Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei runde Türme
- Dunkler Umriss des Hauptturms im Pflaster
- Breiter Durchgang zwischen den Türmen
Die Geschichte des Ortes
Die erhaltenen Türme des alten Stadttors stehen an den Rändern der Fußgängerstraße. Dunkle Steine im Pflaster zeichnen das Fundament des mittleren Turms nach, der hier nicht mehr steht. Als die frühere Durchfahrt für die Stadt zu eng wurde, entfernte man den Turm und schnitt die Erdbarriere zwischen Markt und Vorstädten breiter auf. Vom Verteidigungsknoten blieb ein freier städtischer Durchgang.
Vom Viru-Tor sind zwei runde Türme des Vortors erhalten geblieben. Der mittelalterliche Eingang war länger: Ein Reisender durchquerte zunächst eine äußere Befestigung, dann das fünfgeschossige Hauptturmgebäude und gelangte erst danach in die Unterstadt. Zunächst nannten die Stadtbewohner diesen Durchgang Lehm-Tor – vor der Mauer lagen Lehmgruben. Der Name „Viru“ bezeichnete die Richtung: Von hier begann die Straße nach Osten, in die historische Region Wierland.
Bis zum neunzehnten Jahrhundert hatten die Tore bereits keine militärische Funktion mehr, und die schmale Durchfahrt behinderte den Verkehr. Im Jahr eintausendachthundertdreiundvierzig ordnete der Stadtrat den Abriss des Hauptturms an. Das Vortor und der Erdbastion versperrten jedoch weiterhin den direkten Weg vom Alten Markt zu den Vorstädten.
Endgültig wurde der Durchgang für Tallinns erste Straßenbahn geöffnet. Tallinn hieß damals offiziell Reval. Am dreiundzwanzigsten März eintausendachthundertachtundachtzig erteilte der Stadtrat drei örtlichen Unternehmern eine Konzession: den Baronen Nikolai Fersen, Johann Girard de Soucanton und Arved Rosen. Sie erhielten das Recht, eine Pferdebahn zu bauen und zu betreiben, von den Fahrgästen Geld einzuziehen und nach vierzig Jahren die gesamte Ausrüstung der Stadt zu übergeben. Vor ihnen hatten andere Unternehmer abgelehnt: Die drei geplanten Linien erschienen ihnen unrentabel.
Die Barone begannen mit der Strecke nach Katharinental, einem beliebten Ort der Sommererholung. Die ersten Wagen verkehrten vom Russischen Markt – dem heutigen Viru-Platz. Innerhalb der Mauern lag jedoch der Alte Markt, und der Vertrag verlangte, die Schienen dorthin zu führen. Die Erbauer der Pferdebahn bauten den mittleren Teil des Vortors ab, brachen eine Durchfahrt durch den Bastion und verlängerten die Viru-Straße nach außen. Die zwei runden Seitentürme blieben an den Rändern der neuen Trasse stehen.
Die Rechnung ging auf. Eine Fahrkarte kostete fünf Kopeken, ein Wagen fasste vierundzwanzig Fahrgäste, und im ersten Monat beförderte die Pferdebahn mehr als hunderttausend Menschen. Die Linie nach Katharinental wurde die rentabelste, und noch im selben Herbst eröffneten die Unternehmer vorzeitig die nächste. Die Tore, die ihrer Strecke im Weg standen, wurden nicht wiederhergestellt.
Zwischen den Türmen liegen längst keine Schienen mehr, die Straße ist zur Fußgängerzone geworden. Dunkle Steine in ihrem Pflaster markieren den Umriss des Hauptturms, der bereits im Jahr eintausendachthundertdreiundvierzig abgerissen wurde. Der breite Durchgang zwischen den beiden erhaltenen Türmen nimmt den Platz des Vortors ein, das die Erbauer der Pferdebahn im Jahr eintausendachthundertachtundachtzig entfernten.
Praktisch vor Ort
Der Durchgang auf der Straße ist rund um die Uhr zugänglich; die Türme werden von außen besichtigt.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie außerhalb des Verkehrsflusses und betrachten Sie die Türme von der Seite: Die Mitte des Durchgangs ist ständig in Bewegung.
