Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzering
- Figuren von Erwachsenen
- Figuren von Kindern
- Sonnenuhr
Die Geschichte des Ortes
Hinter der Sonnenuhr, am westlichen Ende der Parkachse, schließen sich bronzene menschliche Figuren zu einem Kreis. Erwachsene und Kinder halten einander so fest, dass dieser Bewegung kein Anfang oder Ende zugewiesen werden kann. Die verschiedenen Lebensalter machen den Weg von der Geburt bis zum Tod zu einem sich wiederholenden Kreis. Die Tonversion der Skulptur verschwand bei der Herstellung der Form, und das von ihr abgenommene Meistermodell aus Gips wird im Vigeland-Museum aufbewahrt.
Im September neunzehnhundertdreiunddreißig ließ der vierundsechzigjährige Gustav Vigeland die Schmiede seiner Werkstatt eine runde Eisenarmierung mit einem Durchmesser von drei Metern zusammensetzen. Der Bildhauer wollte sieben menschliche Körper – vier Erwachsene und drei Kinder – zu einem Ring schließen. Dieses Rad hat keine Felge: Arme, Beine und Rücken der Figuren sollten sie bilden.
Zunächst fertigte Vigeland ein kleines Gipsmodell an. Die Schmiede vergrößerten es nach einem Raster, befestigten hölzerne Querriegel am Eisengerüst und umwickelten sie mit Draht, damit der schwere, feuchte Ton nicht abrutschte. Dann übertrug der Bildhauer Punkte von der Skizze auf das große Modell – er verglich sie mit einem Meterstab und einem Zirkel –, während er die Oberfläche mit den Händen und kleinen Werkzeugen vollendete. Die Arbeit dauerte bis Februar neunzehnhundertvierunddreißig.
Das Ergebnis ließ sich nur bewahren, indem diese Tonversion zerstört wurde. Die Formmacher setzten dünne Metallplättchen in die noch feuchte Oberfläche ein und bedeckten die Figuren mit Gips. Als die Form ausgehärtet war, kratzten sie den Ton aus ihr heraus, nahmen das Eisengerüst heraus und fügten die einzelnen Teile wieder zusammen. In das Innere gossen sie eine neue Gipsschicht. Nach dem Trocknen zerschlugen sie die äußere Form mit einem Meißel und einem Holzhammer. So entstand anstelle des zerbrechlichen Tons ein genaues Meistermodell, das für den Bronzeguss geeignet war.
Schon im Jahr neunzehnhunderteinundzwanzig hatte Vigeland der Stadt seine Werke im Austausch für eine Werkstatt übergeben, die nach seinem Tod zu einem Museum werden sollte. Deshalb blieb das Gipsmodell bei Oslo, auch als der Bildhauer selbst im Jahr neunzehnhundertdreiundvierzig starb. Das bronzene „Rad des Lebens“ wurde hier erst im Jahr neunzehnhundertneunundvierzig aufgestellt – sechs Jahre nach seinem Tod.
Für das Rad bestimmte Vigeland einen Platz am westlichen Ende der langen Parkachse, hinter der Sonnenuhr. Männer, Frauen und Kinder halten einander so fest, dass sich im Ring keine erste oder letzte Figur bestimmen lässt. Daher der Name: Der Kreis dient als Zeichen der Ewigkeit, und die verschiedenen Lebensalter machen den Weg von der Geburt bis zum Tod zu einer sich wiederholenden Bewegung.
Die Bronze vor uns erschien erst, als Vigeland nicht mehr lebte. Der Ton, den er bei der Arbeit berührte, existiert nicht mehr; das von der Tonversion abgenommene Meistermodell aus Gips wird im Vigeland-Museum aufbewahrt. Er vollendete die westlichste Skulptur seiner Vigeland-Anlage, sah sie aber nie an dem für sie bestimmten Ort.
Praktisch vor Ort
Immer geöffnet, freier Zugang.
Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bei sonnigem Wetter vergleichen Sie den bronzenen Kreis mit dem wandernden Schatten der Sonnenuhr; ohne Sonne bleibt das Instrument ein stummer Stein.
