Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinerne Statue von Jacquard
- Breite Linie des Boulevards
- Rand des Plateaus über dem Abstieg
Die Geschichte des Ortes
Am Morgen des einundzwanzigsten November achtzehnhunderteinunddreißig versammelten sich am Rand dieses Platzes mehrere hundert Canuts. Damals war das Plateau von La Croix-Rousse eine eigenständige Gemeinde, und darunter begann Lyon. Zwischen ihnen standen eine Festungsmauer und Stadttore.
Auf dem Platz stand noch ein steinernes Kreuz. Sein Vorgänger war hier Ende des sechzehnten Jahrhunderts aus rosig-ockerfarbenem Stein errichtet worden, der in Couzon gewonnen wurde. Einen solchen Stein nannte man rötlich – „rouss“. Vom Kreuz erhielten zunächst die Vorstadt, dann die Gemeinde und schließlich der Platz ihren Namen. Im Jahr eintausendsiebenhundertzweiundneunzig wurde das Kreuz zerschlagen; während des Ersten Kaiserreichs stellte man es aus grauem Stein wieder her.
Die Canuts, die sich bei ihm versammelten, forderten die Einhaltung einer Vereinbarung, von der ihr Einkommen abhing. Der Besitzer einer Webwerkstatt besaß die Webstühle und bezahlte die Gehilfen, doch Seide und Auftrag erhielt er von einem Händler, der den Preis für das fertige Stück festsetzte. Die Webstühle konnten den ganzen Tag laufen, und trotzdem reichten die Einnahmen weder für die Werkstatt noch für die Familie.
Der Präfekt Louis Bouvier-Dumolard, der versuchte, die Weber mit den Händlern zu versöhnen, erwirkte die Genehmigung von Mindestpreisen. Mehr als hundert Fabrikanten weigerten sich, sie einzuhalten: Sie betrachteten den verbindlichen Tarif als Verletzung der Handelsfreiheit. Am zwanzigsten November rief die Vereinigung der Werkstattbesitzer einen allgemeinen Arbeitsstopp aus.
Am nächsten Tag gingen die Canuts durch die Tore und begannen, die Montée de la Grande-Côte hinabzusteigen. Ein Trupp der Nationalgarde versperrte ihnen den Weg. Nach den Schüssen blieben drei Weber auf der Straße liegen. Die übrigen kehrten auf das Plateau zurück, holten die Nachbarn herbei, beschafften Gewehre und begannen, Barrikaden zu errichten.
Bis zur Nacht vom zweiundzwanzigsten auf den dreiundzwanzigsten November hatten die Aufständischen Lyon besetzt, und der Bürgermeister war geflohen. Doch die Canuts kämpften für die Preisfestsetzung und bereiteten sich nicht darauf vor, die eroberte Stadt zu regieren. Am dritten Dezember zog die königliche Armee in Lyon ein. Die Regierung hob den Tarif auf, setzte den Präfekten ab und verhaftete neunzig Weber; später sprach das Gericht sie frei. Die Werkstattbesitzer kehrten zu den Webstühlen zurück, ohne die garantierte Bezahlung, für die sie von La Croix-Rousse aufgebrochen waren.
Die Festungsmauer wurde in den sechziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts abgerissen. Entlang ihres Verlaufs legte man den heutigen Boulevard an, und bald darauf entstand hier ein Markt. Den grauen Kreuzstein entfernte der Stadtrat im Jahr achtzehnhunderteinundachtzig. Seinen Platz in der Mitte des Platzes nahm später Joseph-Marie Jacquard ein, ein Mechaniker aus Lyon, dessen Vorrichtung mit Lochkarten die Fäden eines Musterwebstuhls steuerte. Die Bronzefigur wurde im Jahr neunzehnhunderteins hierher versetzt, während des Vichy-Regimes im Jahr neunzehnhundertzweiundvierzig eingeschmolzen und im Jahr neunzehnhundertsiebenundvierzig durch die heutige steinerne ersetzt. Die Marktstände stehen nun entlang der verschwundenen Mauer; von den Toren ist die Grenze zwischen dem Platz und dem Abstieg geblieben.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist ständig geöffnet. Lebensmittelmarkt Croix-Rousse: Mi–Do 06:00-13:00; Di/Fr/Sa/So 06:00-13:30; Mo geschlossen; Feiertags- und Neujahrszeiten bitte gesondert prüfen.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie das Denkmal von verschiedenen Seiten, ohne den Verkehr über den Platz zu behindern. Wenn rundherum Handel stattfindet, verstehen Sie ihn als gegenwärtiges Leben des Ortes, nicht als obligatorischen Teil der Station.
