Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der Graben der Real Fuerza
- Die Eckbastionen der Festung
- Der Garten in der Platzmitte
Die Geschichte des Ortes
Der Garten in der Platzmitte entstand auf dem ehemaligen Exerzierplatz, auf dem die Garnison Formationen und den Umgang mit Waffen übte. Am Rand des Grüns sind der Graben und die Eckbastionen der steinernen Festung an der geschützten Bucht erhalten geblieben. Der Name des Platzes erinnert an die militärischen Übungen, obwohl daneben früher die Pfarrkirche und das Haus des Gouverneurs standen, in dem der Stadtrat zusammenkam. Der Hafen ernährte die arme Stadt: Vor der Überfahrt über den Atlantik sammelten sich hier Schiffe, die Vorräte benötigten.
Im Sommer eintausendfünfhundertfünfundfünfzig verschanzte sich Juan de Lobera im einzigen Fort von San Cristóbal de La Habana, dem heutigen Havanna. Lobera war Mitglied des Stadtrats und Befehlshaber dieser Befestigung; er sollte den Hafen und die hinter den Mauern geschützten Einwohner verteidigen.
Daneben lag der wichtigste Stadtplatz. Man nannte ihn Plaza de la Iglesia, Kirchenplatz: Hier standen die Pfarrkirche und das Haus des Gouverneurs, in dem der Stadtrat tagte. Der Ort war nahe einer geschützten Bucht gewählt worden. Dort sammelten sich die Schiffe vor der Überfahrt über den Atlantik, und das arme Havanna verdiente an ihrer Versorgung.
Der französische Korsar Jacques de Sores kam hierher, um Beute und Lösegeld zu erlangen. Er hatte etwa zweihundert Kämpfer; Loberas kleines Fort hielt nicht stand. Die Korsaren nahmen den Befehlshaber und die Stadtbewohner gefangen und forderten dreißigtausend Pesos sowie einen großen Vorrat an Kassawabrot – einer aus Maniok hergestellten Verpflegung für die Mannschaft. Das Lösegeld wurde nicht gezahlt. De Sores befahl, mehrere Gefangene aufzuhängen, plünderte und brannte die Stadt nieder. Als seine Schiffe abfuhren, war von Havanna fast nichts mehr übrig. Lobera ließ der Korsar am Leben.
Nach seiner Freilassung reiste Lobera nach Spanien und übergab dem Königshof Bittschriften für eine neue Hafenverteidigung. König Felipe II. wollte den Hafen erhalten, in dem sich Schiffe mit Fracht aus Amerika sammelten. Er ordnete an, Geld bereitzustellen, einen Steinmetz und einen Artilleristen zu entsenden und zwanzig versklavte Afrikaner aus Veracruz für die Bauarbeiten zu überführen. Der nächste Gouverneur zog außerdem freie Schwarze und Mulatten sowie indigene Einwohner von Guanabacoa heran; bei Weigerung drohten Geldstrafen und einhundert Peitschenhiebe.
So entstand an dem Platz das Castillo de la Real Fuerza – eine steinerne Festung mit Graben und vier Eckbastionen. Anschließend schufen Beamte vor ihr Platz für Soldaten. Im Jahr eintausendfünfhundertzweiundachtzig rissen sie einen ganzen Häuserblock ab, darunter das frühere Haus des Gouverneurs, in dem der Stadtrat zusammenkam. Auf der geräumten Fläche übte die Garnison Formationen und den Umgang mit Waffen. Der Kirchenplatz erhielt den Namen Plaza de Armas, Waffenplatz.
Heute nimmt ein Garten den ehemaligen Exerzierplatz ein. An seinem Rand stehen noch immer der Graben und die Bastionen der Real Fuerza, und der Platz selbst trägt den Namen der militärischen Übungen, die hier nach der Zerstörung begannen, die Juan de Lobera erlebt hatte.
Praktisch vor Ort
Die gesamte Erzählung lässt sich vom Platz aus verfolgen. Betrachten Sie die Zugänge zum El Templete, zur Festung und zu den Museumsgebäuden als eigene Besuche und erkundigen Sie sich vor Ort; stören Sie bei der Ceiba nicht die Menschen, die gekommen sind, um den traditionellen Rundgang zu vollziehen.
