Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weiße Buchstaben „Sołdek“
- Schwarzer Rumpf
- Vier Laderäume
- Maschinenraum
Die Geschichte des Ortes
Die weißen Buchstaben auf dem schwarzen Rumpf sind der Nachname von Stanisław Sołdek. Er befehligte dieses Schiff nicht und entwarf es nicht. In der Danziger Werft arbeitete Sołdek als Anreißer: Er übertrug die Rumpfzeichnungen in Schablonen und zeichnete auf Stahlrohlingen die Linien an, nach denen andere Arbeiter die künftigen Teile zuschnitten. Für diese Arbeit wurde vor allem Genauigkeit bezahlt: Ein Fehler des Anreißers wiederholte sich später im Metall.
In den Jahren neunzehnhundertsiebenundvierzig und neunzehnhundertachtundvierzig veranstaltete die Werft einen Wettbewerb zur Übererfüllung der Produktionsnormen. Nach der Werksberechnung erreichte Sołdek zweihundertsechs Prozent und gewann die erste Etappe. Für das erste Seefrachtschiff, das die polnische Schiffbauindustrie nach dem Krieg baute, war im Voraus festgelegt worden: Es sollte den Nachnamen eines hervorragenden Arbeiters erhalten. So gelangte der Name des zweiunddreißigjährigen Anreißers auf den Rumpf des Prototyps eines neuen Erz- und Kohletransporters.
Am sechsten November neunzehnhundertachtundvierzig stand dieser Rumpf auf dem Helgen der Danziger Werft. Zur Taufpatin wurde Sołdeks Frau Helena Sołdek. Sie sprach die Taufformel, und Stanisław selbst schwor vor den Versammelten, den Nachnamen nicht zu beschämen, der zum Namen des ersten polnischen Seeschiffs geworden war. Sein Produktionsergebnis verwandelte sich in eine lebenslange öffentliche Verpflichtung.
Nach dem Stapellauf kannte das ganze Land Sołdeks Nachnamen. Er schloss einen Vorbereitungskurs ab, der einer Mittelschule entsprach, immatrikulierte sich an der Fakultät für Schiffbau des Polytechnischen Instituts Danzig und erhielt ein Ingenieurdiplom. Später leitete der ehemalige Anreißer den Bau großer Schiffe und stand der Werft „Wisła“ vor.
Der Dampfer verrichtete unterdessen die Arbeit, für die er gebaut worden war. In vier Laderäumen führte er Kohle aus und transportierte Eisenerz. In einunddreißig Jahren unternahmen die Besatzungen eintausendvierhundertneunundsiebzig Fahrten, beförderten mehr als dreieinhalb Millionen Tonnen Fracht und liefen mehr als sechzig Häfen an.
Als das Schiff im Jahr neunzehnhundertachtzig außer Dienst gestellt wurde, schlug der Eigentümer vor, es einem Museum in Stettin zu übergeben, doch dort lehnte man ab. Den Rumpf übernahm das Zentrale Meeresmuseum in Danzig. Den Ausschuss, der den Dampfer auf die Erhaltung vorbereitete, leitete Professor Jerzy Dörffer – eben jener Ingenieur, der seinen Bau geleitet hatte. Nach der Reparatur wurde die „Sołdek“ im Jahr neunzehnhundertfünfundachtzig bei der Insel Bleihof eröffnet. Unter dem Deck blieben die Laderäume und der ausgestattete Maschinenraum erhalten, und an Bord blieb der Nachname des Anreißers, mit dem diese Geschichte begann.
Praktisch vor Ort
Bis 6. September 2026: Montag–Dienstag 11:00–18:00, Mittwoch 13:00–18:00, Donnerstag–Sonntag 11:00–18:00.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Schiff kann vom Kai aus betrachtet werden; das Betreten des Decks gehört zu einem gesonderten Museumsbesuch und erfordert eine Prüfung des Zugangs.
