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Eisenbahnverwaltung – das Gebäude an der Hàm-Nghi-Straße

Trụ sở Công ty Vận tải Đường sắt Sài Gòn

Die Geschichte des Bahnhofsviertels erklärt, warum die Behörden diesen belebten Gehweg für eine exemplarische Bestrafung wählten.

15 Min.
Kolonialgebäude der Saigon Railways Transportation Company nahe dem Bến-Thành-Markt in Ho-Chi-Minh-Stadt.
trungydang · CC BY 3.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Reihen von Fensterläden
  • Außenkorridore
  • Hauptfassade
  • Eingang von der Hàm-Nghi-Straße

Die Geschichte des Ortes

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Abteilungen der Saigoner Eisenbahn befinden sich weiterhin in diesen alten Räumen an der Hàm-Nghi-Straße. Hinter den Fensterläden jeder Etage ziehen sich breite offene Galerien entlang: Sie halten die Arbeitsräume weiter von der erhitzten Wand entfernt. Die Verwaltung errichtete man direkt gegenüber dem neuen Bahnhof, nachdem der enge Terminal am Fluss die Züge zweier Richtungen nicht mehr aufnehmen konnte. Der Bahnhof wurde später aus dem Zentrum verlegt und die Gleise abgebaut, sodass die Hauptfassade nun auf eine Straße ohne Bahnsteige blickt.

Früh am Morgen des vierzehnten März neunzehnhundertsechsundsechzig brachte man Tạ Vinh an die Fassade der Eisenbahnverwaltung. Der vierunddreißigjährige Unternehmer aus der chinesischen Gemeinschaft Saigons leitete das Import-Export-Unternehmen Sui Hing. Er lebte vom Warenhandel und von Geldüberweisungen – genau diese Tätigkeiten erklärte ein Sondergericht zu Spekulation in Kriegszeiten, illegaler Kapitalausfuhr und Bestechung von Beamten. Das Gericht verurteilte ihn zum Erschießen.

Tạ Vinh bat um Begnadigung. Der Premierminister Südvietnams, Nguyễn Cao Kỳ, strebte eine exemplarische Bestrafung für Wirtschaftsverbrechen an und ordnete an, das Urteil ohne Aufschub zu vollstrecken. Soldaten und Militärpolizei riegelten das Gebiet zwischen dem Markt, dem Bahnhof und der Hàm-Nghi-Straße ab. Tạ Vinhs Frau wurde an der Absperrung festgehalten, als sie versuchte, zu ihrem Mann zu gelangen. Man band ihn an einen Pfosten auf einem mit Sand bestreuten Platz und erschoss ihn.

Diesen Platz richtete man Anfang neunzehnhundertfünfundsechzig auf dem Gehweg bei der Eisenbahnverwaltung ein. Der Ort war als Warnung gewählt worden: Über den Platz kamen Fahrgäste, Händler und Käufer des Bến-Thành-Markts. Damals befand sich der Hauptbahnhof von Saigon unmittelbar gegenüber der Fassade.

Bahnhof und Verwaltung entstanden hier nach einem Fehler kolonialer Eisenbahnbeamter. Sie hatten angenommen, dass der alte Terminal am Fluss Züge zweier Linien aufnehmen könne – nach Mỹ Tho und nach Nha Trang. Nach der Eröffnung der Nordstrecke im Jahr neunzehnhundertvier stellte sich heraus, dass der Platz nicht ausreichte: Die Züge fuhren von zwei voneinander entfernten Bahnhöfen ab. Im Jahr neunzehnhundertzehn beschloss die Stadtverwaltung, die Linien an einem neuen Bahnhof zusammenzuführen, baute das Lokomotivdepot ab und wies das frei gewordene Gelände dem Markt und dem Platz zu.

Die Compagnie des Chemins de fer de l’Indochine errichtete ihre südliche Verwaltung genau gegenüber dem künftigen Bahnhofseingang. Die Beschäftigten leiteten von hier aus den Verkehr, die Bahnhöfe und die Gleisanlagen. Die Verwaltung wurde im Jahr neunzehnhundertvierzehn eröffnet, der Bahnhof ein Jahr später. Hinter den Reihen von Fensterläden auf jeder Etage richtete man breite Außenkorridore ein: Sie trennten die Büros von den erhitzten Wänden. Daher stammt auch die alte Saigoner Bezeichnung des Gebäudes – Sở Hỏa Xa, die Eisenbahnverwaltung.

Die Erschießung Tạ Vinhs löste weit über Saigon hinaus Kontroversen aus. Kritiker warnten, die Hinrichtung eines einzigen chinesischen Unternehmers werde die Handelsgemeinschaft abschrecken, aber Korruption und Inflation nicht beseitigen. Bis Ende neunzehnhundertsechsundsechzig entfernte man den Sandplatz an der Fassade.

Später entfernte man auch den Bahnhof: Im Jahr neunzehnhundertdreiundachtzig verlegten die Eisenbahner den Personenbahnhof nach Hòa Hưng und nahmen die Gleise aus dem Zentrum. Auf dem Gehweg vor dem Gebäude steht kein Erschießungspfosten mehr, und gegenüber gibt es keine Bahnsteige mehr. In den alten Büros an der Hàm-Nghi-Straße arbeiten weiterhin Abteilungen, die den Betrieb der Saigoner Eisenbahn steuern.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktCalmette-Straße und Calmette-Brücke
Eintrittvon außen

Eine Außenbesichtigung ist rund um die Uhr möglich.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist ein Arbeitsgebäude: Betrachten Sie die Fassade von der Straße aus und rechnen Sie nicht mit freiem Eintritt.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zur Calmette-Straße und folgen Sie ihr hinunter zur Brücke über den Kanal.

Stopp 6 von 7Weiter: Calmette-Straße und Calmette-Brücke

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Rund um den Bến-Thành-Markt: das geschäftige Saigon und Art déco“ — 7 Stopps, etwa 2,3 km, 2 Std..

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