Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der sechseckige Pavillon Huxinting
- Die gebrochene Brücke
- Steinerne Pfeiler
- Der Teich um den Pavillon
Die Geschichte des Ortes
Mitten im Teich steht das sechseckige Huxinting, und zu seinen Türen führt von beiden Ufern eine gebrochene Brücke auf steinernen Pfeilern. Ihre Biegungen erfordern nicht, die Ecken abzuzählen: In chinesischen Gärten bezeichnete man so Brücken mit mehreren Knicken, und die Neun galt als glückliche ungerade Zahl. Die Brücke ist als einziger Durchgang über das Wasser angelegt, daher führt der Weg vom Ufer zwangsläufig in den Pavillon. Die Holzgeländer sind nicht erhalten, wurden später jedoch durch Stahlbeton ersetzt, der den früheren gebrochenen Verlauf wiederholte.
Im Jahr eintausendsiebenhundertvierundachtzig versammelten die Händler für blauen Baumwollstoff Zhu Yunhui und Zhang Fuchen weitere zwei Dutzend Teilhaber und kauften diesen Abschnitt des verfallenen Yu-Gartens. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie mit örtlichem handgefertigtem Stoff: Sie kauften ihn in der Umgebung von Shanghai auf und schickten ihn in andere Provinzen. Im Herbst und Winter transportierten Schiffe von hier ganze Partien von Ballen ab. Die Händler brauchten einen festen Raum, in dem Vertreter der Branche zusammenkommen und gemeinsame Angelegenheiten regeln konnten.
Mitten im Teich stand bereits ein alter Gartenpavillon auf einer kleinen Insel. Die Kaufleute rissen sowohl die Insel als auch den Bau ab und errichteten an ihrer Stelle direkt über dem Wasser einen zweigeschossigen sechseckigen Pavillon. So entstand der Name Huxinting – „Pavillon im Herzen des Sees“. Zu ihm führten sie eine Brücke auf steinernen Pfeilern mit Holzgeländern und zahlreichen Biegungen. Sie verband beide Ufer und führte zugleich zur Geschäftsstelle der Handelsvereinigung. Tee und Wein durften hier anfangs nicht verkauft werden.
Das ganze Vorhaben beruhte auf dem Wohlergehen der örtlichen Weber und Händler. Nach der Öffnung Shanghais für den Außenhandel kam billiger Stoff aus ausländischen Fabriken auf den Markt. Das handgewebte Tuch konnte diesem Wettbewerb nicht standhalten, und der Handel mit blauem Stoff ging zurück. Im Jahr eintausendachthundertfünfundfünfzig trennte sich die Vereinigung vom Pavillon. Der neue Eigentümer stellte hier Tische auf und eröffnete ein öffentlich zugängliches Teehaus – eines der ersten kommerziellen Teehäuser Shanghais. Zhu Yunhui, Zhang Fuchen und ihre Gefährten verloren ihre Geschäftsstelle; der von ihnen errichtete Raum empfing nun nicht mehr Vertreter einer einzigen Branche, sondern Händler, Stadtbewohner und Besucher des Tempelmarkts.
„Neun Biegungen“ bedeutet nicht, dass sich die Ecken zwingend bis neun zählen lassen. In chinesischen Gärten bezeichnete man so gewundene Brücken mit unterschiedlicher Zahl von Knicken; neun galt als glückliche und höchste ungerade Zahl. Die Erzählung, wonach die Biegungen Geister aufhalten, gehört zu den volkstümlichen Erklärungen. Im Baueintrag wird die Aufgabe der Brücke ganz nüchtern genannt: Menschen durch den Pavillon von einem Ufer zum anderen zu führen.
Die ursprünglichen Holzgeländer sind nicht erhalten. Nach einem Brand im Tempelviertel in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ersetzten die Treuhänder die alte Brücke durch eine Stahlbetonbrücke und wiederholten dabei ihren gebrochenen Verlauf. Huxinting steht weiterhin in der Mitte des Teichs und dient wieder als Teehaus, während die Brücke ein offener Durchgang inmitten des Markts bleibt. Der von den Händlern für blauen Stoff erdachte Plan ist vollständig erhalten: zwei Ufer, ein separater Raum über dem Wasser und ein Weg, der zwangsläufig zu dessen Türen führt.
Praktisch vor Ort
Die Brücke gehört zur offenen Handelszone; das Teehaus empfängt nach der Restaurierung wieder Gäste, doch Öffnungszeiten und Speisekarte sollten vor Ort geprüft werden. Der städtische Touristenführer nennt für Huxinting 08:30–21:00; nach der Restaurierung im Jahr 2025 können sich die genauen Bedingungen ändern.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Auf der Brücke kann es eng werden; bleiben Sie deshalb nicht für längere Aufnahmen in ihrer Mitte stehen. Betrachten Sie den Besuch des Teehauses als eigene Entscheidung mit eigenen Bedingungen und möglicher Wartezeit.
