Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Das Holzdach
- Schräge Steinplatten
- Der schmale Wasserlauf
- Eine alte Zentrifuge im benachbarten Hof
Die Geschichte des Ortes
Auf dem Schild „Vicolo dei Lavandai“ steht die männliche Form: Gasse der Wäscher. Im achtzehnten Jahrhundert schlossen sich Mailänder, die ihren Lebensunterhalt mit dem Waschen fremder Wäsche verdienten, zu einer Bruderschaft der Wäscher zusammen. Als ihr Schutzpatron galt der heilige Antonius von Padua; ein ihm geweihter Altar befindet sich in der benachbarten Kirche Santa Maria delle Grazie al Naviglio.
Die wichtigsten Auftraggeber waren wohlhabende Familien. Schmutzige Wäsche wurde in große geflochtene Körbe gepackt, und die Wäscher holten sie aus den Häusern ab und trugen sie auf den Schultern hierher. Gerade die Anlage dieser Gasse machte die Arbeit hier möglich. Vom Naviglio Grande leitete man einen schmalen Wasserlauf hierher, auf Mailändisch fossetto. Unter dem Dach knieten die Männer auf Holzkästen, den brellini, spülten die Wäsche im Wasserlauf und rieben sie an schrägen Steinplatten. Statt fertigem Waschpulver verwendeten sie palton, eine dicke Mischung aus Asche, Seife und Soda. Alles Nötige verkaufte ein Laden direkt an der Wäscherreihe.
Während des Zweiten Weltkriegs gingen viele Wäscher an die Front, und ihre Plätze am Wasser nahmen Frauen ein. Sie benutzten dieselben brellini, Platten und den Wasserlauf. Nach dem Krieg arbeiteten die Wäscherinnen hier bis zum Ende der fünfziger Jahre weiter, als Waschmaschinen für zu Hause der städtischen Wäscherei die bisherigen Aufträge nahmen.
Unter dem Holzdach sind die Steinplatten erhalten geblieben, und im benachbarten Hof steht eine Zentrifuge vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts, mit der man die Wäsche ausschleuderte. Das ehemalige Geschäft hat ein Restaurant eingenommen. Die Frauen arbeiteten hier in den letzten Jahren der Wäscherei, doch das Schild bewahrte den Namen der Männer, die einst Körbe aus reichen Mailänder Häusern in diese Gasse trugen.
Praktisch vor Ort
Die Gasse ist als äußerer städtischer Durchgang zugänglich; das Restaurant und die privaten Bereiche haben eigene Öffnungszeiten und gehören nicht zur Route.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Gasse ist schmal. Versperren Sie daher nicht für ein Foto den Durchgang und nehmen Sie Rücksicht auf die Bewohner. Betrachten Sie die Ausstattung von der öffentlich zugänglichen Seite aus, ohne Höfe und private Räume zu betreten.
