Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Vier Zifferblätter
- Paneel mit Ochse und Fisch
- Paneel mit Rochen und Wels
- Weiß-grüne Glasur
Die Geschichte des Ortes
Die Marktstände von Bến Thành stehen dort, wo sich früher der Bồ-Rệt-Sumpf erstreckte. Hierher verlegte man den Markt vom Flussanleger und der Zitadelle Gia Định, als der frühere Ort nicht mehr genügend Platz bot; in der Nähe verlief eine Straße zum Handelszentrum Chợ Lớn. Vier Eingänge führen unter das hohe Dach, und der Steinboden ist hier auf tägliches Wasser und Schmutz ausgelegt: Er kann abgewaschen werden. Die zurückhaltenden Fassaden entstanden mit Blick auf Luft, die Ableitung von Regenwasser und den Schutz vor Feuer, nicht wegen eines schmucken Aussehens.
Über dem Südtor, neben den Zifferblättern, sind keramische Paneele mit einem Ochsen, einem Fisch, einem Schwein und einem Rochen angebracht. Als der heutige Pavillon im Jahr neunzehnhundertvierzehn eröffnet wurde, gab es diese Darstellungen an der Fassade noch nicht.
Der Name Bến Thành wird gewöhnlich als „Anlegestelle an der Zitadelle“ übersetzt. Das Gebäude erhielt ihn vom früheren Markt nahe dem Flussanleger und der Zitadelle Gia Định. Die Marktstände selbst wurden hierher verlegt, an die Stelle des zugeschütteten Bồ-Rệt-Sumpfs, weil der alte Markt zu eng geworden war und in der Nähe die Straße zur Handelsstadt Chợ Lớn verlief. Der neue Pavillon erhielt vier Eingänge, einen hohen Dachkörper und einen Steinboden, der abgewaschen werden konnte. Die Fassaden ließ man fast ohne Schmuck: Dem Stadtrat waren Belüftung, Entwässerung und Brandschutz wichtiger.
Erst im Jahr neunzehnhundertzweiundfünfzig bestellte ein Auftragnehmer zwölf Paneele bei der Genossenschaft der Kunstgewerbeschule Biên Hòa. Die Genossenschaft lebte von solchen Aufträgen. Der Bildhauer und Lehrer Lê Văn Mậu sollte Darstellungen entwerfen, die ohne Beschriftungen verständlich waren, und wählte das aus, womit unter diesem Dach gehandelt wurde: Vieh, Geflügel, Fluss- und Meeresfische, Bananen.
Lê Văn Mậu modellierte die Reliefs direkt in Ton, und erfahrene Keramiker korrigierten die Details. Eine ganze Platte konnte nicht in den Brennofen: Beim Brennen hätte sie sich verzogen. Deshalb wurde jede Darstellung in kleine Teile geschnitten, mit örtlicher weißer und kupfergrüner Glasur überzogen, mit Holz gebrannt, am Fahnenmast der Schule ausgelegt und überprüft. Wo sich ein Stück gewölbt hatte, ließ Lê Văn Mậu auf der Rückseite Ton abtragen. Danach wurden die Teile in Kisten gelegt und nach Saigon gebracht.
Zur Montage kamen der Meister Phạm Văn Nga und zwei frischgebackene Absolventen der Schule, Nguyễn Chí Giang und Võ Ngọc Hào. Beide waren etwa zwanzig Jahre alt. Der Auftragnehmer hatte über den Eingängen leere Wandflächen gelassen und Gerüste aufgestellt. Die Keramiker setzten die Darstellungen von unten nach oben zusammen, drückten jedes Fragment mit Stützen an, warteten, bis der Mörtel abband, und füllten dann die Fugen.
In Biên Hòa warteten andere Aufträge, und der ältere Meister reiste bald ab. Die zwölf Paneele lasteten auf den beiden jungen Keramikern. Fast zwei Monate arbeiteten sie an den vier Toren und übernachteten oben, neben den Eingangsuhren. Als Phạm Văn Nga zurückkehrte, blieben ihm nur einige Stellen auszubessern. Giang und Hào vollendeten den Auftrag und fuhren zurück nach Biên Hòa.
Auf den Paneelen selbst stehen ihre Namen nicht. Im Jahr zweitausendsieben spürte die Kunstforscherin Nguyễn Minh Anh beide Meister auf und zeichnete ihren Bericht auf; Lê Văn Mậu war zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben. Über dem Südtor blieb die von ihnen zusammengesetzte Warenliste des Marktes erhalten: In der Mitte stehen ein Ochse und ein Fisch, an den Seiten ein Rochen mit einem Wels sowie ein Ochse mit einem Schwein.
Praktisch vor Ort
Tagesmarkt 06:00–18:00; nächtlicher Handel rund um den Markt etwa 18:00–22:00.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie im Inneren nicht mitten in den Durchgängen stehen; wenn es eng ist, sind die wichtigsten architektonischen Details von außen gut zu erkennen.
