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Das Donhwamun-Tor

돈화문

Hier erweist sich der Hauptzugang zum Palast zugleich als Programm tugendhafter Herrschaft und als schwieriges militärisches Ziel.

15 Min.
Zweigeschossiges Donhwamun-Tor am Haupteingang von Changdeokgung.
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Worauf achten

  • Zweigeschossiges Tor
  • Schwere hölzerne Torflügel
  • Tafel über dem Durchgang

Die Geschichte des Ortes

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Im Vernehmungsprotokoll nach dem Aufstand des Jahres eintausendsiebenhundertachtundzwanzig ist eine genaue Einschätzung dieser Tore erhalten. Die Verschwörer hielten Donhwamun und das benachbarte Honghwamun-Tor für am schwersten einzunehmen. Sie wollten Schießpulver an den Torflügeln aufschichten und mit Brandpfeilen darauf schießen.

Donhwamun ist der Haupteingang zum Palast Changdeokgung. Hier verlief die Grenze zwischen der Stadt und dem Hof der koreanischen Herrscher aus der Joseon-Dynastie. Durch dieses Tor fuhr der König hinaus, Gesandte traten ein, und bei Staatsbegräbnissen trug man den Sarg hinaus. Als Changdeokgung zur Hauptresidenz des Hofes wurde, erweiterte man den früheren Eingang zu seiner heutigen monumentalen Größe.

Der Name stammt aus der konfuzianischen Abhandlung „Zhongyong“. „Donhwa“ bedeutet Belehrung und die sittliche Umformung der Menschen durch die Tugend des Herrschers. Dieses Programm brachte man auf der Tafel über dem Durchgang an, damit ein Mensch ihm noch vor dem Betreten des Palasts begegnete.

Im Jahr eintausendsiebenhundertachtundzwanzig musste König Yeongjo sein Recht beweisen, sich hinter diesen Toren aufzuhalten. Er bestieg den Thron nach dem Tod seines älteren Halbbruders väterlicherseits, König Gyeongjong. Yeongjos Gegner verbreiteten das Gerücht, er habe seinen Bruder vergiftet und sei überhaupt kein rechtmäßiger Sohn ihres Vaters gewesen. Sie wollten ihn stürzen und Prinz Milpung, einen Nachkommen eines anderen Zweigs der Königsfamilie, auf den Thron setzen.

An die Spitze des Aufstands trat Yi In-jwa, ein provinzieller Yangban — ein Mann aus dem erblichen Dienstadel, jedoch aus einer politisch zurückgedrängten Familie. Er verfügte über keine stehende Armee. Die Verschwörer sammelten Verwandte, Hausdiener und Sklaven und machten ihre eigenen Höfe zu militärischen Abteilungen. Im Fall einer Niederlage drohte dem Anführer selbst die Hinrichtung, seiner Familie aber Bestrafung und die Einziehung des Eigentums.

Yi In-jwa nahm die Stadt Cheongju ein, tötete zwei Befehlshaber der Garnison, öffnete die staatlichen Getreidespeicher und führte seine Leute nach Seoul. Über der Abteilung trug man ein Banner der Rache für den verstorbenen Gyeongjong. Gleichzeitig bereiteten sich Mitverschwörer in der Hauptstadt darauf vor, den Palast anzugreifen. Donhwamun behinderte ihren Plan gerade durch seine Bauweise: Die schweren Torflügel ließen sich weder rasch von innen öffnen noch durch einen gewöhnlichen Ansturm einschlagen. Daher der Plan mit dem Schießpulver.

Die Aufständischen erreichten das Tor nicht. Königliche Truppen schlugen sie bei Anseong und Juksan. Yi In-jwa versteckte sich in einem Bergkloster, doch Bauern nahmen ihn gemeinsam mit Mönchen fest und übergaben ihn dem Militär. Die Soldaten verlangten, den Anführer an Ort und Stelle zu zerreißen. Der Befehlshaber Oh Myeong-hang lehnte ab: Yi In-jwa musste vor dem König erscheinen. Man sperrte ihn in einen Käfig auf einem Wagen und schickte ihn nach Seoul.

Der Weg endete hier. Yeongjo stieg in das zweite Geschoss des Donhwamun und nahm vor dem Tor die Gefangenen und die Köpfe der getöteten Anführer des Aufstands entgegen. Das war eine festgelegte Zeremonie: Hinter den geschlossenen Torflügeln blieb der König, draußen führte man ihm diejenigen vor, die versucht hatten, zum Palast vorzudringen. Yi In-jwa wurde anschließend wegen Hochverrats hingerichtet. Yeongjo behielt den Thron und regierte noch fast ein halbes Jahrhundert.

Von jener Zeremonie ist kein einzelner Gegenstand erhalten. Erhalten sind die zweigeschossigen Tore selbst, die hier bereits im Jahr eintausendsiebenhundertachtundzwanzig standen. Das Schießpulver unter ihren Torflügeln entzündete sich nie, und den gefangenen Menschen führte man durch eben jenen Durchgang, den er hatte sprengen wollen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktDie Geumcheongyo-Brücke
Eintrittaußen frei zugänglich; innen mit Eintrittskarte

Changdeokgung: 09:00–18:00 im Februar–Mai und September–Oktober; 09:00–18:30 im Juni–August; 09:00–17:30 im November–Januar. Letzter Einlass 1 Stunde vor Schließung. Montag — Ruhetag.

Geprüft: 27. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Bleiben Sie vor dem Eintritt draußen: Gerade von der Stadtseite aus lässt sich am besten spüren, wie das Tor zwei Welten zugleich verbindet und trennt.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Betreten Sie den Palast und gehen Sie geradeaus zu den Steinbögen vor dem inneren Tor.

Stopp 1 von 8Weiter: Die Geumcheongyo-Brücke

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Changdeokgung, Jongmyo und das alte Seoul“ — 8 Stopps, etwa 4,5 km mit Route durch Huwon, 4,5–6 Std..

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