Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rote Papierlaterne
- Zwei Figuren in den seitlichen Nischen
- Metallring der Laterne
- Inschrift auf der Rückseite der Laterne
Die Geschichte des Ortes
Am Kaminarimon beginnt diese Geschichte Mitte der neunzehnhundertfünfziger Jahre. Kōnosuke Matsushita, Gründer und Präsident des großen Elektrogeräteherstellers Matsushita Denki, konnte kaum noch gehen. Japan erlebte einen Boom bei Haushaltsgeräten, das Unternehmen wuchs schnell, und sein Leiter arbeitete bis zur Erschöpfung. Er bekam eine Neuralgie unbekannter Ursache, dann versagten ihm die Beine und der untere Rücken. Matsushita wandte sich an verschiedene Ärzte und versuchte westliche wie östliche Behandlung, doch es wurde nicht besser.
Ein Bekannter riet ihm, im Sensō-ji um ein Gebet zu bitten. Der Tempelvorsteher Shimizudani Kyōjun führte vor dem Hauptheiligtum einen Ritus durch, und kurz darauf genas Matsushita. So überliefern der Tempel und die Biografen des Unternehmers diese Abfolge der Ereignisse; eine medizinische Erklärung bieten sie nicht an. Aus Dank schenkte Matsushita dem Sensō-ji einen Fernseher.
Einige Jahre später kam der Tempelvorsteher erneut zu ihm. Im Dezember neunzehnhundertachtundfünfzig erschien er in der Tokioter Niederlassung des Unternehmens und sprach über das Tor am Beginn des Tempelwegs. Das frühere Tor war schon im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig abgebrannt: Das Feuer war im benachbarten Viertel Tawaramachi ausgebrochen und hatte hierher übergegriffen. Fünfundneunzig Jahre lang gab es an dieser Stelle kein dauerhaftes Gebäude. Zu Festen und Gedenktagen errichtete man manchmal provisorische Bögen, doch für einen echten Wiederaufbau fand sich kein Geld.
Der Tempelvorsteher warnte sofort, der Bau werde eine enorme Summe erfordern. Matsushita dachte etwa zehn Sekunden nach und erklärte sich bereit, ihn persönlich zu bezahlen. Er stellte eine Bedingung: Die Spende sollte nicht zur Werbung werden, und sein Name sollte so wenig wie möglich erwähnt werden. Der Tempelvorsteher, erfreut über die schnelle Entscheidung, erzählte jedoch bald selbst vom Spender.
Im Mai neunzehnhundertsechzig eröffnete man hier das heutige Stahlbetontor, das das Aussehen seiner Vorgänger aus der Edo-Zeit wiederholt. Die rote Laterne kam zusammen mit ihm, doch der Name Kaminarimon – „Tor des Donners“ – bezieht sich nicht auf die Laterne. Offiziell heißt es Kaminarimon, „Tor der Götter des Windes und des Donners“. In den seitlichen Nischen stehen Fūjin, der Herr des Windes, und Raijin, der Herr des Donners. Man stellte sie als Beschützer der Tempelbauten vor Stürmen und Überschwemmungen am Haupteingang des Sensō-ji auf; an sie richtete man auch Bitten um rechtzeitige Regenfälle und eine gute Ernte. Die verkürzte Bezeichnung Kaminarimon fand spätestens zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts Eingang in die Alltagssprache.
Diese Figuren tragen ihre eigene Spur des Brandes. Im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig konnten von beiden Statuen nur die Köpfe bewahrt werden. Neun Jahre später schnitzten Handwerker ihnen neue Körper, und beim Bau des Tores aus Matsushitas Mitteln restaurierte und bemalte man die Figuren neu. Deshalb sind die Köpfe von Fūjin und Raijin älter als das Gebäude, in dem sie stehen.
Die Papierlaterne dagegen muss regelmäßig ersetzt werden. Die heutige wurde im Jahr zweitausendzwanzig gefertigt; seit dem Wiederaufbau ist sie bereits die sechste Laterne. Sie ist fast vier Meter hoch und wiegt etwa siebenhundert Kilogramm. Während des Sanja-Festes klappt man sie nach oben, damit Menschen, die tragbare Schreine tragen, den Durchgang passieren können. Auf der zur Straße gewandten Seite steht die verkürzte Bezeichnung Kaminarimon, auf der Rückseite die vollständige Kaminarimon. Und auf dem Metallring unten ist der Name „Matsushita Denki“ erhalten geblieben – die Signatur des Mannes, der darum gebeten hatte, seinen Namen kaum zu zeigen.
Praktisch vor Ort
Tor und Zugang sind als offener Straßenraum zugänglich; innen gibt es nichts zu besichtigen, der Ort lässt sich von außen und beim Durchgang erfassen. Geprüft anhand der offiziellen Seiten des Sensō-ji am 2026-06-29.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie das Tor zunächst von der Stadtseite, gehen Sie dann darunter hindurch und drehen Sie sich um. Bleiben Sie nicht in der Mitte des Durchgangs stehen: Hier kreuzen sich ständig dichte Menschenströme.
