Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hoher Turmhelm
- Ecktürmchen des Turmhelms
- Steinerne Mauern
- Aussichtsplattform unter dem Turmhelm
Die Geschichte des Ortes
Unter dem Turmhelm betet heute eine Gemeinde evangelischer Christen-Baptisten, und in einer Höhe von sechzig Metern befindet sich eine Aussichtsplattform. Die Kirche ist nach Olaf Haraldsson benannt, einem norwegischen König, der im Jahr eintausenddreißig starb, als er versuchte, seinen Thron zurückzugewinnen, und bald darauf heiliggesprochen wurde. Forschende bringen die frühe Kirche mit einem Handelskontor der Skandinavier in Verbindung, das schon vor dem Bau des heutigen Gebäudes irgendwo hier lag. Das ist eine wahrscheinliche, aber bislang nicht bewiesene Annahme. Sicher ist, dass sich der Kult des heiligen Olaf an den Küsten der Ostsee verbreitete und der hiesige Turm den Seeleuten als Orientierungspunkt diente.
Der hohe Turmhelm wies den Weg und zog Blitzeinschläge auf sich. In der Nacht zum sechzehnten Juni eintausendachthundertzwanzig geriet eines seiner Ecktürmchen in Brand. Zwanzig bis dreißig junge Stadtbewohner waren bereit, hinaufzusteigen und es zu löschen. Sie riskierten, auf einen bereits brennenden Turm zu gelangen, doch die Chance, das Feuer aufzuhalten, bestand noch: Zunächst breitete sich die Flamme langsam aus.
Die städtischen Beamten, die die Löscharbeiten leiteten, erinnerten sich an einen anderen Brand, der hier fast zwei Jahrhunderte zuvor ausgebrochen war. Damals war das Feuer vom Turm auf die Nachbarhäuser übergesprungen. Diesmal beschlossen die Beamten, die Bewohner des Viertels zu retten, und ordneten die Evakuierung aller Gebäude in der unmittelbaren Umgebung an. Die jungen Leute wurden nicht hinaufgeschickt.
Während die Stadtbewohner ihre Häuser verließen, erreichte das Feuer die übrigen Türmchen und erfasste dann den Hauptturmhelm. Er stürzte auf das Haus des Kirchendieners, woraufhin die Kirche selbst Feuer fing. Der Brand dauerte vier Stunden. Im Inneren schmolzen Gegenstände aus Metall, Grabplatten bekamen durch die Hitze Risse, und sogar die steinernen Stützen wurden beschädigt. Erhalten blieben die Mauern und die Bibliothek: Die Bücher lagen unter den Gewölben eines Raums neben dem Altarbereich, in den das Feuer nicht eindrang.
Die Gemeindemitglieder waren zwanzig Jahre lang ohne Kirche. Kaiser Alexander I. unterstützte den Wiederaufbau, nach seinem Tod wurden die Arbeiten unter Nikolai I. fortgesetzt. Erst im Jahr eintausendachthundertachtundzwanzig begannen die Bauleute, die Kirche aus den Ruinen wieder aufzurichten. Drei Jahre später setzte ein Blitz den Turm erneut in Brand, doch dieses Feuer konnte gelöscht werden, und der Turmhelm wurde nach dem ursprünglichen Entwurf fertiggestellt.
Am sechzehnten Juni eintausendachthundertvierzig wurde der Gottesdienst wieder aufgenommen – auf den Tag genau zwanzig Jahre nach dem Brand. Über den mittelalterlichen Mauern erhebt sich heute der bei diesem Wiederaufbau geschaffene Turmhelm, einhundertdreiundzwanzig Meter und siebzig Zentimeter hoch.
Praktisch vor Ort
Die offizielle Seite der Aussichtsplattform nennt die Saison vom 1. April bis 31. Oktober, täglich 10:00–18:00, letzter Einlass zum Turm um 17:30; im Winter sind Kirche und Plattform für Besucher geschlossen. Die Eintrittskarte für den Turm kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von außen geht man am besten etwas auf Abstand, sonst passt der Turmhelm nicht ins Blickfeld. Der Aufstieg zum Turm kann saisonabhängig sein und erfordert die Bereitschaft, eine steile Treppe zu bewältigen.
