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Wasserflugzeughafen (Lennusadam)

Lennusadam

Hier laufen zwei Rettungsaktionen zusammen: die Reparatur dünner Betonschalen und das Heben eines U-Boots an Land.

40 Min.
Betonhangars und ein Schiff im Wasserflugzeughafen (Lennusadam)
Richard Allen from Nottingham, UK · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Drei Stahlbetonkuppeln
  • Das U-Boot „Lembit“
  • Separate Auflager für das U-Boot
  • Stützenfreier Boden

Die Geschichte des Ortes

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Drei Kuppelschalen aus Stahlbeton ragen über einen Saal, in dem es keine einzige innere Säule gibt. Das Militär des Russischen Kaiserreichs baute hier einen Stützpunkt für Wasserflugzeuge: Die Flugzeuge sollten über eine breite Rampe aus dem Wasser gezogen und unter das Dach gerollt werden. Jede Kuppel lässt mehr als fünfunddreißig Meter Boden frei, obwohl die Betonschicht am Scheitel nur acht Zentimeter dick ist. Als die Flüge eingestellt wurden, nutzten Marineluftflieger, eine Ausbildungseinheit und Lager den Raum; heute steht auf diesem freien Boden ein U-Boot, das auf eigenen Pfählen ruht.

Im Frühjahr zweitausendelf bereitete sich Urmas Dresen, Direktor des Estnischen Meeresmuseums, darauf vor, das sechshundert Tonnen schwere U-Boot „Lembit“ aus dem Wasser zu ziehen. Es hatte fünfundsiebzig Jahre lang geschwommen – länger als jedes andere U-Boot jener Zeit – und war ohne größere Umbauten das einzige erhaltene Schiff der estnischen Vorkriegs-Kriegsflotte geblieben. Dresen wollte es an Land, in das künftige Museum, stellen. Ein Fehler beim Heben konnte das Hauptexponat noch vor der Eröffnung zugrunde richten.

Der Raum selbst entstand für eine andere Technik. Im Jahr neunzehnhundertsechzehn baute das Militär des Russischen Kaiserreichs hier einen Stützpunkt für Wasserflugzeuge zur Beobachtung des Finnischen Meerbusens. Die Flugzeuge sollten über eine breite Rampe aus dem Wasser gezogen und unter das Dach gerollt werden, ohne Säulen zu berühren. Die dänische Firma Christiani & Nielsen überspannte den Hangar mit drei verbundenen Kuppeln aus Stahlbeton. Jede bot eine stützenfreie Spannweite von mehr als fünfunddreißig Metern, obwohl die Betondicke am Scheitel nur acht Zentimeter betrug.

Im Herbst neunzehnhundertsiebzehn erhielten die Bauarbeiter den Befehl, die Arbeiten einzustellen. Sie schafften es nicht, die riesigen Tore einzubauen und die Rampen fertigzustellen, doch die Betonschalen standen bereits. Später waren hier estnische Marineluftflieger, eine Ausbildungseinheit und Lager untergebracht. Nachdem die Flüge eingestellt worden waren, nutzte das Militär den Hangar jahrzehntelang als Lager und reparierte das Dach kaum. Wasser drang bis zur Bewehrung vor, das Metall rostete, der Beton platzte ab, die Kuppeln rissen und verformten sich.

Die Ingenieure Karl Õiger und Heiki Onton mussten feststellen, ob man hier überhaupt Menschen hineinlassen konnte. Sie begannen die Untersuchung im Jahr zweitausendeins, schlossen die gefährlichsten Risse der mittleren Kuppel und deckten das Dach, doch das Geld reichte nur für die erste Etappe. Als die Vorbereitung des Museums wieder aufgenommen wurde, erarbeiteten die Ingenieure ein neues Projekt. Während der Reparatur mussten sie ihre eigenen Entscheidungen ändern: Die alten Bauarbeiter hatten äußerlich gleiche Knotenpunkte auf unterschiedliche Weise ausgeführt, und auch die Schäden in ihrem Inneren unterschieden sich.

Die Arbeiter reinigten die verrostete Bewehrung, dichteten mehrere Kilometer Risse ab und füllten sie mit Harz, befestigten ein Metallnetz und trugen eine neue Betonschicht auf. Die Kuppeln beließ man auf ihren bisherigen Auflagern. Die schweren Museumskonstruktionen ließen Õiger und Onton auf separaten Pfählen errichten, die nicht mit dem alten Tragwerk verbunden waren. Auch der Platz für „Lembit“ wurde für ein solches eigenständiges Fundament ausgelegt.

In der Nacht zum einundzwanzigsten Mai wurden Pontons unter das Boot gebracht. Eine gepanzerte Zugmaschine mit einer Panzerwinde zog es über eine eigens gebaute hundert Meter lange Rampe. Die Operation dauerte rund zwanzig Stunden. Anschließend wurde „Lembit“ gereinigt und von unten gestrichen, auf Luftkissen gesetzt und noch mehrere Tage über die verbleibenden zweihundertfünfzig Meter bis zum Hangar bewegt.

Im Wasserflugzeughafen (Lennusadam) steht das U-Boot dort, wohin Dresens Team es im Jahr zweitausendelf stellte. Seine Auflager reichen bis in eigene Pfähle, und über ihm liegen die acht Zentimeter dünnen Scheitel der Kuppeln, die einst den Boden für die Flügel der Wasserflugzeuge freihielten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort40 Min.
Nächster PunktHafen Noblessner
Eintrittmit Ticket

Mai–September: täglich 10:00–19:00. Oktober–April: Di–So 10:00–18:00. Feiertagsbedingte verkürzte Öffnungszeiten und Schließungen sind auf der Website des Museums angegeben. Die letzten Eintrittskarten gibt es 30 Minuten vor Schließung; der Zugang zum Eisbrecher endet 15 Minuten vor Schließung.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Architektur der Hangars lässt sich von außen beurteilen; die Besichtigung des U-Boots und der Museumssammlung sollten Sie als eigenständigen Besuch planen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Umgehen Sie den Hangar auf der Westseite und gehen Sie zur ehemaligen Werft.

Stopp 7 von 8Weiter: Hafen Noblessner

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Kalamaja und Noblessner: vom Bahnhof zum Meer“ — 8 Stopps, etwa 4 km, 2–3 Stunden.

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