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San Maurizio al Monastero Maggiore

Chiesa di San Maurizio al Monastero Maggiore

Die geteilte Kirche zeigt, wie ein Aufstieg der Familie an der Mauer des Nonnenraums enden konnte.

20 Min.
Innenraum der Kirche San Maurizio al Monastero Maggiore – Mailand
Casalmaggiore Provincia · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Die Wand zwischen den beiden Kirchenräumen
  • Das Gitter über dem Altar
  • Der angehobene Boden im Nonnenraum
  • Die knienden Darstellungen der Eheleute

Die Geschichte des Ortes

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„Großes Kloster“ nannte man es als wichtigste Frauenabtei Mailands: Es besaß Ländereien und eigene Einkünfte, und in den Zellen lebten die Töchter der wohlhabendsten Familien. Die Kirche steht auf dem Gelände eines spätrömischen Zirkus neben dem Kaiserpalast; einer der Türme, von denen aus man die Streitwagen starten ließ, wurde später zum Glockenturm des Klosters. Die graue Fassade besteht aus Ornavasso-Stein, das Innere ist mit Fresken des sechzehnten Jahrhunderts bedeckt. Unter den Malereien befinden sich ein kniender Mann und eine kniende Frau in Hofkleidung.

Hinter der schlichten Fassade schufen die Baumeister zwei Kirchenräume hintereinander. Der vordere war den Bürgern vorbehalten, der hintere, geräumigere, den Benediktinerinnen. Zwischen ihnen errichteten sie eine Wand mit einem Altar. Den Boden im Nonnenbereich hob man um etwa einen halben Meter an: Während der Messe sahen die Schwestern den Priester durch das Gitter über dem Altar, die Kommunion erhielten sie durch kleine Öffnungen. Es war ihnen verboten, auf die Seite der Kirchenbesucher zu gehen.

Auf den oberen Feldern dieser Wand stellte Bernardino Luini das Martyrium des Heiligen dar, der der Kirche ihren Namen gab. Mauritius, der heilige Mauritius, war ein Offizier der Thebäischen Legion und starb nach kirchlicher Überlieferung gemeinsam mit seinen Gefährten für den christlichen Glauben. Zunächst war das Kloster der Gottesmutter geweiht. Im zehnten Jahrhundert übergab Kaiser Otto I., dessen Schwester hier als Nonne lebte, der Abtei eine Reliquie mit dem Blut des Mauritius. Der Name des Heiligen erschien im Jahr eintausendachtundsiebzig in den Dokumenten, und seit eintausendeinhundertachtundvierzig erwähnte man die frühere Weihe nicht mehr. „Monastero Maggiore“, das Große Kloster, nannte man es wegen seines Vorrangs unter den Frauenklöstern Mailands: Hier lebten die Töchter der wohlhabendsten Familien, und das Kloster besaß Ländereien und eigene Einkünfte.

Eine dieser Familien kam nach einer Katastrophe nach Mailand. Alessandro Bentivoglio war der Sohn des Herrschers von Bologna und verdiente seinen Lebensunterhalt im Militär- und Hofdienst. Im Jahr eintausendfünfhundertsechs wurde sein Geschlecht aus der Stadt vertrieben. Der Versuch, Bologna zurückzuerobern, verschaffte den Bentivoglio nur einige Monate ihrer früheren Stellung, und Alessandro trat in den Dienst der Mailänder Sforza. Seine Frau Ippolita Sforza stammte selbst aus diesem Geschlecht.

Gegen Ende des Jahres eintausendfünfhundertfünfzehn trat ihre etwa elfjährige Tochter Bianca Bentivoglio hier als Novizin ein und erhielt den Ordensnamen Alessandra. Für ein adliges Mädchen hing der Unterhalt im Kloster von Geld und Gegenständen ab, die die Familie übergab. In ihrem Testament aus dem Jahr eintausendfünfhunderteinundzwanzig hinterließ Ippolita ihrer Tochter eintausendeinhundertdreiundsiebzig Dukaten – ein großes Kapital, das ihr Leben hinter der Mauer sicherte. Bereits im folgenden Jahr wurde Schwester Alessandra Äbtissin; später wählte man sie sechsmal zur Vorsteherin des Klosters.

Ein Dokument mit dem Namen des Auftraggebers der Malereien ist nicht erhalten, doch Forschende bringen das Auftreten Bernardino Luinis gerade mit Alessandras Erbe und der Stellung der Familie in der Abtei in Verbindung. Auf der Seite der Kirchenbesucher malte der Künstler die knienden Eheleute Bentivoglio in kostbarer Hofkleidung. Ippolita erlebte weder diese Fresken noch den Aufstieg ihrer Tochter: Sie starb im Jahr eintausendfünfhunderteinundzwanzig, bevor Luini die Hauptarbeit begann. Alessandro setzte seine Karriere bei den Sforza fort, wurde Statthalter des Herzogs und nach seinem Tod in dieser Kirche beigesetzt.

Die Türen in der Trennwand brach man erst im neunzehnten Jahrhundert durch, als das Kloster bereits nicht mehr bestand. Nun kann man durch sie dorthin gehen, wohin Schwester Alessandra nicht gehen durfte: Ihre Mutter bleibt auf der Seite der Bürger gemalt, und der Saal, den die Tochter als Äbtissin leitete, liegt hinter derselben Wand.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktSanta Maria presso San Satiro
Eintrittvon außen

Von Dienstag bis Sonntag geöffnet, Eintritt frei. Die Kirche wird von Freiwilligen offengehalten; außerplanmäßige Schließungen sind möglich, Gruppen müssen im Voraus reservieren.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist ein genutzter Kirchenraum: Sprechen Sie leise und stören Sie den Gottesdienst nicht. Wenn die Klosterhälfte zugänglich ist, vergleichen Sie unbedingt ihren Maßstab und ihre Ausstattung mit dem Teil für die Bürger.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von der Piazza Cordusio zur Via Torino hinab und suchen Sie den alten Glockenturm.

Stopp 6 von 7Weiter: Santa Maria presso San Satiro

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Mailand: Leonardo da Vinci und Sforza“ — 7 Stopps, etwa 3,5 km, 3,5–4,5 Stunden.

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