Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Eine Reihe von Ziegelbögen
- Granitdetails
- Der Wasserkanal über dem Mauerwerk
- Blindarkaden im oberen Geschoss
Die Geschichte des Ortes
Der Wasserkanal des Suirokaku-Aquädukts liegt auf einem langen Ziegelmauerwerk mit Granitdetails. Durch ihn fließt noch immer der nördliche Zweig des Biwako-Kanals: Der Kanal war für Wasser für die Felder und zum Löschen von Bränden, Energie für Werkstätten und einen neuen Güterweg geplant. Weiter versorgt der Wasserstrom die Gärten im Osten Kyōtos und führt zum Philosophenweg. Im unteren Geschoss öffnen halbkreisförmige Bögen das Mauerwerk, darüber gliedern vermauerte Nischen die Wand.
Die Ziegelbögen entstanden hier wegen eines Grabes, dem sich die Bauleute nicht nähern durften.
Der Gouverneur von Kyōto, Kitagaki Kunimichi, plante den Biwako-Kanal nach der Verlegung der Hauptstadt nach Tokio. Die Stadt brauchte Wasser für die Felder und zum Löschen von Bränden, Energie für Werkstätten und einen neuen Weg für Güter. Für den Bau wollte man eine Summe ausgeben, die ungefähr doppelt so hoch war wie der Jahreshaushalt der Präfektur. Der Gouverneur berief Tanabe Sakurō zum Leiter des Baus – einen jungen Absolventen einer Ingenieurschule, der seine Abschlussarbeit über einen solchen Kanal geschrieben hatte. Es war seine erste große Anstellung, und man vertraute ihm das teuerste Projekt Kyōtos an.
Den nördlichen Kanalzweig wollte man zunächst durch einen Tunnel hinter Nanzen-in führen, einem kleinen Tempel innerhalb von Nanzen-ji. Doch nahe dem Garten ist ein Teil der sterblichen Überreste des Mönchskaisers Kameyama begraben, des Gründers der hiesigen Klosteranlage. Die kaiserliche Behörde erlaubte nicht, neben seinem Grab zu graben. Die Trasse wurde weiter nach Westen verlegt – durch das Gelände von Nanzen-ji.
Der Tempel widersprach und brachte den Streit mit der Präfektur vor Gericht. Der Gouverneur wollte diesen Zweig nicht aufgeben: Durch ihn sollte das Wasser in den Norden Kyōtos geleitet werden. Tanabe musste den Kanal durch eine Geländesenke führen und dabei die erforderliche Höhe und das geringe Gefälle bewahren. So entstand eine Brücke mit einem Wasserkanal obenauf.
Für dreiundneunzig Meter dieser Überführung gab der Ingenieur mehr als ein Prozent der Kosten des gesamten Kanals aus – bei einem stets knappen Budget. Er fertigte detaillierte Zeichnungen des künftigen Bauwerks an, wählte Ziegel und Granit, errichtete eine Reihe halbkreisförmiger Bögen und fügte im oberen Geschoss Blindarkaden hinzu, damit die lange Wand nicht geschlossen wirkte. Die Einwände von Nanzen-ji hielten den Bau nicht auf, zwangen Tanabe jedoch dazu, dafür einzustehen, wie sich das fremdartige Bauwerk in den Tempelgarten einfügen würde.
Die Brücke wurde im Jahr achtzehnhundertachtundachtzig vollendet, und der gesamte erste Bauabschnitt des Kanals wurde zwei Jahre später eröffnet. Auf seiner eigenen Zeichnung nannte Tanabe das Bauwerk bescheiden „Brücke von Nanzen-ji“. Der Name Suirokaku, „Pavillon des Wasserkanals“, setzte sich später durch: Wie eine gewöhnliche Brücke wirkte die Reihe hoher Bögen nicht mehr.
Noch immer fließt Wasser im Kanal über dem Ziegelmauerwerk. Weiter versorgt dieser Zweig die Gärten im Osten Kyōtos und führt zu dem Abschnitt, an dem der Philosophenweg verläuft. Er durchquert Nanzen-ji genau hier, weil man den ursprünglichen Tunnel nicht nahe der Grabstätte Kameyamas bauen durfte.
Praktisch vor Ort
Freier Zugang, rund um die Uhr
Geprüft: 22. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Aquädukt bleibt Teil der Wasserinfrastruktur: Steigen Sie nicht auf das Bauwerk und betreten Sie keine Betriebsbereiche. Achten Sie unter den Bögen auf andere Besucher und auf feuchten Stein.
