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Mur des Canuts

Mur des Canuts

Hier zeigt sich das Viertel erstmals durch Menschen, die die Künstler in unterschiedlichem Alter auf die Fassade zurückgebracht haben.

15 Min.
Das Wandgemälde Mur des Canuts in Lyon zeigt Szenen aus dem Leben des Viertels La Croix-Rousse und sieht wie ein echtes Haus aus.
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Worauf achten

  • Die gemalte Treppe
  • Familie mit Fahrrad und Tretroller
  • Schaufenster „Rêves de soie“
  • Hohe Fenster der Werkstätten

Die Geschichte des Ortes

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Auf der Fassade entfaltet sich ein ganzes Stück La Croix-Rousse: Treppen, Balkone und hohe Fenster fügen sich zu einer Straße, die es hinter der Mauer nicht gibt. Als Canuts bezeichnete man hier Seidenweber, die zu Hause an Handwebstühlen arbeiteten. Für die Webstühle und das Tageslicht richtete man im Viertel Werkstätten mit fast vier Meter hohen Decken und riesigen Fenstern ein; ihr Rhythmus setzt sich auch in dieser gemalten Architektur fort. Unter den Schaufenstern unten ist auch ein Laden mit einem Handwebstuhl geblieben.

Im Jahr neunzehnhundertsiebenundachtzig erhielten die Künstler der Lyoner Genossenschaft Cité de la Création den Auftrag, eine riesige, fensterlose Stirnwand zu bedecken. Sie war nach Abrissen zurückgeblieben, mit denen Platz für den Boulevard geschaffen worden war. Auf einer Betonfläche von rund eintausendzweihundert Quadratmetern malten die Künstler eine Fortsetzung von La Croix-Rousse: Häuser, Balkone, Schaufenster und eine Treppe, die scheinbar den Hang hinaufführt.

Als Modelle dienten Bewohner des Viertels. Unter ihnen war der junge Marc Carbonare-Delpal. In der ersten Fassung stieg er mit einem Fahrrad auf der Schulter die gemalten Stufen hinauf. Die Vereinbarung sah eine regelmäßige Erneuerung des Wandbildes vor, doch die Künstler beschlossen, das frühere Bild nicht zurückzubringen. Zehn Jahre später gestalteten sie sowohl das Viertel als auch seine Bewohner neu. Marc erschien nun als Vater, neben ihm seine kleine Tochter Sarah.

Bis zur nächsten großen Erneuerung im Jahr zweitausenddreizehn war Sarah herangewachsen. Jetzt sitzt sie mit einem Heft auf den Stufen, hinter ihr fährt ihr Bruder Joris auf einem Tretroller. Ihre Mutter Christine fotografiert ihren Mann, und Marc hält ein Fahrrad aus dem städtischen Verleih. Eine Familie nahm ein Vierteljahrhundert lang einen Platz auf der Fassade ein: Die Künstler fügten Kinder hinzu und veränderten das Alter der Eltern entsprechend ihrem wirklichen Leben.

Die Bezeichnung „Mur des Canuts“ bedeutet „Mauer der Canuts“. In Lyon nannte man Canuts die Handwerker, die Seide an Handwebstühlen webten. Händler-Fabrikanten gaben ihnen Garn und den Auftrag und bezahlten die fertige Stoffbahn. Die Webstühle standen direkt in den Wohnwerkstätten, deshalb errichtete man auf dem Plateau von La Croix-Rousse Geschosse mit rund vier Meter hohen Decken und großen Fenstern: Der komplizierte Mechanismus brauchte Platz, der Weber Tageslicht. Solche Fenster haben die Künstler an der Wand wiederholt.

Bei der Erneuerung im Jahr neunzehnhundertsiebenundneunzig setzten sie den echten Meister Georges Mathelon in einen gemalten Laden. Seine Familienwerkstatt für Handweberei bestand bis neunzehnhundertsechsundneunzig. Mathelon starb zweitausendvier, doch bei der nächsten Umgestaltung entfernten die Künstler ihn nicht. Auf dem heutigen Wandgemälde hält Marc ein Leihfahrrad, und unten sitzt Georges Mathelon hinter dem Schaufenster von „Rêves de soie“ weiterhin an einem Handwebstuhl.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPlace de la Croix-Rousse
Eintrittvon außen

Offenes Straßenwandbild; betrachten Sie es von der gegenüberliegenden Seite des Boulevard des Canuts und bleiben Sie nicht auf der Fahrbahn stehen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Treten Sie weit genug zurück, um die ganze Illusion zu sehen, gehen Sie dann näher heran und vergleichen Sie die gemalten Schatten und Öffnungen mit den echten. Versperren Sie nicht für ein Foto den Gehweg.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie die Fassade hinter sich und gehen Sie den Boulevard entlang zur Jacquard-Statue.

Stopp 1 von 8Weiter: Place de la Croix-Rousse

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„La Croix-Rousse: Canuts, Traboules und der Abstieg zu Place des Terreaux“ — 8 Stopps, etwa 3 km, 3–3,5 Stunden.

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