Stopp 1 von 7

Haupttor

Hovedportalen

Hier wird sichtbar, dass selbst der Eingang zur Vigeland-Anlage eine eigene Werkstatt und jahrelange Handarbeit erforderte.

15 Min.
Geschmiedete Tore mit Drachenmotiven am Eingang zur Vigeland-Anlage
ShibaniSharma · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
1234567

0 von 7 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Fünf große eiserne Torflügel
  • Zwei schmale Durchgänge
  • Drachenmedaillons
  • Granitpylonen

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Vigeland plante elf Eingangsanlagen am Rand des Parks, doch gebaut wurde nur diese. Die schwarzen eisernen Torflügel mit einem Gewicht von mehreren Tausend Kilogramm hängen so präzise an ihren Scharnieren, dass sie sich fast mühelos drehen und von selbst an ihren Platz zurückkehren. Nach dem Schmieden wurden sie von Hand mit der Feile nachbearbeitet und vor Rost geschützt; heute entfernen Restauratoren jährlich die Spuren von Kinderwagen, Fahrrädern und dem gewöhnlichen Verkehr durch die Tore.

Fünf große Torflügel und zwei schmale Durchgänge zwischen Granitpylonen bilden den östlichen Eingang vom Kirkeveien. Hier beginnt die lange gerade Achse des Parks, die zur Brücke, zum Vigeland-Brunnen, zum Monolith und zum Rad des Lebens führt. In den runden Feldern der Tore sind Drachen mit Seilen verbunden, ineinander verhakt und in ihren eigenen Körpern verstrickt. Ein solcher Flechtornament erinnert an die geschnitzten Portale mittelalterlicher norwegischer Holzkirchen.

Die ersten vier Drachenmedaillons schmiedete Alfred Mikkelsen. Er verdiente lange vor seiner Begegnung mit Gustav Vigeland sein Geld mit dem Handwerk: Er lernte in einer Dorfschmiede im Südwesten Norwegens, arbeitete als Wagen- und Hufschmied und kam im Jahr neunzehnhundertzehn in die Hauptstadt, um feine Gitter, Blätter und Rosen aus Eisen zu beherrschen. Zwölf Jahre arbeitete Mikkelsen in einer privaten Werkstatt. Dort erhielt er den Auftrag, Vigelands Zeichnungen in Metall umzusetzen.

Der Bildhauer Gustav Vigeland wollte den Eingang zum ersten Werk seiner Vigeland-Anlage machen und die Ausführung bis zu den einzelnen Verbindungen kontrollieren. Bis April neunzehnhundertsechsundzwanzig waren seine Zeichnungen fertig. Mikkelsen fertigte die Drachenfelder als Proben an, und im Jahr neunzehnhundertsiebenundzwanzig stellte man sie im Kunstindustrimuseet aus. Am dritten Oktober desselben Jahres bot die Oslo Sparebank an, den Bau der Tore zu bezahlen. Der Stadtrat genehmigte das Projekt, worauf Vigeland den Bau einer eigenen Schmiede neben seinem Atelier durchsetzte.

Am ersten Juni neunzehnhundertachtundzwanzig wurde Mikkelsen dort als erster Schmiedemeister eingestellt. In seinem Vertrag stand ausdrücklich die Aufgabe: das Haupttor unter Vigelands Leitung auszuführen. Der Auftrag veränderte sein weiteres Leben vollständig. Mikkelsen verließ seine frühere Werkstatt, stellte Helfer ein und arbeitete mit ihnen fast ein Vierteljahrhundert in der neuen Schmiede.

Vigeland brachte die auf Millimeterpapier im Maßstab eins zu zehn gezeichnete Komposition. Die Schmiede vergrößerten sie auf natürliche Größe. Der Bildhauer nahm Korrekturen vor, worauf die Handwerker die genehmigten Linien auf Transparentpapier übertrugen und Arbeitsvorlagen anfertigten. Glühende standardmäßige Eisenstreifen mussten bis zu der von der Zeichnung vorgegebenen Grenze gedreht und gestreckt werden. Neben Esse und Amboss standen Bohr- und Schweißgeräte.

Für Mikkelsen wurde das Schweißen zu einer Bedingung, von der das Ergebnis des gesamten Auftrags abhing. Später schrieb er, dass viele feine Details ohne das Schweißen anders hätten ausgeführt werden müssen: Die Schweißnaht ermöglichte es, die Zeichnung zu bewahren, und gab den schmalen Elementen die notwendige Festigkeit. Die großen Torflügel wurden aus besonders hochwertigem norwegischem Eisen gefertigt, das im Werk Christiania Spigerverk gewalzt worden war. Nach dem Schmieden bearbeitete man die Oberflächen mit Metallsäge, Meißel und Feile nach, sandstrahlte sie, trug zum Schutz vor Rost Bleimennige auf und anschließend schwarzen Lack.

Im September neunzehnhunderteinundvierzig wurden die Tore am Kirkeveien aufgestellt. Vollständig abgeschlossen war die Arbeit im Juli neunzehnhundertzweiundvierzig. Jeder große Torflügel enthielt mehrere Tausend Kilogramm Eisen, doch der Stadtingenieur, der das Tor abnahm, behauptete, man könne ihn mit einem Finger drehen: Die Handwerker hatten die Scharniere und das Gleichgewicht so berechnet, dass das schwere Gitter genau in seine Ausgangsposition zurückkehrte.

Vigeland starb im folgenden Frühjahr. Die Schmiede blieb nach seinem Tod erhalten: Mikkelsens Werkstatt führte Aufträge für das Rathaus von Oslo, die städtischen Parks und den Dienst zum Schutz alter Gebäude aus. Der Schmied selbst blieb trotz seines sich verschlechternden Gesundheitszustands bis zur Schließung der Werkstatt im Jahr neunzehnhundertzweiundfünfzig dort.

Vigeland plante elf Eingangsanlagen am Rand des Parks. Gebaut wurde nur das Haupttor. Für den Unterhalt seines schwarzen Eisens werden inzwischen jährlich insgesamt etwa drei Arbeitsmonate aufgewendet: Restauratoren entfernen Rost und Spuren, die Fahrräder, Kinderwagen und der alltägliche Verkehr durch die Durchgänge hinterlassen. Die Drachenmedaillons, mit denen der Auftrag begann, bewahren weiterhin die Form, die der frühere Wagen- und Hufschmied Alfred Mikkelsen schmiedete.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktVigeland-Brücke
Eintrittfrei zugänglich

Immer geöffnet, frei zugänglich.

Geprüft: 25. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Bleiben Sie vor den Torflügeln stehen und betrachten Sie das Muster aus geringem Abstand: So fallen die Wiederholungen und die Unterschiede in der Stärke der Stäbe besser auf.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie in den Park und bewegen Sie sich geradeaus zur Überquerung zwischen den Teichen.

Stopp 1 von 7Weiter: Vigeland-Brücke

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Frognerpark: Vigeland-Anlage und seine Werkstatt“ — 7 Stopps, ~1,8 km, 2–3 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt