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Tor Nummer zwei der Danziger Werft

Brama nr 2 Stoczni Gdańskiej

Die Pförtnerloge zeigt, wie ein abgeschlossener Streik die Möglichkeit erhielt, mit der Stadt zu sprechen.

22 Min.
Historisches Tor Nr. 2 der Danziger Werft mit Blumen und Erinnerungsbildern.
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Worauf achten

  • Graue Torflügel
  • Pförtnerbüro
  • Kopien der einundzwanzig Forderungen

Die Geschichte des Ortes

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Am siebten August neunzehnhundertachtzig entließ die Leitung der Danziger Werft die Kranführerin Anna Walentynowicz. Das Unternehmen trug damals den Namen Lenin. Walentynowicz hatte hier dreißig Jahre gearbeitet: zunächst als Schweißerin, nach einer Berufskrankheit als Kranführerin. Bis zu ihrer Rente blieben ihr fünf Monate. Sie verbreitete auf der Werft eine illegale Arbeiterzeitung und war Mitglied der verbotenen Freien Gewerkschaften der Küste, die sich für eine Vertretung einsetzten, die von Verwaltung und regierender Partei unabhängig war. Deshalb war sie bereits festgehalten, durchsucht und in andere Bereiche versetzt worden. Nun verlor sie ihren Verdienst.

Eine Woche später stellten die Arbeiter die Produktion ein und forderten die Wiedereinstellung von Walentynowicz. Den Streik führte Lech Wałęsa an, ein ehemaliger Elektriker dieser Werft, der vier Jahre zuvor entlassen worden war. Zunächst erklärte sich die Verwaltung bereit, die Forderungen der Werftarbeiter zu erfüllen, und Wałęsa erklärte den Streik für beendet. Doch die Vertreter anderer bestreikter Betriebe blieben ohne Vereinbarungen und Garantien. Nach ihren Einwänden nahm Wałęsa seine Entscheidung zurück. Etwa tausend Menschen gingen nicht auseinander, sondern gründeten in der Nacht das Zwischenbetriebliche Streikkomitee: Nun traten die Verhandlungsführer im Namen von Dutzenden Belegschaften auf.

Von diesen Belegschaften gingen etwa siebenhundert Forderungen ein. Das Komitee fasste sie zu einundzwanzig zusammen. An erster Stelle stand das Recht, unabhängige Gewerkschaften zu gründen; es folgten das Streikrecht, die Abschaffung der Zensur, die Freilassung politischer Gefangener, höhere Löhne und eine bessere Versorgung.

Staatliche Zeitungen und das Radio stellten das Geschehen als Streit um Geld dar, und die Telefonverbindung zwischen der Küste und dem übrigen Land wurde abgeschaltet. Daraufhin erhielten die Teilnehmer der Untergrundbewegung Bewegung Junges Polen, Arkadiusz Rybicki und Maciej Grzywaczewski, zwei Sperrholzplatten, die die Markierungsarbeiter der Werft benutzten. Am achtzehnten August knieten sie mehrere Stunden vor ihnen: Rybicki füllte die erste Platte, Grzywaczewski die zweite. Die Überschriften und Nummern schrieben sie mit roter Ölfarbe, den übrigen Text mit dunklem Bleistift.

Die Platten wurden am Pförtnerbüro bei Tor Nummer zwei aufgehängt, dem Haupteingang zur Werft. Ihr Platz wurde wegen der Menschen draußen gewählt. Jeder, der sich vor der Pförtnerloge versammelte, konnte lesen, was die Streikenden forderten, und die Liste weitergeben. Durch dieselben Tore nahmen die Diensthabenden Lebensmittel, Medikamente und Geld entgegen; hier trafen die Arbeiter ihre Familien. Wałęsa stieg auf das Dach eines kleinen Batteriezugfahrzeugs und berichtete der Menge, wie die Verhandlungen vorangingen. Die industrielle Pförtnerloge wurde zum einzigen Bereich der Werft, in dem der abgeschlossene Streik mit der Stadt sprechen konnte.

Am einunddreißigsten August unterzeichneten Wałęsa und der stellvertretende Ministerpräsident Mieczysław Jagielski, der die Regierungskommission vertrat, das Danziger Abkommen in der BHP-Halle der Werft. Danach kehrte Wałęsa zu Tor Nummer zwei zurück und erklärte den Versammelten, dass unabhängige, selbstverwaltete Gewerkschaften und das Streikrecht anerkannt worden seien. Walentynowicz wurde wieder eingestellt. Im September gaben Vertreter der neuen Gewerkschaften ihrem gemeinsamen Zusammenschluss den Namen „Solidarność“; ihm traten bald etwa zehn Millionen Menschen bei.

Das Originaltor, bei dem Wałęsa das Abkommen verkündet hatte, wurde im Dezember neunzehnhunderteinundachtzig von einem Panzer zerstört. Die Überreste wurden abgebaut, und ihr Schicksal ist unbekannt. Die grauen Torflügel wurden anhand von Fotos im Jahr neunzehnhundertzwölf rekonstruiert. An der Pförtnerloge hängen Kopien der Forderungen, und die beiden ursprünglichen Sperrholzplatten befinden sich im Europäischen Zentrum der Solidarność. Auf der Rückseite einer von ihnen ist eine irrtümlich begonnene Zeile der achten Forderung erhalten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort22 Min.
Nächster PunktDenkmal für die gefallenen Werftarbeiter von neunzehnhundertsiebzig
Eintrittaußen; der Durchgang zum Europäischen Zentrum der Solidarność richtet sich nach dem Gebäudebetrieb

Das Tor ist vom Platz aus ständig sichtbar. Der Durchgang durch das Tor zum Europäischen Zentrum der Solidarność hängt vom Gebäudebetrieb ab; am 24. Juni 2026 ist das Zentrum geschlossen.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist ein aktiver Erinnerungsort: Versperren Sie nicht den Eingang und versetzen Sie keine hier niedergelegten Blumen oder Erinnerungszeichen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie von der Pförtnerloge zum Fuß der drei Kreuze.

Stopp 7 von 9Weiter: Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter von neunzehnhundertsiebzig

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Danzig: Kaufmannsstadt und Solidarność“ — 9 Stopps, 3,5 km, 3 Std. 30 Min. ohne längere Besichtigungen; 7–9 Std. mit Museen.

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