote des Pferdes
- Schwarze Kiefern
Die Geschichte des Ortes
Der Nationalgarten Kōkyo Gaien erstreckt sich bei der Nijūbashi (Seimon Tetsubashi) auf einem Gelände, auf dem einst die Residenzen von Fürsten beim Palast standen. Sie wurden abgerissen und machten einem weiten Platz mit schwarzen Kiefern Platz; nach dem Krieg wurde daraus ein für alle offener Nationalgarten. Zwischen den Kiefern steht auf einem Granitsockel ein Bronzereiter: Die Eigentümer des Kupferbergwerks Besshi schenkten die Statue dem Kaiserhof, und ihr Pferd wurde erstmals in Japan aus sieben separat gegossenen Teilen zusammengesetzt. An der rechten Vorderbein ist eine Naht erhalten, an der sich diese Konstruktion erkennen lässt.
Der gespannte Zügel hält das Pferd unter Kusunoki Masashige an. Der Krieger greift nicht an: Die Bildhauer stellten das Treffen des Jahres eintausenddreihundertdreiunddreißig dar. Auf dem Weg nach Hyōgo begrüßt Kusunoki den aus der Verbannung zurückkehrenden Kaiser Go-Daigo. Zur Nijūbashi (Seimon Tetsubashi) hin ist hier der glücklichste Augenblick seines Dienstes ausgerichtet.
Go-Daigo strebte den Sturz des Kamakura-Shogunats an – einer Militärregierung, die den Kaiserhof von der Regierung des Landes ausgeschlossen hatte. Der erste Versuch endete mit einer Niederlage und der Verbannung des Kaisers auf die Oki-Inseln. Kusunoki war ein Grundbesitzer aus der Provinz Kawachi: Er verfügte über Burgen, eine eigene Truppe und Menschen, die mit seinem Haus verbunden waren. Als er Go-Daigos Aufruf folgte, setzte er all diesen Besitz zusammen mit seinem Leben für den Ausgang des Aufstands aufs Spiel.
In den Bergburgen Burg Akasaka und Burg Chihaya hielt Kusunokis kleine Truppe die weitaus zahlreicheren Kräfte des Shogunats auf. Während gegen ihn Truppen zusammengezogen wurden, liefen andere Heerführer zum Kaiser über. Das Shogunat brach zusammen, Go-Daigo kehrte aus der Verbannung zurück, und Kusunoki empfing ihn in Hyōgo und begleitete ihn in die Hauptstadt. Genau diese Auflösung zeigt die Statue.
Drei Jahre später zerbrach das Bündnis. Der Heerführer Ashikaga Takauji trat gegen Go-Daigo an, um eine eigene Militärregierung zu errichten. Mit überlegenen Kräften rückte er nach Hyōgo vor. Kusunoki hielt eine offene Schlacht für aussichtslos und bat den Kaiser, den Plan zu ändern, erhielt jedoch den Befehl, in die Schlacht zu ziehen. Bei Minatogawa wurde seine Truppe geschlagen; Kusunoki und sein Bruder begingen Selbstmord, um nicht in Gefangenschaft zu geraten. Takauji besetzte Kyoto und gründete ein neues Shogunat, während Go-Daigo nach Süden, nach Yoshino, floh. Spätere Generationen erinnerten sich an Kusunoki als einen Krieger, der vor der Niederlage gewarnt und den Befehl dennoch ausgeführt hatte.
Ende des Jahres eintausendachthundertneunundachtzig beschlossen der Verwalter der Sumitomo-Unternehmen Hirose Saihei und das Oberhaupt der Familie Sumitomo Tomotada, den zweihundertsten Jahrestag des Kupferbergwerks Besshi zu begehen. Sie planten, aus dem dort gewonnenen Metall eine Statue von Kusunoki zu gießen und sie dem Kaiserhof zu schenken. Das Geschenk war für den Palast bestimmt, deshalb wies man ihm ein Grundstück außerhalb der Nijūbashi (Seimon Tetsubashi) zu. Tomotada starb vor Abschluss der Arbeiten; sein Nachfolger Sumitomo Tomoito führte das Vorhaben bis zur Übergabe an den Hof zu Ende.
Den Auftrag erhielt die erst kürzlich eröffnete Kunsthochschule Tokio. Der Bildhauer Takamura Kōun stand vor einem einfachen, unangenehmen Problem: Niemand kannte Kusunokis tatsächliches Gesicht. Mehr als zwanzig Darstellungen von ihm waren erhalten, doch die Gesichtszüge stimmten nicht überein. Kōun weigerte sich, eine von ihnen als zuverlässiges Porträt auszugeben, und schuf das Gesicht des Heerführers nach seiner eigenen Vorstellung – schlank, konzentriert, mit einem berechnenden Ausdruck. Daher zeigt der Reiter auf dem Sockel, wie Kusunoki in der Meiji-Zeit in Erinnerung bleiben sollte, und nicht, wie er unstrittig aussah.
Noch schwieriger war es, das Pferd zu gießen. Japanische Handwerker konnten eine so riesige und komplexe Figur nicht in einem einzigen Guss herstellen. Okazaki Sessei, der die Arbeiten leitete, reiste auf eigene Kosten zur Weltausstellung in Chicago, um westliche Bronzedenkmäler zu studieren. Zunächst schienen sie aus einem Stück zu bestehen. Eines Tages machte schräges Licht feine Nähte sichtbar: Die Handwerker gossen einzelne Teile und fügten sie anschließend zusammen. Okazaki kehrte nach Japan zurück und teilte das Pferd in sieben Teile – Rumpf, Hals, vier Beine und Schwanz. So entstand die erste monumentale Statue des Landes, die im Verfahren des Teilgusses zusammengesetzt wurde.
Die Arbeiten dauerten etwa zehn Jahre. Im Juli eintausendneunhundert stellte man Pferd und Reiter auf einem Granitsockel auf. Bis dahin waren die früheren Residenzen der Fürsten vor dem Palast auf Anordnung von Itō Hirobumi bereits abgerissen worden, und das frei gewordene Gelände hatte man in einen großen Platz mit schwarzen Kiefern verwandelt. Nach dem Krieg ging das Gebiet an den Staat über, und im April eintausendneunhundertneunundvierzig öffnete man es für alle als Nationalgarten Kōkyo Gaien – Äußerer Garten des Kaiserpalasts.
Die Statue blieb an ihrem ursprünglichen Standort. An der rechten Vorderbein des Pferdes ist bis heute die Gussnaht zu erkennen, und die Inschrift auf dem Sockel bewahrt den Namen des verstorbenen Tomotada, der diesen zehnjährigen Auftrag begann und die Kusunoki-Statue vor dem Palast nie sah.
Praktisch vor Ort
Der Platz und der Park sind rund um die Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Während staatlicher Veranstaltungen kann der Zugang eingeschränkt sein.
Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Platz ist offen, und die Entfernungen täuschen; machen Sie am Denkmal eine Pause, sparen Sie aber Kraft für den Weg entlang der Gräben und durch den Garten.
